ERFORSCHT UND ERFUNDEN
Blutkrankheit schützt vor Malaria. Ein internationales Medizinerteam hat 800 Kinder auf Papua-Neuguinea untersucht und herausgefunden, dass die Ó-Thalassämie die Malariainfektion anders als bisher angenommen mildert. Kinder mit dieser erblichen Blutkrankheit produzierten zwar ungewöhnlich kleine rote Blutkörperchen, aber 10 bis 20 Prozent mehr davon. Da der Malariaparasit die Anzahl der roten Blutzellen reduziert, haben malariakranke Kinder mit Ó-Thalassämie einen Überlebensvorteil. Bisher wurde angenommen, dass die Größe oder Form der roten Blutzellen negativ auf den Parasiten wirke. Der Erreger verursacht jährlich zwei Millionen Todesfälle in Asien und Afrika (PLoS Medicine, Bd. 5, Heft 3).
Ein Comeback der Kohle steht bevor. Die hohen Ölpreise machten Kohle wieder zu einem Schlüsselrohstoff für die Herstellung von Kunststoffen, Dünger und Hunderten anderer Produkte, berichtet das Fachjournal Chemical & - Engineering News (Bd. 86, S. 15). In der Chemieindustrie wurde Kohle seit dem 19. Jahrhundert vielseitig verwendet, sie musste aber dann dem günstigeren Erdöl und -gas weichen. Laut Experten aus der Petrochemie hat Kohle bereits bei einem Ölpreis, der dauerhaft über 50 Dollar pro Fass liegt, einen Kostenvorteil. Ein weiterer Vorteil besteht für Länder mit großen Kohlelagerstätten wie China, die USA und Indien: Die heimischen Vorräte machen unabhängiger von Öl- und Erdgasimporten. Saarländer, aufgepasst!
Muskeln bei Mensch und Fliege werden vom Wech-Gen reguliert.
Wissenschaftler der Universität Bonn haben in Säugetieren und der Fruchtfliege Drosophila dieses Gen identifiziert. Es sorgt dafür, dass Körperzellen an Oberflächen und anderen Zellen haften (Nature Cell Biology online). Wurde das Gen bei Drosophila ausgeschaltet, so löste sich die Muskulatur von der Körperwand und die Fliegen starben schon als Embryonen. Das Wech-Gen ist auch bei Mäusen und Menschen aktiv. Es hat sich seit mehreren Hundert Millionen Jahren kaum verändert wahrscheinlich weil es so wichtig ist, dass praktisch alle Mutationen tödlich wirken.
Die Kunst des effektiven Bettelns beherrschen schon junge Mungos, hat Matthew Bell von der Oxford University an Zebramangusten in Uganda beobachtet. Beim Betteln um Nahrung passen hungrige Jungtiere ihre Bemühungen daran an, wie viel vom erwachsenen Mungo zu erwarten ist: Bei großzügigen Tieren betteln sie häufiger als bei geizigen (Proc. R.
Soc. B online).
- Datum 20.03.2008 - 13:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT Nr.13 vom 19.03.2008, S.34
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