Religion
Gott Mutter
Jetzt wird aufgeräumt mit dem männlichen Gottesprinzip. Ausgrabungen zeigen, dass im alten Israel lange Zeit auch eine weibliche Form des Allerhöchsten verehrt wurde
Gott – ist das nicht dieser alte Herr mit wirrem Haar und Bart, wie ihn Michelangelo an die Decke der Sixtinischen Kapelle malte? Der im Vatikan grimmig auf die Touristen herabblickt und dessen Züge auch dann nicht gütiger werden, wenn dort unten sein irdischer Stellvertreter gewählt wird? Zumindest hat er sich so in unsere Vorstellung eingebrannt: als gestrenger Gottvater. Kein Wunder, schließlich ist im Alten Testament 6.828 Mal von Gott als »Herrn« die Rede.
»Penetrant männlich« findet das Othmar Keel, »und von einem sehr beschränkten Gottesbild zeugt es dazu«. Der katholische Theologe verweist auf Genesis 1,27: »Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde, nach dem Bilde Gottes schuf er ihn; männlich und weiblich schuf er sie.« Wenn also die Kopien Männer und Frauen sind, moniert Keel, wie kann da das Original ausschließlich männlich dargestellt werden? Höchste Zeit, den Herrn mit seiner Vergangenheit zu konfrontieren.
Und die ist anders. Im Musée d’art et d’histoire im schweizerischen Fribourg hat Keel eine Ausstellung inszeniert, in der nackte Göttinnen auf Löwen reiten und archaisch anmutende Frauen ihre schweren Brüste präsentieren. Selbst die eher als züchtig geltende Maria spritzt mit Muttermilch umher. Gott weiblich heißt die Schau; sie zeigt die verdrängte Seite der göttlichen Geschichte. Als besonderes Erinnerungsstück zu Gottes bewegter Vergangenheit gibt es eine ramponierte, 2.700 Jahre alte Terrakottagruppe zu bestaunen, die ihn womöglich in Gesellschaft einer Frau zeigt, vielleicht gar in Gesellschaft seiner Frau. War Gott nicht monotheistisch, sondern monogam?
Vom 4. Mai an wird Gott weiblich auch in Deutschland zu sehen sein. Die Ausstellung verspricht, die »verborgene Seite des biblischen Gottes« zu enthüllen. Kaum einer kann das besser als Keel und sein Bibel + Orient Museum der Universität Fribourg. Keels Verdienst ist es, die Texte des Alten Testaments um die altorientalische Bilderwelt erweitert zu haben, wie sie die Archäologie in Gestalt von Götterfiguren und Inschriften, von Amuletten, Stempel- oder Rollsiegeln zutage förderte.
Man darf das, was das Alte Testament über das Gelobte Land schreibt, nicht für bare Münze nehmen. Galt die Bibel früher als Wort Gottes und damit auch in den historischen Passagen als wahr, hat die kritische Bibelwissenschaft längst gezeigt, dass weder Gott dem Moses die fünf Bücher offenbarte noch König David die Psalmen dichtete oder Salomo das Hohelied. Vielmehr ist die Bibel das Werk einer kleinen Elite von Schriftgelehrten, die vor gut 2.600 Jahren in drei, vier Generationen eine Vielzahl von mythischen Erzählungen und neuen Texten zu jenem Korpus zusammenstellten, das die Juden heute als Tanach und die Christen als Altes Testament verehren. Damals war Israel ein Spielball der angrenzenden Großmächte. Erst wurde es von Ägyptern und Assyrern verheert, dann eroberte 587 vor Christus der babylonische König Nebukadnezar Jerusalem, steckte den Tempel in Brand und verschleppte einen Großteil der Bevölkerung ins Exil. Als die Israeliten ein halbes Jahrhundert später von Kyros, dem Begründer des Perserreichs, die Erlaubnis erhielten, zurückzukehren, war ihr Land nur noch eine persische Provinz.
Wie konnte das geschehen? Hatte Israels Gott Jahwe versagt? Nein, das durfte nicht sein. Deshalb machten sich »Deuteronomisten« ans biblische Werk (sie werden nach dem 5. Buch Mose so genannt, weil das am deutlichsten ihrer streng monotheistischen Intention entsprach). Ihre Absicht war es, zu zeigen, dass die militärischen Katastrophen die Strafe Gottes für Israels Ungehorsam und Vielgötterei waren. Nur das Abschwören von allen Götzen, die alleinige Verpflichtung auf Jahwe werde das gepeinigte Volk einer besseren Zukunft entgegenführen.
