Spitzer-Affäre Die Moral der Männer

Der Gouverneur des Bundesstaates New York war als Politiker die Lichtgestalt schlechthin. Nun ist er zurückgetreten, weil er zu Prostituierten ging. Was lehrt uns das?

»Männer wollen Macht, damit sie alle Frauen kriegen können« – das ist in etwa die Freudsche Version der Weltgeschichte. Für Henry Kissinger war die Macht das »beste Aphrodisiakum« überhaupt. Warum zahlt dann einer der mächtigsten Männer Amerikas für die Liebe? Eliot Spitzer, 48, ist Gouverneur des 23-Millionen-Staates New York; er soll die Dienste eines Callgirl-Clubs genutzt haben, der 1000 bis 5000 Dollar die Stunde nimmt.

Nicht die Sittenpolizei, sondern die Bundesanwaltschaft ist hinter ihm her: weil er Quelle und Zweck des Liebesentgelts verschleiert haben könnte (dafür gibt’s bis zu fünf Jahre). So weit, so einfach. Dahinter aber tut sich ein episches Drama auf, das seit dem hochgerühmten König David die Fantasie beherrscht (der zahlte nicht, missbrauchte aber die Macht, um die schöne Batseba zu schänden).

Eliot Spitzer war als Chefankläger von New York die Lichtgestalt schlechthin, der furchtbare Kapitalistenjäger, der Banken und Fonds, ob zu Recht oder nicht, allein durch Verfahrenseröffnung Milliarden abpresste. Anprangerung und Rufmord waren sein Geschäft, auch als Gouverneur, als er den Fraktionschef der Republikaner mit Schmutz bewerfen ließ.

In der Wall Street ist die Schadenfreude groß, zumal Spitzer auch die Prostitution eifernd verfolgt hatte. Wir aber dürfen beruhigt sein.

In Deutschland verschafft die Lüge keine Regierungsmehrheit, in Amerika die Macht keine Immunität, nur bezahlten Sex. Den Lügner wie den Selbstgerechten ereilt die gerechte Strafe. Alles wird gut. Bis zum nächsten Mal.

 
Leser-Kommentare
    • TDU
    • 12.03.2008 um 14:07 Uhr

    Und das ist auch gut so, denn keine Gesetze helfen da, wo die Moral gelten soll, aber der S...... regiert.

    • Dox
    • 12.03.2008 um 14:08 Uhr
    2. Dox

    Sein Problem war also, dass die nicht börsennotierten Nutten sich nicht erpressen ließen und ihm ordendlich Geld abknöpften, bevor sie ihn nackig machten. Der Amateur ist an den Profis gescheitert.

  1. Wieso "edel"? Wer weiss denn hier Bescheid.
     
    Dass der Spitzer tausende $ bezahlen musste, kann nur bedeuten, dass er letzten Endes viel weniger gescheit/klug/gerissen war als wie er sich immer vorgestellt und verkauft hat. Und nur der Beweis, dass jemand sich richtig opfern musste um ihn zu bedienen. Warscheinlich weil er so unbegaehrt erscheint/ist und sich so schlecht benimmt, so dass ihm alle immer aus dem Weg gehen oder ihm weglaufen?
     
    Aber man kann das Gefuehl nicht loswerden: Da steckt viel anderes noch hinter der Kulissen.
    Weil man wenig Zeit hat, heutzutage solche "Nebensachen" zu verfolgen. Sogar die $80,000 von denen manche sprechen (die vielleicht nicht mehr Bescheid wissen als ein ZEIT-Leser) scheinen nicht wichtig genug zu sein, um "IHN" (Spitzer) zu fangen.
     
    Wo Geldwaesche passiert, da sind Drogenhaendler und Spione nicht weit weg............ Oder??
     
    Jemand, wie Spitzer der sich der Daten Suche, dem mithoeren am Telefon so oft bedient hatte, wie koennte er so ganz total dumm sein, sich in einem Netz (fuer andere bestimmt) selbst zu fangen und auszuliefern?

