DIE ZEIT: Herr Schmidt, sind Sie ein politischer Mensch?

Harald Schmidt: Ja. Ich dachte eine Zeit lang, ich wäre es nicht. Aber schon als Vater habe ich Interesse daran, dass es in Zukunft weitergeht. Wenn ich daran denke, dass ver.di streiken will und bei mir der Müll nicht abgeholt wird, muss ich sagen: Ich bin ein großer Freund von funktionierender Verwaltung. Sie ist die Grundvoraussetzung dafür, dass man sich nicht so schnell den Schädel einschlägt.

ZEIT: Als Nach-68er sind Sie in einer sehr politisierten Zeit aufgewachsen.

Schmidt: In Nürtingen kamen die 68er mit zehn Jahren Verspätung an. Zu der Zeit war ich Black-Panther-Anhänger und Kriegsdienstverweigerer. Man war irgendwie links, man schwamm mit, war gegen das Kapital, irgendwie für Nicaragua, aber eigentlich ohne Ahnung. Das war Folklore.

ZEIT: Wann wurde daraus politisches Interesse?

Schmidt: Im Grunde, seit wir die wunderbare Welt der Globalisierung haben. Der Ostblock ist befreit, und plötzlich sind sie da, fahren unsere Autos, kaufen unsere Kühlschränke. Die Frage ist: Wie sieht es für mich die nächsten Jährchen aus? Und für meine Kinder? Sollen sie Chinesisch lernen, damit sie fit sind, wenn sie in Shanghai kellnern?

ZEIT: Das ist eine Entwicklung, auf die viele damit reagieren, wieder linker zu sein. Sie nicht?

Schmidt: Ich war ja nie ein echter Linker. Meine Entwicklung ist unmittelbar an die von Rezzo Schlauch gekoppelt. Ich bin nicht so dick, aber es läuft nach demselben Muster: Erst stellt man fest, dass der erste linke Chef aus dem Ort plötzlich einen Mercedes hat. Dann hat der nächste Linke eine tolle Wohnung. Irgendwann sagt man: Ich war schon immer für Luxus für alle. Und dann geht es direkt in einen Salonkommunismus über. Bitter ist es für die Klassenkameraden, die die Verwandlung in Rezzo Schlauch nicht geschafft haben.

ZEIT: Haben Sie aus Ihrer frühen Phase noch politische Bücher im Kopf?

Schmidt: Ja, Wallraffs Ihr da oben, wir da unten wurde bibelartig wahrgenommen. Heute nicht mehr auszuhalten. Dann Soul on Ice von Eldridge Cleaver, es ging um die Black Panther. Davon habe ich eigentlich nichts begriffen, nur ein bisschen drin rumgeblättert. Das war es dann auch.

ZEIT: Kein Existenzialismus?

Schmidt: Ich hatte zwar einen schwarzen Rolli, klar, und rauchte auch mal eine Zeit lang Pfeife. Aber in der Schule fand ich Camus stinklangweilig, und das Allerlangweiligste war natürlich Sartre. So was von öde! Und gleichzeitig kompliziert. Vom Existenzialismus habe ich nur einen Satz begriffen, weil der Französischlehrer ihn mehrmals pro Schuljahr herausschrie: »La vie est absurde, mais il ne faut pas se résigner, il faut se révolter.«

ZEIT: Das Leben ist absurd, aber man darf nicht resignieren, man muss revoltieren.

Schmidt: Ein toller Satz. Man kann sich entscheiden, ob se révolter noch lohnt oder se résigner nicht das bessere Ticket ist. Ansonsten fuhr man nach dem Abi mit der Ente nach Frankreich, rauchte Gauloises, pennte am Strand, bis nachts die französische Polizei mit den deutschen Schäferhunden kam. Man war geprägt durch Filme von Chabrol oder Claude Sautet. Das Tolle ist: Wenn man heute in ein Pariser Bistro geht, glaubt man immer noch, Trintignant kommt gleich zur Tür herein.

