Malaria Kampf der Bekämpfer
Bill Gates will Malaria auslöschen. Die Weltgesundheitsorganisation fühlt sich missachtet und meint, es besser zu können. Dabei wären beide gemeinsam am stärksten
Die Strategie ist seit Jahren dieselbe: Man tunke reichlich Bettnetze in Moskitos tötende Insektizide und verteile sie großzügig unters Volk, sprühe gezielt DDT oder etwas Vergleichbares auf die Innenwände der Wohnungen und gebe abschließend noch wirksame und günstige Medikamente in den Umlauf. Voilà, fertig ist das traditionelle Rezept zur Bekämpfung der Malaria.
Mittlerweile aber köcheln an diesem Menü immer mehr Chefköche herum. Der Altmeister im Kampf gegen die Malaria – etwas träge, aber von allen Staaten geachtet – ist die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Seit ein paar Jahren sieht sich die WHO mit einem Schnellkoch konfrontiert: Bill Gates. Mit seiner Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung widmet er sich inzwischen verstärkt auch dem Kampf gegen die Malaria. Und was der Philanthrop einmal ins Auge gefasst hat, das verfolgt er mit aller Macht seiner Dollarmilliarden. Dementsprechend sind immer mehr Malariaexperten auf die eine oder andere Weise finanziell mit der Gates-Stiftung verbandelt.
Das führt inzwischen zu Widerständen. Vor allem der Chef der Malaria-Sektion der WHO, Arata Kochi, schwingt drohend die Suppenkelle. Unabhängige Wissenschaftler seien kaum mehr zu finden, wettert Kochi. Die Dominanz der Gates-Stiftung über die Expertenmeinung beeinflusse die politischen Entscheidungsprozesse für die Weltgesundheit und sei dabei keinerlei öffentlicher Kontrolle unterworfen. Schlimmer noch, mancher Kurs, den die Stiftung in Sachen Malaria einschlage, sei gefährlich.
Nun kann man tatsächlich über die eine oder andere Ingredienz der verschiedenen Malariabekämpfungsmenüs streiten. Doch der Disput um Details würde von der wesentlichen Problematik eher ablenken. Denn tatsächlich geht es Kochi wie Gates vor allem um eines: sich selbst. Auf der einen Seite steht ein Abteilungsleiter, der um sein berufliches Überleben kämpft, auf der anderen Seite ein Milliardär, der meint, er könne Malaria mit viel Geld und technischen Lösungen auslöschen.
Doch selbst wenn überall Bettnetze verteilt, Gift gesprüht und Medikamente geschluckt würden, wäre die Tropenkrankheit noch nicht besiegt. Die wahre Herausforderung im Kampf gegen die Malaria – an der pro Jahr 500 Millionen Menschen schwer erkranken – liegt woanders. Malaria verbreitet sich in einer komplizierten Wechselwirkung zwischen Mensch, Parasit und Mücke und ist dabei vor allem Ausdruck der jeweiligen Lebensverhältnisse. Hauruck-Aktionen, die sich nur auf technische Details kaprizieren und nicht die Lebensverhältnisse ändern, scheitern fast zwangsläufig. Gates müsste von der WHO lernen, dass eine weltweite Auslöschung der Malaria nicht machbar ist.
Umgekehrt sollte sich die WHO an der Entschlossenheit der Gates-Stiftung ein Beispiel nehmen. Ohne ihre Eitelkeiten wären sie ein perfektes Paar. Harro Albrecht
- Datum 14.03.2008 - 03:24 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 13.03.2008 Nr. 12
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Dieser Artikel zeigt exakt auf, worum es bei fast allen wichtigen Aktionen in der Gesellschaft geht. Um wirklich helfen zu können, müssen die verschiedenen Kräfte und Talente vereint werden.
Auch im Bereich des Kampfes gegen die Malaria würde ein Zusammentun von UNO und Bill Gates nur Positives bewirken, solange beide Seiten wirklich für die Sache kämpfen und nicht für ihr eigenes Prestige.