Das Alte Testament ist zum Teil politische Tendenzliteratur
Der Zürcher Theologieprofessor Konrad Schmid, der gerade eine Literaturgeschichte des Alten Testaments vorgelegt hat, stuft die biblischen Texte deshalb als »Tendenzliteratur« ein, die mit einem starken »politisch-theologischen Interesse« geschrieben wurde.
Das macht deutlich, wie wichtig es ist, zur Erklärung der biblischen Welt andere Zeugnisse heranzuziehen. Und die ergeben oft ein ganz anderes Bild. Als Archäologen kleine, kaum zwanzig Zentimeter hohe Tonfiguren zutage förderten, zeigten sich die ersten Ausgräber schockiert: »Zu seinem Bedauern« seien die weiblichen Terrakottafiguren gänzlich unbekleidet gewesen, notierte der Archäologe Frederick Bliss. »Fruchtbarkeitsgöttinnen nannten die prüden Engländer sie«, sagt Othmar Keel und zeigt in der Ausstellung auf die kleinen Damen in der Vitrine, die sinnenfroh ihre großen Brüste zeigen.
»Bruschtfroueli heißen sie mittlerweile bei uns zu Hause«, erzählt Silvia Schroer schmunzelnd. Anscheinend besaß jede Familie, die in der Antike etwas auf sich hielt, eine in ihrem Haus, sagt die Berner Professorin für Bibelwissenschaft, so viele fand man davon. Wozu sie aber dienten, ob als familiäres Kultbild, als Segensgabe oder für magische Praktiken, weiß man nicht. Fraglos jedoch zeugen sie von einer weit verbreiteten Göttinnenverehrung. In der Forschung vermutet man, dass die Figuren Verkörperungen der Fruchtbarkeitsgöttin Aschera sind. Von ihr ist im Alten Testament rund vierzig Mal die Rede – nie im netten Ton.
Und die Wissenschaft mutmaßt, dass die beiden Gottheiten wahrscheinlich etwas miteinander hatten. Vor einigen Jahren wurden in der Karawanserei Kuntillet Ajrud und in einem Grab in Khirbet el-Qom Inschriften entdeckt, auf denen von »Jahwe und seiner Aschera« die Rede ist. Das sorgte für Aufregung. Hatte Gott eine Frau?, betitelte der amerikanische Archäologe William Dever unlängst sein Buch. Und jetzt ist in der Fribourger Ausstellung eine Terrakottagruppe aus dem siebten vorchristlichen Jahrhundert zu sehen. »Sie könnte Jahwe und seine Aschera zeigen«, sagt Christoph Uehlinger, langjähriger Mitarbeiter Keels, jetzt Professor für Religionsgeschichte an der Universität Zürich. Nicht nur, weil die beiden Figuren schwer zu identifizieren sind, ist das eine mutige These. Als Uehlinger sie das erste Mal vertrat, hagelte es empörte Leserbriefe. So wollte man sich Gott nicht vorstellen – zusammen mit einer Frau, und obendrein einer so sinnlichen wie der Aschera. Das passt gar nicht zum Rauschebart-Image.
Doch sogar unter Manasse, König von Juda im 7. Jahrhundert vor Christus, stand ein Aschera-Kultbild im Jahwe-Tempel von Jerusalem. Grund genug, dass die deuteronomistischen Bibelredakteure kein gutes Haar an ihm ließen. Sein Nachfolger Joschija jedenfalls warf die Göttin wieder aus dem Tempel. Vor diesem Hintergrund versteht sich auch manches Gebot des Dekalogs besser: »Du sollst dich nicht vor anderen Göttern niederwerfen und dich nicht verpflichten, ihnen zu dienen. Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott.« Grund dazu hatte er.
Man dürfe den Bibelredakteuren aber nicht die Alleinschuld an der Verdrängung des Weiblichen in die Schuhe schieben, warnt Silvia Schroer. »Es lässt sich zwar erkennen, dass die Deuteronomisten ein großes Interesse hatten, das Weibliche und Erotische aus dem Gottesdienst zu verbannen«, sagt die Bibelwissenschaftlerin. »Aber letztlich können wir kaum feststellen, wer diese Redakteure wirklich waren und aus welchen Gründen sie zu Werke gingen.« Es fehlen Quellen, und die Texte sind zu oft von verschiedenen Generationen redigiert worden.