ZEIT: Nur wird nicht mehr geraucht.

Schmidt: Ja, aber wer rauchen will, kann in die Pfalz. Man muss nur in eine Ein-Mann-Wirtschaft, und schon darf man rauchen, selbst wenn der Wirt selbst gar nicht raucht! Großartig. Ich finde, Kurt Beck sollte das sofort auf die Agenda nehmen: Raucher dieser Welt, kommt nach Rheinland-Pfalz, hier ist Lebensfreude pur!

ZEIT: Ist Deutschland Rheinland-Pfalz in groß?

Schmidt: Deutschland ist Gesamt-Rheinland-Pfalz. Ich finde, damit fahren wir nicht schlecht. Wie provinziell Deutschland ist, hat man gerade wieder bei der Berlinale gesehen: Jeder Hollywood-Star wird von Wowi persönlich abgeholt. Stellen Sie sich vor, in New York würde dauernd vermeldet, wer wieder die Stadt toll gefunden hat.

ZEIT: Ist das Land liberaler geworden oder linker?

Schmidt: Ich glaube schon, dass es insgesamt liberaler wird. Das hat Roland Koch in Hessen erlebt. Die »Ausländer raus!«-Nummer funktioniert nicht mehr. Gleichzeitig geht es in Richtung Fürsorge. Die SPD ist doch komplett von der Agenda 2010 abgerückt, oder? Jetzt gibt es mehr Kindergeld, Hartz IV wird verlängert. Ich habe kürzlich eine sensationelle Sendung im WDR gesehen: drei Hartz-IV-Empfänger, die mit ihrem Leben zufrieden sind. Die Reporter waren verzweifelt, die wollten hören: Ich will einen Job, lasst mich hier nicht so hängen. Aber die Leute saßen rauchend in einer schönen Wohnung und sagten: »Nee, danke, reicht!« Der zufriedene Hartz-IV-Empfänger – das ging wirklich schon ins Philosophische.

ZEIT: Glauben Sie, Politiker können ehrlich sein?

Schmidt: Nein.

ZEIT: Sie müssen falsche Versprechungen machen?

Schmidt: Ja, definitiv. Ein Politiker, der im Wahlkampf sagt: »Ihr müsst selbst gucken, wie ihr auf die Beine kommt, der Staat hilft nur im Extremfall«, braucht gar nicht anzutreten. Ich bin aber weder politikverdrossen, noch sage ich: Warum findet sich keine Elite mehr? Ich bin froh, dass es noch Leute gibt, die diesen Job machen. Ich finde es wahnsinnig anstrengend und nicht besonders gut bezahlt. Was ich häufig feststelle, wenn ich mit Politikern aus Berlin rede: Es weht einen so eine sanfte Demokratiemüdigkeit an.

ZEIT: Interessieren Sie sich mehr für Politiker oder für Politik?

Schmidt: Für Politiker! Was treibt jemanden in die Politik? Ich glaube, fast alle sind mal aus einer echten Überzeugung gestartet. Wenn Sie sich Roland Koch ansehen auf Bildern von vor 100 Jahren, muss man sagen: Was dieser Mann durchgemacht haben muss! Zu dieser Zeit war er ja schon Roland Koch, aber nicht einmal mit dem Teleskop kann man da einen Coolness-Faktor entdecken.

ZEIT: Glauben Sie, dass ein guter Politiker ein guter Schauspieler sein muss? Oder ist ein guter Politiker eben gerade kein guter Schauspieler?

Schmidt: Ich glaube, ein guter Politiker muss glaubhaft sein, dann kann er auch genial lügen. Lafontaine zum Beispiel ist für seine Klientel glaubhaft. Er muss glaubhaft »rüberkommen«, wie wir heute sagen.

ZEIT: Sind Sie mit Politikern befreundet?

