Spielen Schach
Der Ägypter Ahmed Adly gehörte nicht zum Kreis der Favoriten bei der Juniorenweltmeisterschaft in Jerewan, denn nie zuvor hatte ein afrikanischer oder arabischer Spieler in der Welt des Schachs eine herausragende Rolle gespielt. Doch der immer gut aufgelegte Sunnyboy, dem Freundschaften wichtiger sind als nur der Erfolg, setzte sich mit einer Kompromisslosigkeit sondergleichen ans Brett: Drei Niederlagen und nur einem Remis standen am Ende zehn Siege gegenüber.
Ahmed hatte schon als Sechsjähriger Schach erlernt, indem er seinem Vater beim Spielen zugeschaut hatte. Und er »erpresste« ihn: Er werde seine Hausaufgaben nur machen, wenn der Vater mit ihm Schach spiele. Das Fechten, bei dem man ihm eine glänzende Zukunft prophezeite, gab er zugunsten des Schachs auf, und schon mit 16 Jahren war er Großmeister.
Im Jahr 2004 hing Ahmeds Leben am seidenen Faden: Bei den African Games in Nigeria hatte er sich ebenso wie zwei seiner Mannschafts- kameraden eine schwere Malaria zugezogen. Doch während die Kameraden in Ägypten auf-grund falscher Diagnose starben, wurde er gerettet: Er war unmittelbar zur Jugend-WM nach Thessaloniki gereist, wo man die Krankheit erkannte. Er magerte auf 32 Kilogramm (!) ab und litt zwei Jahre lang an den Folgen der Krankheit. Aber in Jerewan kombinierte er wieder wie sein Vorbild Mihail Tal. Wie setzte er als Weißer den an Atemnot leidenden König des Tschechen Viktor Laznicka in zwei Zügen zugleich schön und gewaltsam matt?
Helmut Pfleger
Lösung aus Nr. 09:
Wie setzt Weiß in einem Zug matt? Mit dem Läuferausfall
1.La5!.
Zum einen werden dem schwarzen König durch die Demaskierung des Turms d1 die Fluchtfelder auf der d-Linie genommen, zum anderen kann der mattgebende Läufer nicht vom gefesselten Turm c5 geschlagen werden.
- Datum 26.02.2008 - 04:47 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 28.02.2008 Nr. 10
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