Bergbau Je eher Schluss ist, desto besser!

Es brauchte ein Erdbeben um den Bergbau im Saarland zu beenden. Das wäre schon früher nötig gewesen - nicht nur an der Saar. Ein Kommentar

Vor gut einem Jahr demonstrierten in Düsseldorf Tausende Menschen gegen einen allzu schnellen Ausstieg aus dem Bergbau. Sie fürchteten um ihre Jobs. Jetzt gehen wieder Tausende auf die Straße, diesmal im Revier an der Saar. Ihnen kann der Abschied nicht rasch genug gehen.

Die Bürger bangen um ihre Sicherheit. Ständig erschüttern Erdbeben die Region, der Bergbau lässt Mauern zittern, am Samstag fielen die ersten Steine. Die Politik verfügte einen Abbaustopp – und zwar sofort und nicht erst 2018, wie im vergangenen Jahr beschlossen. Erstmals waren sich die beiden großen Parteien spontan einig. Das ist neu.

Schade, dass es erst ein Erdbeben braucht, bis Vernunft einkehrt. Nötig wäre sie früher schon gewesen und nicht nur an der Saar. Seit Jahren ist klar, dass die deutsche Kohle kostenmäßig nicht mithalten kann. Seit Jahren ist klar, dass der Abbau Gefahren birgt, und trotzdem grub man weiter, selbst unterm Rhein und unter seinen Deichen!

Statt Verantwortung zu übernehmen, machte sich die SPD bei den Kumpels lieb Kind. Und NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers von der CDU pokerte um Bundessubventionen. So verschob sich Monat um Monat der Ausstiegsbeschluss – und mit ihm jener Börsengang, der das Geld für die künftige Sicherung der Gruben bringen soll. Die Immobilien-, Chemie- und Stromaktivitäten der alten Ruhrkohle AG sind heute am Markt ein Drittel weniger wert als noch vor einem Jahr. Das Börsenklima hat sich seither eingetrübt, die Aktien der neuen Evonik AG wären schwer verkäuflich. Selbst wenn sich ein privater Investor fände, würde er nicht viel zahlen. Das Loch wird einst der Steuerzahler füllen müssen. Das gibt dann ein bundesweites Beben.

 
Leser-Kommentare
    • Anonym
    • 27.02.2008 um 19:39 Uhr

    "je früher schluß ist desto besser" oder so ihr tenor. wahrscheinlich haben sie sogar recht, dass der kohlebergbau kostenmäßig nicht mithalten kann. sie sind ja schließlich volkswirtin.hätten sie was geschrieben, wo die bergleute arbeiten sollen, arbeit finden, das wäre was gewesen. das hätte hand und fuß. so schreiben sie mit "volkswirtschaftshintergrund" flammende zeilen  üfr das ende der kohle. und für das ende tausender selbstbestimmter leben. ihre volkswirtschaftliche bilanz mag stimmen, hartz4 billiger als kohleförderung.und die menschen? ich erwarte ihre gegenrede.

  1. Sehr geehrte Frau Hoffritz.Mir stellt sich doch die Frage, wie die aktuellen Kohlepreise auf dem Weltmarkt, verbunden mit der Tatsache, dass 2/3 der Energieproduktion des Saarlandes von heimischer Steinkohle herstammen mit ihrer Argumentation zusammenpassen?Abbaustopp und Umstieg auf andere Energien? Natürlich, aus Umwelt- und Ressourcentechnischen Gründen auf lange Sicht ein Muss.Aber das Saarland (und der Bund) stehen noch am Anfang dieses Umstiegprozesses, da es leider in der Vergangenheit von der Politik versäumt wurde sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

  2. 3. AKW

    Warum bauen die da nicht ein paar AKW. Schafft Arbeitsplaetze im Objektschutz und im Transport sowie andere hochqualifizierte Arbeitsplaetze. Ist auch noch CO2 neutral und Frankreich ist auch nicht weit. 1kg Natururan ersetzt 18900 Kg Steinkohle. Das ist fazinierend.Hannes

    • CGB
    • 28.02.2008 um 16:00 Uhr

    ... und nach uns die Sintflut.Ich kann es kaum fassen, dass Sie als Säugetier auf dem Planeten Erde sich, Ihre Nachkommen und Ihre Nahrungsgrundlagen mit unkontrollierbarer radioaktiver Strahlung unreparierbar gefährden (es kann nie einen 100 prozentigen Objektschutz geben) und als Steuerzahler den Bau und die Endlagerung auch noch bezahlen wollen.Im übrigen sollten sie sich mal genauestens über die Vorräte von förderbarem Uranerz erkundigen und diese Kilo durch die schon vorhandenen AKW´s und ihre Laufzeit teilen. Zurzeit "verfeuern" die Amerikaner Atomsprengköpfe in ihren viel zu vielen AKW´s und die sind irgendwann auch mal aufgebraucht....

  3. ...ich bin darin ausgebildet. Hier zu den Vorraeten: http://web.mit.edu/nuclea...http://www.kernenergie.ne...http://www.kernenergie.ne...http://www.klimaschuetzer...Ausserdem ist Uran auch im Meerwasser enthalten und neue Reaktortypen werden Uran auch 100 mal besser ausnutzen. (Schnelle Reaktoren).Es ist genug vorhanden, um damit die naechsten 200 Jahre ueber die Runden zu kommen. In Deutschland ist es ein reines politisches Problem in Frankreich z.B. nicht auch nicht in England. Durch gezielte Desinformation soll die Bevoelkerung im Glauben gewogen werden, dass es nicht lohnt solche "Dinger" zu bauen, obwohl alle Welt es tut. Der beste Weg ist natuerlich en energiebewusst zu leben. Das eine schliesst das andere aber nicht aus.Hannes

    • CGB
    • 04.03.2008 um 18:49 Uhr

    Wir brauchen keine gefährlichen Kraftwerke,wir brauchen auch keine althergebrachte, aufgebesserte Kraftwerkstechnologie mit 70 prozentigen Netzverlusten - die Sonne schickt täglich 15.000 mal mehr Energie auf den Planeten Erde als unserem Gesamtbedarf entspricht - [...]mit sonnigen GrüßenCGB [Der Link wurde gelöscht. Werbung ist hier nicht erwünscht. /Die Redaktion pt.]

    • Anonym
    • 12.03.2008 um 14:32 Uhr

    Die Kriege auch.Woanders auf der Welt gibt es nun Kohle und Stahl.Woanders gibt es aber auch die Kriege.isaac ben laurence weismann

    • Anonym
    • 12.03.2008 um 14:33 Uhr

    ... wir sind dabei.isaac ben laurence weismann

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