Schmidt: Nein. Ich habe eh einen unglaublich kleinen Freundeskreis. Im Zweifel würden zwei Egomanen aufeinandertreffen. Mich würden nur Interna interessieren, die eingeleitet werden mit dem Satz: Das bleibt aber bitte hier am Tisch. Mich interessiert wirklich nur: Wie redet Merkel im kleinsten Kreis über die Partei?

ZEIT: Sie haben gesagt, es weht Sie aus der Politik heraus eine Demokratiemüdigkeit an. Können Sie das ein bisschen genauer beschreiben?

Schmidt: Man hat sich in vielen Sitzungen in Berlin zu etwas durchgerungen. Im Grunde könnte man zügig entscheiden, wenn man über die Parteigrenzen hinweg die Sache mit den Fachleuten abdealen könnte, aber jetzt muss ich raus und muss es meiner Basis erklären. Und das wird zäh.

ZEIT: Das ist der Basisekel?

Schmidt: Ja.

ZEIT: Ist der berechtigt?

Schmidt: Ja. Der ZEIT- Leser ist natürlich zu intelligent, um nach dem starken Mann zu rufen, aber auch er wünscht sich einen aufgeklärten Monarchen, mit anderen Worten: Helmut Schmidt. Der die Mühen der Ebene einfach wegraucht.

ZEIT: Sind Sie Wechselwähler oder Stammwähler?

Schmidt: Ich bin Wechselwähler. Ich wähle total emotional nach dem Kriterium: »Den auf gar keinen Fall!« Ein paarmal bin ich nicht hingegangen, weil ich es schick fand, zu sagen: Ich beteilige mich nicht mehr an dieser Volksverdummung. Aber wenn man weltweit guckt, was Leute auf sich nehmen, um Wahlen zu erreichen, inklusive Knast, Folter und Tod, dann finde ich, man ist in gewisser Weise zum Wählen verpflichtet.

ZEIT: Wählen aus Respekt vor der Demokratie.

Schmidt: Genau. Aber es ändert sich nichts. Was können Sie mit einer Wahl entscheiden? Helmut Schmidt wurde erst »der Helmut Schmidt«, als er vom Tagesgeschäft befreit war. Ähnlich wie Richard von Weizsäcker. Wenn Sie eine Partei bedienen müssen, was können Sie denn an großer Weichenstellung vornehmen? Was wurde alles für die Agenda 2010 in Kauf genommen, was hat man für Wahlen deswegen verloren? Jetzt: Rums, Schluss! Von Steinbrück habe ich in zwei Talkshows gehört: Sie können nicht an einem Konzept festhalten, wenn dabei die Partei vor die Hunde geht – nahezu wörtlich! Also läuft jetzt die Nummer: Geld! Kindergeld erhöhen, Hartz IV verlängern. Außerdem gibt es alle halbe Jahre Folklore à la Nokia.

ZEIT: Haben Sie ein Nokia-Handy?

Schmidt: Je eins von Nokia, Samsung, Motorola.

ZEIT: Schon eines weggeschmissen?

Schmidt: Nein. Das ist vollkommen lächerlich. Nokia verhält sich nach den Vorschriften einer börsennotierten Aktiengesellschaft und EU-konform. Die Leitartikel waren fast einstimmig: Ihr Lieben, wenn ihr heute noch darauf angewiesen seid, Nokia-Handys zusammenzuschrauben, dann habt ihr ein Problem. Vor 100 Jahren war es philosophisch eine Topvorstellung, dass die Polkappen wegschmelzen: Wir kommen endlich problemlos nach Amerika und Asien, Spätromantik, vom Eise befreit! Es ist immer nur eine Frage, wie man es interpretiert. Wenn der erste Laster mit deutschen Billighandys eisfrei durch die Beringstraße fährt, wird das auch anders gesehen.

ZEIT: Das meinen Sie nicht ernst!

Schmidt: Hundertprozentig!

ZEIT: Vorhin haben Sie gesagt, Sie sind politisch wegen der Kinder.