Überhaupt sei die Verdrängung des Weiblichen aus der Sphäre des Göttlichen schon viel länger im Gang gewesen. Das archäologische Material aus dem 2. Jahrtausend vor Christus zeigt, dass Göttinnen ihren männlichen Partnern im Orient lange gleichwertig gegenüberstanden. Doch schon am Ende des Jahrtausends wurden sie in immer reduzierterer Form abgebildet und auf immer billigerem Material. »Schwer zu sagen, warum das passierte«, sagt Schroer. »Es waren kriegerische Zeiten, die Bedeutung von Gewalt und Militär nahm zu, und wir haben es mit patriarchalen Gesellschaften zu tun.« Leicht hatten es die Deuteronomisten mit ihrer Jahwe-allein-Politik nicht. Das Volk protestierte. »Was das Wort betrifft, das du im Namen des Herrn zu uns gesprochen hast, so hören wir nicht auf dich«, sagte man dem Propheten Jeremia ins Gesicht. Die Menschen wollten der »Himmelskönigin«, die vermutlich mit der Aschera identisch war, weiter opfern. Seit man damit aufgehört habe, fehle es an allem, »und wir kommen durch Schwert und Hunger um«. Das Volk lässt sich seine Religion nicht einfach verbieten.
Um Jahwe als einzigen Gott zu installieren, mussten alle Erinnerungen daran getilgt werden, dass er früher nur ein Gott unter vielen war. Das fängt mit dem Namen an. »Jahwe ist ein Eigenname«, erklärt Othmar Keel. Er kann mit »Er weht« oder »Er ist da« übersetzt werden. Aber ein Eigenname ist nur dort nötig, wo es viele Exemplare einer Gattung gibt. Wenn es nur einen Gott gibt, reicht »Gott«. Keine Verwechslungsgefahr. Tatsächlich nannten die Deuteronomisten Jahwe fortan »Gott«, »Herr«, »Allherr«, »der Name« oder »der Ort«. Dabei scherten sich die Bibelredakteure wenig um den Willen Gottes: Der hatte Moses einst verkündet, Jahwe sei sein Name »für immer«.
Nie wurde von Jahwe behauptet, er besitze einen Phallus
Vollendet wurde die chauvinistische Namenspolitik dann von den griechischen Übersetzern der hebräischen Bibel. Im 2. Jahrhundert vor Christus setzten sie ganz auf kyrios, den »Herrn«. Das hatte eine fatale Engführung zur Folge. »Gott erlebte eine Art Persönlichkeitsveränderung«, erklärt Keel. Dabei sagt nicht erst heute jeder Theologe, dass Gott über den Geschlechtern stehe. »Ich bin Gott, nicht Mann«, heißt es schon beim Propheten Hosea. Neben seinen Rollen als König, Richter oder Hirte hatte Jahwe auch die einer Mutter oder Hebamme inne. Und im Gegensatz zu seinem kanaanäischen Götterkollegen El hieß es von Jahwe nie, er besitze einen Phallus.
Das penetrante Herr, Herr, Herr zeigte mit der Zeit immer mehr Wirkung. Für den christlichen Kirchenvater Augustinus war es um das Jahr 400 nach Christus noch akzeptabel, sich Gott als Vater und Mutter vorzustellen: Vater, »weil er begründet, weil er ruft, weil er befiehlt, weil er herrscht«. Mutter, »weil sie wärmt, weil sie nährt, weil sie stillt, weil sie umschließt«. Heute haben die Menschen damit erhebliche Probleme, sagt Silvia Schroer: »Gott als Vater, das wird als normal angesehen. Sobald ich aber von Gott als Mutter spreche…« Sie winkt ab.