Und ganz grundsätzlich geht es bei der Malariabekämpfung um Grundlagenbekämpfung. Solange die gesellschaftlichen Zustände so sind wie sie sind, wird es immer Krankheiten wie Malaria geben.
Ich arbeite seit Jahren an der Idee einer Wertschätzungsgesellschaft, die nicht der Konkurrenz unterliegt sondern der vereinenden Kraft der gegenseitigen Wertschätzung: www.sikantis.org oder www.sikantis.net . In einer solchen Gesellschaft wäre der Malaria schnell der Garaus gemacht.
Energisch umgesetzte Philanthropie ist ohne Eitelkeiten und das Streben nach moralischem Prestigegewinn nur selten zu haben, denn auch hinter dem scheinbar selbstlosen Altruismus steckt meistens ein egoistischer Antrieb.George Bernard Shaw sagt: "Die meisten Egoisten sind ehemalige Altruisten." Das mag sein. Aber es stimmt auch zu sagen: Viele Altruisten verstecken ihren Egoismus, indem sie ihn verfeinern.Wenn es der Allgemeinheit nützt, sei es ihnen zu gönnen. Tun wir so, als ob wir es nicht bemerkten. _______________________
Ehrlich lügt am besten.
Malaria ist keineswegs eine reine Tropenkrankheit. Sie kommt oder kam auch dort vor, wo man sie nicht vermutet.
Bei Shakespeare wird die Krankheit erwähnt. In Russland kam es in den 30iger Jahren zu der größten Malaria- Verbreitung . Es war der Einsatz von DDT, das Russland, aber auch ganz Europa und Amerika, von der Geisel der Malaria befreite.
Nur diesen Einsatz von DDT wurde vor allem durch die Umweltbewegung den Ländern Afrikas verwehrt.
Rachel Carlson schilderte in ihrem Buch “Silent Spring” ausführlich die möglichen Gefahren für die Nicht-Betroffenen und setzte, zusammen mit der Umweltbewegung, ein weitgehendes Verbot der Anwendung von DDT durch. Ein Argument war z.B. die angebliche Veränderung der Dicke der Eierschalen bei Vögeln oder eine mögliche Konzentration von DDT in der Nahrungskette.
Das Resultat war in vielen Ländern ein Abgehen von der Anwendung von DDT, was wiederum zu einem Hochschnellen der Anzahl der Toten, vor allem von Kindern, führte. Derzeit wird die Anzahl der Toten durch Infektion von Malaria auf jährlich 500000 geschätzt.
Länder wie Süd-Afrika haben die Bekämpfung der Malaria durch Anwendung von DDT wieder aufgenommen mit erstaunlichen Erfolgen.
Das Verbot der Anwendung von DDT hat Millionen von Menschen das Leben gekostet. Es ist eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte der Umweltbewegung.
Bindung von Caspase an das HIV-Protein tat ; Design der Bindungsstelle so, daß nur eine bestimmte Protease diese brechen kann. Auffaltung (Denaturierung) von tat.
Dieses Molekül wird gespritzt, wanderte im Versuch ohne Probleme durch Zellwände und wurde in den Zellen durch Reparaturmechanismen wieder zusammengefaltet, wodurch das Molekül seine Wanderungsfähigkeit verliert und in der Zelle verbleibt.
Startet nun eine Virenreplikation, zum Beispiel HIV oder Hepatitis C, dann greift die dabei freigesetzte Protease das Molekül an und Caspase wird freigesetzt. Der sofortige Zelltod erfolgt, und die Virenreplikation ist im Anfangsstadium gestoppt.
Anwendbar sei diese Technik auf alle Krankheitserreger, die eine spezielle Protease freisetzen. Dazu gehört eben auch Malaria.
Einfach und genial, die Forschung daran wurde nach den erfolgreichen Versuchen mit Zellkulturen meines Wissens leider eingestellt.
http://web.archive.org/web/20021213221236/http://www.ama-assn.org/special/hiv/newsline/special/jamadb/killer.htm
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