Schmidt: Meine Kinder brauchen keine Polkappen. Klimaveränderung gab es schon immer! Man kann als einigermaßen aufgeweckter Mensch doch nicht glauben, man hätte Einfluss darauf. Um mich mal bei einem Großteil der Leser ganz beliebt zu machen: Wenn Sie sich mit Umwelt beschäftigen, haben Sie wirklich zu viel Freizeit.

ZEIT: Sind Sie konservativ?

Schmidt: Ja. Mittlerweile gefalle ich mir auch in einer reaktionären Attitüde. Bei Nicolás Gómez Dávila habe ich gelesen: Terrorismus entsteht überall dort, wo den Unterdrückten keine Unterdrücker gegenüberstehen. Das ist ein toller Satz. Er drückt den Wunsch nach Kirche und, jenseits des Klerus, nach Aristokratie aus.

ZEIT: Basisekel, aber gleichzeitig Bekenntnis zur Demokratie, wie passt das zusammen?

Schmidt: Das können Sie zurückverfolgen bis zur Bibel. Man will, dass das Leben friedlich und zivil abläuft. Also muss man ein politisches System konstruieren, das nicht auf eine hohe moralische Einsicht setzt, sondern so gebaut ist, dass moralisch Gefährdete nicht umfallen können.

ZEIT: Wer ist für Sie ein überzeugender konservativer Politiker?

Schmidt: Peer Steinbrück! Die Unterscheidung in konservativ und nicht mache ich schon lange nicht mehr. Wenn ich gewählt werden müsste, würde ich nicht sagen, ich bin konservativ. Das wird übersetzt mit »altmodisch« und »kein Geld für die Armen geben«. Man erfindet deshalb Ausdrücke wie wertkonservativ. Was bei uns als bürgerlich gilt, ist in Wahrheit verkleinbürgerlichtes Proletariat. Ich zum Beispiel!

ZEIT: Das heißt, das Konservative gibt es eigentlich gar nicht, das ist mehr eine Attitüde?

Schmidt: Nach meiner Vorstellung führen Sie, wenn Sie konservativ sind, ein klassisches Familienleben und gehen sonntags in die Kirche.

ZEIT: Was Sie tun?

Schmidt: Was ich nicht tue! Ich habe es nur gern ruhig. Ich habe gern morgens Brötchen vom Bäcker und dass die Zeitung kommt. Ich halte es nicht für ein Zeichen von mediterraner Lebensfreude, wenn der Zug einfach nicht kommt. Allerdings ändert sich auch da etwas. Neulich war ich auf dem Frankfurter Flughafen, Stromausfall, es fuhr kein Zug mehr in Richtung Köln. Nur ein einzelner Irrer ging über den Bahnsteig und murmelte vor sich hin: Nie mehr Bahn, nie mehr Bahn! Der hat nicht kapiert, dass Bahn-Bashing in der ICE-Liga vorbei ist. Man sagt in sein Telefongeschwür am Ohr statt »Ich bin in 15 Minuten da« einfach »Ich komme 40 Minuten später«. Das ist der neue Coolness-Trend. Die Zauberworte sind: entschleunigt, entspannt und gelassen.

ZEIT: Wenn Deutschland Rheinland-Pfalz ist, dann kann Kurt Beck auch Kanzler werden, oder?

Schmidt: Ich glaube, dass Kurt Beck viele durchschnittliche deutsche Werte und Eigenschaften besitzt. Dialekt ist überhaupt kein Hindernis. Ich habe mal gelesen, 30 Prozent der Leute wählen sowieso etwas anderes, als sie glauben, weil sie das Wahlsystem nicht kapieren. Kurt Beck würde innerhalb von 14 Tagen in das Amt hineinwachsen. Er ist ein erfahrener Politiker, der Seilschaften hat und die Mechanismen kennt, der in Rheinland-Pfalz gut trainiert hat. Ich selbst hätte mit einem Kanzler Beck keine Probleme. Ich glaube wirklich, dass kein Komplettausfall in den Job kommt. Dazu sind zu viele Sicherungen vorab eingebaut.