Aber das Weibliche ist eine so elementare Dimension des Göttlichen, es lässt sich einfach nicht wegschieben. Ein universaler Gott, der kein Kultbild von sich duldet – ein solcher Gott entfernt sich von den Menschen, wird abstrakt. Da verschwindet die sinnliche Welt mit ihren prächtigen Götterstatuen und Mittlerwesen, wie sie jetzt in der Fribourger Ausstellung zu bestaunen ist. »Das hat eine Reduzierung religiöser Erfahrungsmöglichkeiten zur Folge«, sagt der Religionswissenschaftler Uehlinger. Der Monotheismus sei immer eher eine Sache intellektueller Kreise gewesen. Die Volksfrömmigkeit liebt es handfester. »Und mal ehrlich«, fragte Frau Keel einmal ihren Gatten, »gehst du zu einem Mann, wenn du Verständnis brauchst?«
Selbst die keusche Maria präsentiert gelegentlich ihre Brüste
Auch im Christentum nimmt das Volk Zuflucht bei einer Frau: Maria ist die Königin der Herzen. »Zwar wird Ihnen jeder Theologe erklären, dass Maria keine Göttin ist, aber das ist letztlich nur eine Sprachregelung«, sagt Uehlinger. De facto verhalten sich Gläubige, als wäre sie eine. »Unter Umständen verehren sie die Gottesmutter stärker als Gott selbst, der so fern und entrückt scheint, dass die Menschen gar nicht wissen, wie sie mit ihm kommunizieren sollen.«
In Maria lebt also das Göttlich-Weibliche fort, davon sind die Ausstellungsmacher überzeugt. Deshalb stellen sie der christlichen Gottesmutter auch ihre antiken Vorgängerinnen gegenüber und zeigen so, wie viele Motive der altorientalischen Göttinnen-Ikonografie fortlebten: Die rund ums Mittelmeer verehrte ägyptische Isis etwa ist Vorbild als stillende Mutter, Gebärerin des künftigen Gottkönigs und Himmelskönigin. Selbst die erotische Komponente der Aschera, das Präsentieren der Brüste, lebt in den Bildern von Maria mit dem Jesuskind fort; sehr zum Missfallen der männlichen Reformatoren des 16. Jahrhunderts. Zwingli erregte sich, es störe die Andacht, wenn die heilige Jungfrau immerzu ihre Brüste hervorzerre. Luther schimpfte über den Aberglauben, Marias Milch habe erlösende Wirkung – auf Gemälden tropft Milch aus ihrem Busen auf arme Seelen im Fegefeuer. Und weil es allerorten Marienmilch zu kaufen gab, spottete Calvin, die Mutter Gottes produziere mehr davon als sieben Herden Kühe.
Das Thema der weiblichen Dimension des Göttlichen sei bis heute virulent, findet Othmar Keel. Lange interessierte sich nur der Feminismus dafür, nun bricht es sich breitere Bahn. Jüngstes Beispiel sei die Bibel in gerechter Sprache. An der sei manches zu kritisieren, die Entscheidung aber, den »Herrn« zu ersetzen durch weniger von Herrschaft und Männlichkeit geprägte Begriffe wie zum Beispiel »der/die Ewige«, sei richtig.
Die Ausstellung Gott weiblich hat also nicht nur ein religionsgeschichtliches Interesse, sondern eine klare theologische Botschaft. »Wir wollten zeigen, dass die Erfahrungen Israels mit dem Göttlichen nicht ausschließlich männlichen Charakters waren«, sagt Bibelforscher Keel. Und dass es patriarchale und klerikale Mächte waren, die das Weibliche über die Jahrtausende hinweg in den Hintergrund drängten. Solange aber der Herr mit dem Rauschebart unsere Vorstellungen des Göttlichen beherrscht, ist es kein Wunder, wenn sich die Männer anmaßen, die Gottheit auf Erden allein zu vertreten.
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- Datum 24.3.2008 - 09:01 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 20.03.2008 Nr. 13
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Sehr geehrte Herr Kai Michel,
da sieht man mal, wie Sachen völlig falsch berichtet werden und willkürlich Sachen aus der Bibel zitiert werden. Dazu noch von sogenannten "christlichen" Theologen irgendwelche wüste Theorien aufgestellt werden. Zuerst muss man mal sagen, das diese Theorien von diesen liberalen Theologen grösstenteils völlig aus der Luft gegriffen sind, vielleicht auch alle aus der Luft gegriffen sind.
Sie schrieben, das diese Figur auf das Jahr 700 v. Chr. datiert wird. In diesen Jahren herrschte in Israel ein abscheulichster Götzendienst, in denen allen verschiedensten Göttern gedient worden ist. So wurden zum Beispiel dem Götzen Moloch die eigenen Kinder verbrannt.
Jahwe, Gott der Herr hat diesen Götzendienst verabscheut und sich gänzlich davon distanziert. Er hat das bereits im 1.Gebot niedergelegt, lange bevor es zu diesen Okkulten Bräuchen kam. 1.Gebot:
Du sollst keine anderen Götter neben mir haben. {5 Mose.6,4} 6,4
Höre, Israel, der HERR, unser Gott, ist ein einiger HERR.{1 Korinther.8,6} 8,6
so haben wir doch nur einen Gott, den Vater, von welchem alle Dinge sind und wir zu ihm; und einen HERRN, Jesus Christus, durch welchen alle Dinge sind und wir durch ihn.
