Psychologie Alte an die Arbeit
Die Entwicklungspsychologin Ursula Staudinger will die Arbeitswelt revolutionieren. Unternehmen sollten den Älteren mehr und attraktivere Stellen anbieten
Der winterliche Campus der Jacobs University Bremen ist verlassen. Die Semesterferien haben die Parks menschenleer gefegt, die Gebäude sind wie ausgestorben. Schwer vorstellbar, dass an diesem stillen Ort Revolutionäres gedacht wird. Und doch hegt Ursula Staudinger umstürzlerische Gedanken. Die Leiterin des Center for Lifelong Learning and Institutional Development ist fest entschlossen, »die Unternehmer davon zu überzeugen, dass sie ihre Personalentwicklung revolutionieren müssen«.
Der Aufruf zum Umbruch kommt von einer Frau, die nicht gerade Revoluzzertum ausstrahlt. Alterslos-jung wirkt Staudinger mit ihren 49 Jahren, sie trägt Business-Outfit und spricht in druckreifen Sätzen (»neulich, als ich die Ehre hatte, auf einer Veranstaltung des Bundespräsidenten vortragen zu dürfen«). Die konventionelle Anmutung beschwört unwillkürlich den Vergleich mit ihrem akademischen Lehrer herauf, dem 2006 verstorbenen Nestor der deutschen Altersforschung, Paul Baltes. Der nahm nie ein Blatt vor den Mund und reichte Besuchern in seiner Wohnung über den Dächern Berlins schon bei der Begrüßung Champagner. Im karg möblierten Amtszimmer seiner Schülerin muss ein Fläschchen Selters reichen. Doch die Botschaft der beiden ist dieselbe: Die Zukunft unserer Gesellschaft liegt im Alter.
Denn im Jahr 2050 werden fast 40 Prozent der Bevölkerung über 60 Jahre alt sein, derzeit sind es 20 Prozent. Wenn der Geburtenrückgang die Zahl der Nachwuchskräfte weiter schrumpfen lässt und gleichzeitig das Potenzial der Älteren weiter ungenutzt bleibt, werden in Deutschland bald die Lichter ausgehen. Schon jetzt liegt die Beschäftigungsquote der 55- bis 64-Jährigen hierzulande nur bei 39 Prozent, Tendenz fallend. In Ländern wie Schweden, Dänemark oder der Schweiz sind es zwischen 60 und 70 Prozent.
Da reiche es nicht, einfach das Rentenalter heraufzusetzen, meint Staudinger. Statt das Rentenalter nach hinten zu verschieben, sagt die Altersforscherin, »sollte es viele Formen der bezahlten Arbeit geben, deren Ausübung nicht bestraft, sondern steuerlich attraktiv gestaltet wird«.
Zum Alter kam Staudinger über die Weisheit. Vor gut zwanzig Jahren brachte sie dieses Thema mit ihrem Mentor Paul Baltes zusammen. Als frisch diplomierte Psychologin interessierte sich die damals 26-jährige Staudinger weniger für den heilenden, »klempnerischen« Aspekt ihrer Profession als für die verschiedenen Lebenswege der Menschen, »den Verlauf von Lebensläufen«. Nach ihrem Studium an der Universität Erlangen und der Clark University in Massachusetts, in dem sie sich auf die Lebensspannen-Forschung konzentriert hatte, waren noch viele Fragen offen: Wie kommen Lebensentscheidungen zustande, und wie sammeln sich Erfahrungen an? Was bedeutet die Sammlung von Erfahrungsschätzen, entsteht da so etwas wie Weisheit? Ihre Vermutung: Der Erfahrungsreichtum der Einzelnen stellt einen Wert dar, von dem die ganze Gesellschaft profitieren kann. »Man kann das doch nicht alles sterben lassen, ohne es zu nutzen.«
Sie selbst habe nie einen Lebensplan gehabt, sagt die Altersforscherin: »Die Dinge haben sich immer einfach entwickelt.« An bestimmten Punkten sei ganz von allein der Wunsch entstanden, etwas Neues zu beginnen. So kam sie ans Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung. Hier arbeiteten Baltes und seine Kollegen im Rahmen ihrer Alters- und Lebensspannen-Forschung daran, auch das Phänomen Weisheit wissenschaftlich fassbar und messbar zu machen. Weisheit, das sind laut Grimmschem Wörterbuch »Einsichten in und Wissen über sich selbst und die Welt und reifes Urteil in schwierigen Lebensfragen«. Staudinger war beteiligt, als das »Weisheits-Paradigma« entstand – ein empirisches Verfahren, mit dem man untersuchen kann, ob und wie sich Weisheit bei verschiedenen Menschen entwickelt. Fünf ineinandergreifende Faktoren gehören dazu: soziale Kompetenz, Offenheit, intensive Lern- und Übungserfahrungen, Bildung und das Talent zum Mentor. Im Weisheitsexamen schnitten Alte tatsächlich besser ab als Jüngere.
