Kraft, Traum, Witz und Spuk

Das Werk M. C. Eschers, fast schon zu Tode reproduziert, kennt die Welt, sein Lehrer Samuel Jessurun de Mesquita hingegen ist weitgehend vergessen. Dabei hat der Meister des geometrischen Surrealismus immer wieder auf ihn hingewiesen.

De Mesquita, 1868 als Kind sefardischer Eltern in Amsterdam geboren und 1944 von den Deutschen in Auschwitz ermordet, war ein bekannter Grafiker, viele Jahre lehrte er an Amsterdams Kunstgewerbeschule. Sein Werk ist von einer seltsam nächtlichen Kraft, voll grotesker Volten und Traumgesichte magisch expressionistisch, aber nicht ohne Witz und spukhafte Ironie. » Vater« heißt der Holzschnitt aus dem Jahre 1938, winzig hell leuchtet die schützende Hand des Kindes.

Zu sehen sind de Mesquitas faszinierende Zeichnungen, Holzschnitte und Lithografien, die bereits in Reutlingens Spendhaus gezeigt wurden, noch bis zum 4. Mai im Koekkoek-Haus in Kleve. Dazu ist eine fabelhafte kleine Monografie erschienen (95 S., 12,- Euro), erhältlich über das Klever Museum Kurhaus, Telefon 02821/75010, oder über den Buchhandel (ISBN 3-933820-93-6)

 
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