Dass Deos Brustkrebs auslösen sollen, wird seit einigen Jahren behauptet. Vor allem in E-Mails, die per Schneeballsystem kursieren. Genauer gesagt, geht es nicht um die desodorierende, sondern um die schweißstoppende Wirkung der Achselhöhlenroller. Für die sorgt in den meisten Produkten tatsächlich eine Aluminiumverbindung.

In den Massenmails, deren Urheber unbekannt sind, wird zum Beispiel behauptet, dass durch die »Verstopfung« der Schweißdrüsen der Körper daran gehindert werde, Giftstoffe auszuschwemmen, die sich dann ablagerten und zu Krebs führten. Das ist aber gleich doppelt unsinnig: Erstens wird das Schwitzen ja nicht komplett verhindert, und zweitens entsorgt der Körper Giftstoffe nicht über den Schweiß, sondern über Leber und Nieren.

Mehrere Studien haben einen möglichen statistischen Zusammenhang zwischen dem Gebrauch von Deos und Brustkrebs untersucht. Fast alle waren negativ – außer einer Untersuchung, die 2003 im European Journal of Cancer erschien und zu dem Ergebnis kam: Je mehr Deo die Frauen benutzten, desto früher erkrankten sie an Krebs. Die Studie wurde jedoch methodisch kritisiert, vor allem weil keine Kontrollgruppe von gesunden Frauen einbezogen wurde.

Medizinische Organisationen wie das amerikanische National Cancer Institute stellen fest, dass es keinen Grund zur Panik gebe. Insbesondere gibt es bis heute keine plausible Erklärung, wie denn die Aluminiumverbindungen in den Deos Brustkrebs erzeugen könnten. Christoph Drösser

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