Irgendwann ist allerdings Schluss mit dem Erwerb von Weisheit. Staudinger gehörte auch zu dem Team, das mit Paul Baltes eine weni-ger erfreuliche Entdeckung machte: das vierte Lebensalter. Bis dahin war man davon ausgegangen, der medizinische und wirtschaftliche Fortschritt werde allen einen langen, sonnigen Lebensabend bescheren. Niemand hatte so richtig zur Kenntnis genommen, dass dem goldenen Herbst ein dunkler Winter folgen könnte; er beginnt etwa in der Mitte des neunten Lebensjahrzehnts und wird vom Gespenst der geistigen Umnachtung überschattet.
Die groß angelegte Berliner Altersstudie ergab, dass 10 bis 15 Prozent der 80-Jährigen an Demenz erkranken. Von 90 an erlahmt bei jedem zweiten Greis der Geist. »Diese ganz klare Markierung zwischen dem dritten und dem vierten Alter war uns allen nicht bewusst«, erinnert sich Staudinger. Die Prognose machte sogar denen Angst, die sie erstellt hatten; Baltes empfahl damals nicht nur ironisch, »gar nicht erst in die Jahre des vierten Alters hineinzuleben«.
Seither geht die Altersangst um. Vor allem die Generationen der 40-, 50- und 60-Jährigen seien häufig tief verunsichert, sagt Staudinger. Nach langer Adoleszenz endlich angekommen im mühsam erlernten Beruf, müssten sie nun erleben, wie sich einerseits ihr berufliches Umfeld ständig wandele und andererseits die Pensionierung in immer größere Fernen rücke – mit der Aussicht auf einen Lebensabend in Altersarmut und Demenz. »Das ist, als ob während des Wettlaufs das Ziel immer weiter nach hinten verschoben wird«, sagt sie. »Die haben doch ein Recht darauf zu sagen: Ich will nicht mehr!«
Auch sie selbst und ihr Mann denken »jetzt schon sehr konzentriert über das Alter« nach und darüber, »wie wir das arrangieren«. Denn anders als ihre Eltern könne sie nicht davon ausgehen, »dass da jemand ist, der hilft und sich kümmert«. Eigene Kinder hat sie nicht. Das hat ihr wechselvolles Leben nicht zugelassen. Dafür machte sie in der Altersforschung eine steile Karriere: Vom Max-Planck-Institut in Berlin wechselte sie als Professorin für Entwicklungspsychologie an die TU Dresden, dann wurde sie Dekanin und Vizepräsidentin der Jacobs University. Sie ist Vizepräsidentin der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina und der Deutschen Gesellschaft für Psychologie.