4Du sollst dir kein Bildnis noch irgend ein Gleichnis machen, weder des, das oben im Himmel, noch des, das unten auf Erden, oder des, das im Wasser unter der Erde ist. {3 Mose.26,1} 26,1
Ihr sollt keine Götzen machen noch Bild und sollt euch keine Säule aufrichten, auch keinen Malstein setzen in eurem Lande, daß ihr davor anbetet; denn ich bin der HERR, euer Gott.{5 Mose.27,15} 27,15
Verflucht sei, wer einen Götzen oder ein gegossenes Bild macht, einen Greuel des HERRN, ein Werk von den Händen der Werkmeister, und stellt es verborgen auf! Und alles Volk soll antworten und sagen: Amen.{Psalm.97,7} 97,7
Schämen müssen sich alle, die den Bildern dienen und sich der Götzen rühmen. Betet ihn an, alle Götter!{Jesaja.40,18} 40,18
Wem wollt ihr denn Gott nachbilden? Oder was für ein Gleichnis wollt ihr ihm zurichten?{Römer.1,23} 1,23
und haben verwandelt die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes in ein Bild gleich dem vergänglichen Menschen und der Vögel und der vierfüßigen und der kriechenden Tiere.
5Bete sie nicht an und diene ihnen nicht. Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifriger Gott, der da heimsucht der Väter Missetat an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied, die mich hassen; {2 Mose.34,7} 34,7
der da bewahrt Gnade in tausend Glieder und vergibt Missetat, Übertretung und Sünde, und vor welchem niemand unschuldig ist; der die Missetat der Väter heimsucht auf Kinder und Kindeskinder bis ins dritte und vierte Glied.{Jeremia.31,29} 31,29
Zu derselben Zeit wird man nicht mehr sagen: "Die Väter haben Herlinge gegessen, und der Kinder Zähne sind stumpf geworden":{Hesekiel.18,2} 18,2
Was treibt ihr unter euch im Lande Israel dies Sprichwort und sprecht: "Die Väter haben Herlinge gegessen, aber den Kindern sind die Zähne davon stumpf geworden"?{Hesekiel.18,20} 18,20
Denn welche Seele sündigt, die soll sterben. Der Sohn soll nicht tragen die Missetat des Vaters, und der Vater soll nicht tragen die Missetat des Sohnes; sondern des Gerechten Gerechtigkeit soll über ihm sein.
6und tue Barmherzigkeit an vielen Tausenden, die mich liebhaben und meine Gebote halten.
Was sollen wohl solche Worte bezwecken:
# Gott Mutter# Jetzt wird aufgeräumt mit dem männlichen Gottesprinzip. Ausgrabungen zeigen, dass im alten Israel lange Zeit auch eine weibliche Form des Allerhöchsten verehrt wurde.
Was bezweckt der Artikel ?
WEDER das Judentum,NOCH der Islam,NOCH das Christentum
gehen von Gott als einem männlichen Prinzip aus.
Er verkörpert im Umgang mit den Menschen und seinem DenkenAUCH männliche Attribute, besser Denkhilfen.
Doch daraus ein männliches Gottesprinzip abzuleiten,kommt keinem dieser Gemeinschaften.
Das der Mann der Frau vorgezogen wird in manchen fundamentalistischen Theologien,ist ein anderen Thema.
Vielleicht hören die Vermischungen zum braunen Breider religiösen Aufklärung auch einmal auf.
Es ist unseren Kindern zu gönnen.
@Kai Michel. Bitte um eine Antwort
Seien Sie ein mutiger Journalist.
Stellt sich die Frage, was hier eigentlich widerlegt wird, das Bilderverbot ist ja doch etwas sehr Bekanntes!
Zitat von dort:
Doch das biblische Fremdgötterverbot wird sogleich im Bilderverbot konkretisiert: Dieses ist hier – anders als in Ex 23,23 EU – nicht nur auf fremde Gottesbilder und Kultgegenstände bezogen, sondern auch auf Abbildungen des eigenen Gottes. Damit wird die Verehrung JHWHs endgültig von allen anderen Kulten unterschieden. Denn dort wurden auch höchste und einzige Götter immer in Bildern dargestellt und verehrt, die ihre Kräfte vergegenwärtigten.
