MACHER & MÄRKTE VW: Neue Seilschaft
VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh kämpft entschieden um den Einfluss der Arbeitnehmer im Konzern. Der soll auch unter dem neuen Großaktionär Porsche kein bisschen schwinden, wie er vergangenen Dienstag auf einer Betriebsversammlung deutlich machte. Das Vehikel dazu soll die von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) vorbereitete Neufassung des »VW-Gesetzes« von 1960 werden, das vom Europäischen Gerichtshof gekippt worden war. » Wer sich gegen ein neues VW-Gesetz stellt, der stellt sich gegen diese Belegschaft«, wetterte Osterloh mit Blick auf Porsche-Chef Wendelin Wiedeking. Der ist strikt dagegen. Würde doch das geplante Gesetz den Betriebsräten über die paritätische Mitbestimmung hinaus und auch dem Aktionär Niedersachsen de facto ein Vetorecht bei wichtigen Entscheidungen in Wolfsburg einräumen.
Unterstützung für Wiedekings Position kommt derweil von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) und von BDI-Präsident Jürgen Thumann. Auf der anderen Seite assistierte Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) dem VW-Betriebsrat per Grußwort: »Kein Aktionär sollte so mächtig sein, dass er dieses Unternehmen allein führen kann.« So gestärkt, tönte Osterloh, der Porsche-Einstieg werde langsam, aber sicher »zu einer feindlichen Übernahme«. Die Stuttgarter halten sich derweil zurück. » Auf dieses Niveau lassen wir uns nicht herab«, heißt es dort lapidar.
- Datum 28.02.2008 - 13:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT Nr.10 vom 28.02.2008, S.30
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