Die Berliner Altersstudie, die Mitte der neunziger Jahre veröffentlicht wurde, war so etwas wie die Initialzündung ihrer Laufbahn. Sie habe wie der Pisa-Schock auf das öffentliche Bewusstsein gewirkt und die Forschung befördert, sagt Staudinger. »Das Altersbild beginnt sich zu wandeln; in der Werbung, in den Medien kann man das sehen.« Aber reicht der Schub, um die nötigen gesellschaftlichen Veränderungen auszulösen?
In den letzten hundert Jahren hat sich unsere Lebensdauer um rund 30 Jahre verlängert, ein Zeitraum, der bislang so gut wie ungenutzt bleibt. Dringend müsse Ausgleich geschaffen werden zwischen der wachsenden Doppel- und Dreifachbelastung durch Arbeit, Familie und Bildung in den mittleren Lebensjahren und der Unterforderung in den späteren Jahren, die meist im gesellschaftlichen Abseits verbracht werden, fordert die Entwicklungspsychologin.
Das aber wird nicht gelingen ohne den Abschied von der klassischen Abfolge der Lebensphasen. Erst lernen, dann arbeiten, dann ruhen – dieses Modell ist nicht mehr zukunftsfähig. Gelernt werden muss künftig immer, und gearbeitet werden muss immer länger. Die kommende Generation werde ein heterogeneres, breiteres Arbeitsbild haben, sagt Staudinger. »Meine Hoffnung ist, dass auch die Älteren Arbeit wieder als etwas Sinnstiftendes erleben können.«
Diese Hoffnung gründet sie auf die zunehmende Bereitschaft der Unternehmen, sich auf ältere Arbeitnehmer einzustellen und sich dabei von der Wissenschaft helfen zu lassen – und auf ihre eigenen Forschungsergebnisse: Bestimmte Kernkompetenzen stellten sich mit dem Alter ganz von selbst ein. »Allein dadurch, dass wir älter werden, sind wir besser in der Lage, unser Wohlergehen sicherzustellen. Wir werden sozialkompetenter, zuverlässiger, emotional stabiler, widerstandsfähiger – alles ganz automatisch«, sagt die Entwicklungspsychologin.
Inzwischen unterscheidet sie zwei positive Lebensverläufe: den Weg der Weisheit und den Weg des Wohlergehens. Die meisten begeben sich auf Letzteren – schon deshalb, weil das Altern ihn von selbst bahnt. Den Weg der Weisheit aber gehe nur eine Minderheit, denn »er ist steinig«. Wer ihn beschreite, müsse Dinge infrage stellen, unbequem sein, die gegebenen Umstände verändern und verbessern wollen.
Die größten Hoffnungsträger für eine »Kultur des Alterns«, wie Baltes sie gefordert hat, sind für Ursula Staudinger ausgerechnet die 68er, die derzeit das Stadium der »Weisheitsfähigkeit« erreichten: »Die sind totale Trendsetter, was das Altern angeht. Sie werden ihr Altwerden sehr viel mutiger gestalten als frühere Generationen.«
Projektionsfiguren wie die Rolling Stones gehörten dazu. »Die altern, indem sie weitermachen mit dem, was sie gut können.« Oder die Gegenfigur Joschka Fischer, der nach Aufstieg und Fall der Welt signalisierte: Das war’s, nun kommt eine ganz neue Phase. Oder der ehemalige Bremer Bürgermeister Henning Scherf, der mit seiner Alten-WG eine neue Lebensform probt – auch im Blick auf das vierte Lebensalter. »Die werden stilbildend sein, ich bin da ganz gespannt«, sagt Staudinger.
Zusammen mit ihrem Mann macht sie sich derzeit »konzentrierte Gedanken« über eine Wohnform für das Alter – eine WG könne das sein, Modell Scherf. »Aber ob ich auch selbst umsetzen kann, was ich immer predige? Unser Gespräch läuft noch.«
- Datum 11.03.2008 - 04:21 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 06.03.2008 Nr. 11
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Ich schreibe diesen Kommentar hauptsächlich, weil mich die unsaubere Arbeitsweise von Frau Etzold ärgert.
