Kulturpflanzen Samentresor im Eis
Auf Spitzbergen lagert Saatgut wichtiger Kulturpflanzen. Es soll der sicherste Samen-Safe der Welt sein. Ein Gespräch mit dem Gründer des Projekts, Cary Fowler
Norwegen und Ihr Global Crop Diversity Trust haben jetzt auf Spitzbergen eine supersichere Saatgutbank im »Tresor des jüngsten Gerichts« eröffnet. Wozu braucht die Menschheit das?
Die Vielfalt unserer Nutzpflanzen, die crop diversity, ist grundlegend für die Landwirtschaft und unsere Zivilisation. Leider geht diese Vielfalt zunehmend verloren. Deshalb brauchen wir endlich ein System, das sie auf Dauer sicher bewahrt.
Es gibt weltweit bereits 1400 Saatgutbanken. Wozu nun Nummer 1401?
Ich habe wie kaum ein anderer diese Banken besucht. Die allermeisten sind in schlechtem Zustand. Allenfalls 40 davon ermöglichen eine Langzeitaufbewahrung, und nur wenige verfügen über die notwendigen technischen Voraussetzungen. Der Verlust einer Saatgutbank kann täglich passieren, auch ohne Weltuntergangsszenarien, etwa durch Asteroideneinschlag oder Nuklearkrieg.
Was gefährdet die Genbanken am meisten?
Vor allem Kriege, Naturkatastrophen und technisches Versagen. Es gibt sehr viele einzigartige Sammlungen ohne gesicherte Duplikate.
Warum nicht die armen Institute unterstützen und nachgezüchtete Samen in sicheren Banken aufbewahren? Das fand schon längst statt.
Ja, aber nur punktuell und bei Weitem nicht ausreichend. Zudem wäre es extrem teuer, alle Genbanken auf einen adäquaten Stand zu bringen. Nach unseren Kalkulationen würde das etwa 13 Milliarden Dollar kosten.
Ist Ihr Konzept denn günstiger?
Oh ja, wir schätzen, mit einem Bruchteil davon auszukommen, etwa 260 Millionen Dollar. Leider waren früher viele Sammlungen nicht bereit, Duplikate an existierende Genbanken abzugeben.
- Datum 28.05.2009 - 09:14 Uhr
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- Serie Umwelt
- Quelle DIE ZEIT, 28.02.2008 Nr. 10
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Ich finde es schade, wenn jemand wie Hans Schuh sich so veralbern lässt.
Er stellt die richtige Frage:
"Optimal ist Spitzbergen nicht. Samen müssen auf ihre Keimfähigkeit kontrolliert, ausgesät und nachgezogen werden. Das geht da nicht."
Ohne auf eine Antwort zu dringen. Weshalb wählt man Spitzbergen und diese Insel. Das Eis verhindert das dort Pflanzen wachsen. Die Insellage ermöglicht es auch ohne Eis, z.B. nach einem Klimawandel, die Gegend von anderen Pflanzen frei zu halten. Das nennt man eine biologisch neutrale Zone.
Die Gründer dieses Tresors haben einfach Angst. Sie haben Angst davor, das die gentechnisch veränderten Pflanzen, die sie freiließen, sich durch Auskreuzung so weit vermehrt haben, das sie sich nicht mehr einfangen lassen.
Ein wenig ausführlicher gibt es das ganze hier:
http://www.duckhome.de/tb...
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