Gottesbilder wurden auch in Israels Nachbarschaft nicht mit dem abgebildeten Gott identifiziert und oft verhüllt, um die Transzendenz zu wahren. Doch das Bilderverbot stellt den unsichtbaren Gott gegen die im Bild greifbaren Götter, weil er für Israel der Schöpfer aller Dinge ist und sich vorbehält, wem und wie er sich offenbart. Diese Unabhängigkeit korrespondiert der Selbstbindung JHWHs an die Befreiung dieses Volkes: Die Erinnerung an den Exodus sperrt sich dagegen, ihn nach Art fremder Götter zu verehren, die in der Regel Herrschaftsverhältnisse absegneten. Israels Gott will nicht im Kult repräsentiert, sondern im Sozialverhalten in allen Lebensbereichen verehrt werden.
Ex 20,4b erläutert den Verbotsbereich: Er erstreckt sich auf Himmel, Erde und Unterwelt, also alle „Stockwerke“ des damaligen Weltbilds. Die deuteronomische Auslegung in Dtn 4,12-20 EU bekräftigt das Verbot, Gott weder als Mann noch Frau noch Tier noch Gestirn darzustellen, wie es in den kanaanäischen Fruchtbarkeitskulten und babylonischen Astralkulten üblich war. Gläubige Juden können daher nichts in der Welt der geschaffenen Dinge als göttlich betrachten. Sie wurden darum im Hellenismus später als „Atheisten“ bezeichnet.
Da Gott sich für Juden von Beginn an durch sein – ebenfalls exklusiv gedachtes – Wort offenbarte (Gen 1,3 EU), betrifft das Bilderverbot im Tanach nur optische und gegenständliche Abbilder, nicht Sprachbilder. Diese zeigen eine große Vielfalt an Metaphern, Vergleichen und Anthropomorphismen.
So sollte meine erste Überschrift heißen, hatte das als dann falsch eingefügt...
Seit wann ist der abrahamische Gott männlich? (Und wer kann eigentlich beweisen, dass irgendwelche Figuren mit weiblichen Proportionen Gottheiten darstellen?) Dieser Artikel taugt nichts.
Der schönste Teil ist dieser hier:"Galt die Bibel früher als Wort Gottes und damit auch in den
historischen Passagen als wahr, hat die Bibelwissenschaft
längst gezeigt, dass weder Gott dem Moses die fünf Bücher offenbarte
noch König David die Psalmen dichtete oder Salomo das Hohelied.
Vielmehr ist die Bibel das Werk einer kleinen Elite von
Schriftgelehrten, die vor gut 2.600 Jahren in drei, vier Generationen
eine Vielzahl von mythischen Erzählungen und neuen Texten zu jenem
Korpus zusammenstellten, das die Juden heute als Tanach und die
Christen als Altes Testament verehren."Danke ZEIT!
Ich dachte immer, das Gottesprinzip an sich wäre androgyn und die Erscheinung Gottes als wechselweises Prinzip im Männlichen und Weiblichen diente jeweils den Menschen und ihrer Kultur/Religion dazu, mal die mehr die männlichen Anteile des Göttlichen ansichtig zu machen, zu be- und ergreifen und immer feiner zu entwickeln und im Wechsel das Gleiche mit dem Weiblichen ... auf das auch die Geschlechter im Zuge der Evolution sich nach und nach ganzheitlich entwickeln.... In ganz ferner Zukunft vielleicht sogar auch androgyn werden..
Ich habe nie vermutet, dass die temporäre Dominanz eines Gottes oder einer Göttin als Neidkampf der (Gottes-)Geschlechter gedacht war, wenngleich der Mensch in seiner Gespaltenheit daraus natürlich schon wieder einen ehrgeizigen Geschlechterkrieg basteln möchte.
Das Göttliche, so man es erkennt und annehmen kann, wäre nicht göttlich, trüge es nicht gleichermaßen die Einheit des männlichen und weiblichen in sich und wäre aber seinem Wesen nach androgyn.
Alles Spaltende, Einseitige, Dominierende an sich kann mit Göttlichkeit wohl nicht mehr so recht in Verbindung gebracht werden - auch wenn uns das alle möglichen Religionen, Päpste, Führer oder Göttinen gern aus durchschaubaren menschlichen Gründen einflüstern wolllen.
Lesen heißt durch fremde Hand träumen. (F.Pessoa)
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