Sie behauptet, die Beschäftigungsquote Älterer in Deutschland liege bei 39 %. Tatsächlich lag sie nach Berechnungen von Eurostat im 3 Quartal 2007 bei fast 52 %.
Frau Etzold spricht von Tendenz fallend. Tatsächlich steigt die Quote seit einigen Jahren.
Wie heisst die erste Regel von guten Journalismus: Get the facts right!
Natürlich könnte man diskutieren, ob diese Entwicklung auf einer höheren Werttschätzung für ältere Arbeitnehmer beruht oder nur die Folge ökonomischer Zwänge ist (Erhöhung des Rentenalters für Arbeitnehmer, Faychkräftemangel für Arbeitgeber).
Aber dafür müsste man ja erstmal die Fakten richtig darstellen.
unternehmer stellen leute ein, die ihnen nützlich sind. nicht mehr und nicht weniger. und genau an der nützlichkeit klemmt es erfahrungsgemäß bei vielen älteren ("email? nein, das will ich nicht" oder auch "ständig bücher kaufen um neue technologien zu erlernen? dafür bin ich zu alt"). dazu kommt oft eine sehr problematische persönlichkeits-unflexibilität die jegliche echte teamarbeit zunichte macht ("ich bin nun mal so, damit müsst ihr zurecht kommen").ständige lernbereitschaft ist was heutzutage gebraucht wird. mit steifer "erfahrung" ("das haben wir immer so gemacht", "das macht man so") ist man heute nun mal wert- und nutzlos.es gibt auch durchaus positive beispiele, diese liegen jedoch meiner erfahrung nach im promillebereich.es handelt sich hier um meine ganz persönlichen erfahrungen mit dem thema, ich erhebe hier keinen anspruch auf allgemeingültigkeit und möchte auf keinen fall beleidigen. ältere blind vorziehen - des alters wegen - ist höchst idiotisch und gott sei dank fern ab der realität. wenn, dann sollte es populistisch gesehen genau andersherum sein: jüngere sollten grundsätzlich bevorzugt werden. aus ganz simplen gründen:es sind die jüngeren, die:- die renten bzw das gesamte sozialgefüge substanziell finanzieren.- die für nachwuchs sorgen und diesen natürlich auch finanzieren müssen.- die natürlich auch ihr eigenes leben und ihre eigene altersvorsorge organisieren müssen.- die neue ideen in politik und wirtschaft einbringen und quasi die gesamte konjunktur (die ja auf stetiges wachstum und innovation angewiesen ist) am laufen halten.
.danke dass Sie die Wahrheit in die Diskussion eingeführt haben. Irrtümer können schon mal passieren. Aber bei der Autorin kann von einem Irrtum keine Rede sein. Sie ist einfach (gekürzt, bitte unterlassen Sie Beleidigungen. Die Redaktion/jk) den Unterschied zu erkennen. Denn könnte sie es - hätte sie den Fehler schon korrigiert. Intellektuel liegt sie auf einem Niveau von Ursula Staudinger.
mir scheint, dass Sie die Diskriminierungsorgie der ZEIT nicht mitgekriegt haben. Sonst würden Sie nicht leichtfertig behaupten, die Firmen stellten Leute ein die denen nützlich sind. Dann wüssten Sie nämlich, dass ein Nützlichkeitskriterium in den Firmen überhaupt nicht existiert und dass Firmen nur deshalb existieren, um Frauen zu diskriminieren.