ZEIT: Welche politischen Ereignisse haben Sie eigentlich richtig erschüttert?

Schmidt: Da wüsste ich nichts. Was mich völlig überrascht hat, war der 11. September, aber nur weil es eine völlig neue Form war.

ZEIT: Der 9. November 1989?

Schmidt: Nein. Ich saß beim Frühstück in Düsseldorf, als ein Redakteur aus Berlin anrief und schrie: Du, die haben heute Nacht die Mauer aufgemacht! Als ich gesehen habe, wie man jubelnd von oben auf die Trabbis geschlagen und sich umarmt hat, wusste ich, diese Freude dauert nicht lange. Aber natürlich finde ich toll, wie das gelaufen ist, ohne einen Schuss, ohne einen Toten. Was mich betrifft, zahle ich auch das Geld gerne, das dafür rübergepumpt wird. Auch das trägt zu Stabilität bei.

ZEIT: Aber Sie haben an dem Tag keine Freude empfunden?

Schmidt: Nein. Wie alt war ich denn 1989? 32, na immerhin! Aber da war ich so mit meiner Karriereplanung beschäftigt, im Zweifelsfalle habe ich gedacht: Welcher Ossi nimmt mir den Job weg?

ZEIT: Sie haben sich als großer Merkel-Fan geoutet. Mögen Sie Frau Merkel eigentlich als Figur, oder halten Sie sie für eine gute Kanzlerin?

Schmidt: Sie ist mit Sicherheit eine gute Politikerin. Man glaubt ja landläufig, ein guter Politiker müsse im roten Pulli herumrennen und schreien. Die Zeit ist natürlich vorbei. Vielleicht braucht man das noch für die Basis. Ich finde das andere aber besser – ob man es »geräuschlos« nennt oder »aussitzen« oder »abwarten«. Wozu muss man andauernd agieren und Entscheidungen treffen? Eine Zeit lang hielt ich Politiker für Schwätzer, aber das ist Quatsch. Dass es jetzt schon 60 Jahre lang keinen Krieg mehr gegeben hat, verdanken wir langen Verhandlungen, Kompromissen und Pressekonferenzen um vier Uhr morgens.

ZEIT: Wenn Sie zwischen Merkel und Sarkozy wählen könnten, würden Sie Merkel wählen?

Schmidt: Ja. Was aber daran liegt, dass ich keine kleinen Männer mag, um mal sachlich zu bleiben.

ZEIT: Berlusconi finden Sie also gut?

Schmidt: Ich finde Italien toll, und ich finde es fantastisch, dass man sich im italienischen Parlament prügelt und dass sofort Schampus aufgemacht wird. Die können anstellen, was sie wollen, das ist wurscht. Die Gewalt in Fußballstadien blende ich natürlich aus. Was Berlusconi angeht, will ich mich nicht äußern. Wer weiß, vielleicht muss ich eines Tages noch für ihn arbeiten, weil er meinen Sender kauft. Sarkozy ist andererseits auch toll, wegen der Carla-Bruni-Nummer. Wie seinerzeit Scharping mit der Gräfin Pilati im Pool.

ZEIT: Sie finden es also schade, dass unsere Politiker so brav sind?

Schmidt: Ja. Man brauchte einen Anti-Seehofer: Die Frau zu Hause im Wahlkreis, und die Affäre zieht die Kinder alleine groß, das ist nichts. Ich finde, man muss es krachen lassen. Ich will Sexskandale in der Regierung. Und dann sehe ich unseren Wulff beim Paarinterview, und sein Büroleiter hält den Zettel dazwischen, damit sie nicht voneinander abschreiben. Das ist wirklich nicht konservativ! Nein, ich will SMS wie: »Wenn Du zurückkommst, sage ich die Hochzeit ab«, aber doch nicht Verständnis und »Wir haben daran gearbeitet«. Dann lieber ein Papst mit 14 Kindern wie in der Renaissance! Nur so entsteht Kultur!

Das Gespräch führten Tina Hildebrandt und Bernd Ulrich