Kokain für die Welt

Kolumbien ist das viertgrößte Land des südamerikanischen Kontinents und mit einer Fläche von mehr als einer Million Quadratkilometern etwa dreimal so groß wie die Bundesrepublik Deutschland. Die größten Städte sind Santa Fe de Bogotá (6,8 Millionen Einwohner), Medelløn (2,2 Millionen) und Cali (2 Millionen). Bis zur Wiederwahl des parteiunabhängigen, konservativen Präsidenten lvaro Uribe im Jahr 2006 sah die Verfassung der Republik für Staatsoberhäupter nur eine einzige Amtszeit von vier Jahren vor.

Kolumbien gilt als weltweit größter Kokainproduzent und deckt rund 70 Prozent der internationalen Nachfrage. Der Kokainboom begann Anfang der achtziger Jahre. Drogenbosse wie Pablo Escobar, Chef des berüchtigten Medelløn-Kartells, versuchten zunächst durch politische Einflussnahme, ihre Auslieferung an die Vereinigten Staaten zu verhindern. Später gingen sie zu Attentaten und willkürlichen Terroranschlägen über. Allein in der zweiten Jahreshälfte 1989 explodierten 263 Bomben. Nach Escobars Tod 1993 übernahmen neue Kartelle das Drogengeschäft.

In ihren Einflussgebieten erhebt die Farc-Guerilla eine Steuer auf die Produktion von Kokablättern und -paste, in der auch Abgaben für den Schutz von Drogenlaboren und Landepisten beinhaltet sind.

Die jährlichen Einnahmen der Farc aus dem Drogenhandel werden auf rund 204 Millionen Dollar geschätzt etwa ein Prozent der Gesamteinnahmen für kolumbianisches Kokain im In- und Ausland. Weitere Finanzierungsquellen der Farc sind Erpressungen (96 Millionen Dollar) und Entführungen (32 Millionen Dollar).

Im Rahmen des »Plan Colombia« haben die USA seit dem Jahr 2000 ingesamt circa 4,7 Milliarden Dollar in die Bekämpfung des Drogenhandels und -anbaus investiert, einen Großteil davon in polizeiliche und militärische Maßnahmen gegen die Guerilla.

3,4 Millionen Menschen leben aufgrund des Bürgerkriegs als Flüchtlinge im eigenen Land, 500000 sind nach Ecuador und Venezuela geflohen. Jahr für Jahr sterben in Kolumbien etwa 20000 Menschen eines gewaltsamen Todes.

 
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