Na super: Nicht, dass wir in Deutschland nicht schon so ein winziges Problem mit der Arbeitslosigkeit von Jugendlichen hätten, wenn man aber dafür Sorge tragen möchte, dass die älteren Arbeitnehmer (sagen wir mal 55 plus) tatsächlich länger (also bis mindestens zum Rentenalter) in Stellung bleiben, sie schön regelmäßig zu Weiterbildungen schickt (Lifelong Learning also lebenslanges Lernen halt), wird folgendes passieren:
Die jungen Leute werden von den Firmen schlichtweg ignoriert. Wer braucht schon unerfahrene Grünschnäbel?? Wir bleiben bei unseren bewährten Mitarbeitern, bilden sie weiter und selbst wenn sie offiziell ausgeschieden sind, tauchen sie regelmäßig bei uns auf, um zu helfen. In Japan hat das in den 90er nach dem Platzen der Bubble auch prima funktioniert. Inzwischen haben die da aber noch ein (oder zwei) größeres Problem: NEET (Not in Education, Employment or Training) und Freeter (= free arbeiter). Die einen können/wollen nicht arbeiten, die anderen jobben mal bei McDo, Starb. usw. Den älteren Arbeitnehmern fehlt irgendwann der NAchwuchs, der ihre Renten erarbeitet...
Arbeit ist nunmal nicht unbegrenzt vorhanden, auch wenn man das mal geglaubt hat. Und ältere AN länger zu beschäftigen führt automatisch dazu jungen Menschen die Zukunft zu verbauen. Das ist meine Meinung. Und ich fordere damit NICHT ältere AN bevorzugt zu entlassen. Gebt jungen Menschen nur bitte auch mal eine Chance.
@Macuse: Ihre Kritik ist berechtigt.Ich denke, die Autorin, Frau Etzhold hat eine alte Studie aus den späten Neunzigern zitiert. Da lagen die Beschäftigtenquoten von Älteren nämlich im genannten Bereich.Hier eine Veröffentlichung der BAfA zum Thema: http://www.pub.arbeitsamt...Interessant ist es, dass diese Steigerung der Beschäftigtenquoten in Deutschland stärker ausfiel als im EU-Durchschnitt. Dies deutet darauf hin, dass tatsächlich die neue Sozialgesetzgebung eine Rolle spielte.
"Arbeit ist nunmal nicht unbegrenzt vorhanden, auch wenn man das mal geglaubt hat."Doch ist sie. Es fehlt lediglich das Geld sie zu bezahlen. Ich werde z.B. im Sommer halbzeit arbeiten (als Fachkraft), damit ich mal was am Haus richten kann und mir eine neue Heizung einbauen.Bei meinem Durchschnittsgehalt ist das viel rentabler als einen Facharbeiter dafür zu bezahlen. Für dasselbe Einkommen auf welches ich verzichte, gewinne ich ca. 2 freie Monate, würde ich die Arbeit einem Handwerker antragen, dann würde der vielleicht eine Woche für das Geld arbeiten, maximal 2 Wochen. Klar ist der schneller als ich, aber 8-mal so schnell? Kaum! Wenn ich mich so umhöre geht es vielen so, es liegt wahnsinnig viel Arbeit brach, die dringend gemacht werden müsste, allein das Geld fehlt. Da von unserem Netto ständig mehr abfliesst und man z.B. Handwerker nicht mal komplett von der Steuer absetzen kann (anders als bei Firmen versteuern Privatanwender mehrfach), wird sich da wohl auch so schnell nichts ändern. Ich bin der festen Überzeugung, dass, wenn das Geld anders verteilt wäre, locker wieder Vollbeschäftigung herrschen könnte.
"... Ausgleich geschaffen werden zwischen der wachsenden Doppel- und Dreifachbelastung durch Arbeit, Familie und Bildung in den mittleren Lebensjahren und der Unterforderung in den späteren Jahren"
Diesem Gedanken kann ich mich nur anschließen. In der Rushhour des Lebens, wie das die Soziologen nennen, muss alles gleichzeitig stattfinden: Kinder bekommen, Berufsweg einstielen, Häusle bauen. Und im Alter wartet oft genug gähnende Langeweile. Eine Entzerrung wäre dringend nötig. Gebildete Frauen könnten in Ruhe Kinder bekommen, wenn sie genau wüssten, dass auch mit 45 oder 55 ihre Arbeitskraft noch sehr willkommen ist.
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