    • Anonym
    • 12.03.2008 um 14:35 Uhr

    dass der mensch mensch ist, aber das wusste sogar grönemeyer
    dass der reiche mensch mensch ist, was kein wirklicher lohn ist
    dass der überwachende mensch ein überwachter mensch ist, was er sich hätte denken können, wenn er je gedacht hätte
    dass unsafer sex teuer ist und eine fixe idee
    dass wenn man ihn sich nicht leisten kann, man besser dafür keine gelder veruntreut
    dass die partnerin, nach eigenen worten das unsafe angebot 'souverän' handelte, was sich nach fellatio anhört, wobei das bei demokraten unter nicht-sex fällt, wie schon clinton wusste
    dass sex mit der ehefrau verständlicherweise nicht reicht, wen wunderts, die schauen so komisch
    dass man den fall nicht durchschaut und man damit womöglich glück hat
    dass die schlussfolgerungen immer zu früh gezogen werden und eh so banal sind, dass einem noch nicht mal was dazu einfällt
    dass heuchler keine klischees auslassen und wozu auch, sie wollen es wissen
    dass heuchler ehefrauen haben, die immer zu ihnen stehen und später höher hinaus wollen im zeichen der treue und familie und weiss der himmel was
    dass hardliner immer ein doppelleben führen, dessen aufdeckung sie unendlich erleichtert, denn sie dürfen jetzt soft sein und nicht mehr spitz
     
     

  2. Da gibt es den Ältesten Dinstleistungs ektor der Weltgeschichte, aber anerkennen tun man ihn immer noch nicht. Da Verdinen anscheinend einige Freun einen Stunden lohen von über 1000 $, aber als Karriere oder Erfolgsfrauen will die Presse sie einfach nicht hinstellen. Da denken Männer ebend männlich und kaufen das Teuerste weil sie es sich leisten könen und die andere nicht und schon denken alle an Geldwäscherei ^^ ist doch irgentwie wie ein VW und ein Jaguar, man färht die Jaguar weil man es sichleisten kann und nicht den kosten/nutzen Faktors wegen. Und anscheinend hat auch das Schiksal so seine Lustigen Tage und lässt jemanden der solche Affären schahmlos ausgenutzt hätte durch eine solche Affäre stolpern.Die Realität ist immer noch der beste Geschichten schreiber, was da so alles passiert :)

    • QUOTE
    • 12.03.2008 um 15:00 Uhr

    Hmm. Tja. Und?Da solls noch mehr geben...gerade im Pressebereich...

  3. "In Deutschland verschafft die Lüge keine Regierungsmehrheit,.. "Bitte? Wie war das bei den letzten Wahlen? Lügen und Halbwahrheiten gab es doch stets haufenweise und zur Macht verhilft sie fast immer."...in Amerika die Macht keine Immunität, nur bezahlten Sex."Dann steht Bush ja hoffentlich bald vor Gericht für seine vielen großen und kleinen Gesetzesverstöße, nicht wahr? Herr Spitzer hat sich mit den wahrhaft Mächtigen angelegt, den Herren des Geldes. Es war nur eine Frage der Zeit, bis es ihn erwischt, entweder auf diese Art oder durch einen "Unfall" oder eine gut platzierte Kugel. Inwiefern es doppelmoralig ist, wenn ein Chefankläger gegen die bigotten Gesetze seine Landes verstößt, mag jeder selbst beurteilen. Ich kann ihn verstehen, gerade Männer die sehr viel arbeiten, entspannen sich gelegentlich auf diese Art. Schade denn Männer seines Schlages haben Seltenheitswert, ein Verlust für die amerikanische Justiz."Den Lügner wie den Selbstgerechten ereilt die gerechte Strafe. Alles wird gut. Bis zum nächsten Mal."Wie schön (naiv) dem "Glauben an die gerechte Welt" anzuhängen. Wirklich trollig für einen Chefredakteur.

  4. Man sollte die moralische Meßlatte, die man an seine Mitmenschen anlegt, nur so hoch halten, daß man selbst noch darüberhopsen kann.

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