Flugverkehr Nonstop nach Liepaja
Ob Wizz Air oder Cimber Air – Billigairlines starten in Richtung Osten und Norden
Arad, Oulu, Szczecin: Selbst weit gereiste Globetrotter müssen einen Augenblick überlegen, wo diese Orte liegen. Dabei sind alle drei leicht zu erreichen – sie werden von Deutschland aus von Billigfliegern angesteuert. Doch auch die Fluggesellschaften, die ihre Passagiere dorthin befördern, sind noch wenig bekannt: Die rumänische Blue Air verbindet dreimal die Woche Stuttgart und Arad in Siebenbürgen; Blue 1, eine Tochtergesellschaft der Scandinavian Airlines, bedient das finnische Oulu von Hamburg via Helsinki, und die polnische Centralwings fliegt ab 31. März zweimal wöchentlich von Dortmund nach Szczecin, bei uns besser bekannt als Stettin.
Insgesamt 27 sogenannte Low-cost-Carrier fliegen derzeit Ziele in Deutschland an, ergab eine aktuelle Untersuchung der Deutschen Flugsicherung (DFS) in Langen. Darunter sind nicht nur Große wie Ryanair, easyJet oder Air Berlin, sondern zunehmend auch kleinere Anbieter. Mehr als drei Millionen Flüge betreute die DFS im vergangenen Jahr, 22 Prozent davon waren Billigflüge, 2001 waren es lediglich 4,7 Prozent.
Als beliebtestes Auslandsflugziel der Deutschen rangierte 2007 Spanien vor Italien und Großbritannien, zeigt der Mobilitätsbericht der DFS. Doch vor allem Osteuropa, das in den vergangenen Jahren schon kräftig zugelegt hat, ist weiter im Kommen. »Mittlerweile ist jeder siebte Flug, der an einem deutschen Flughafen startet, ein Flug nach Osteuropa«, sagt Christopher Belz von der DFS, »und der Markt dort hat noch großes Wachstumspotenzial.«
Einer der Vielflieger in Richtung Osten ist die lettische Air Baltic. Von weniger als 20 Euro an bedient sie von vier deutschen Städten aus Ziele in Estland, Lettland und Litauen und von dort mehr als zwei Dutzend Flughäfen in ganz Europa und Russland unter anderem Aalesund in Norwegen, Kuopio und Oulu in Finnland, Chisinau, die Hauptstadt der Republik Moldau, Simferopol auf der Halbinsel Krim in der Ukraine und Baku in Aserbajdschan. Von Hamburg aus geht es nonstop nicht nur nach Riga und Vilnius, sondern auch ins lettische Liepaja an der Kuhrischen Nehrung. Außerdem startet Air Baltic von Berlin-Tegel, Düsseldorf und München nach Vilnius und Riga.
Ebenfalls ein großes Streckennetz in Osteuropa hat die ungarische Wizz Air. Sie verbindet ab 19,99 Euro Lübeck mit Danzig, Hahn mit Kattowitz, Köln/Bonn mit Kattowitz und Danzig und Dortmund gleich mit mehr als einem halben Dutzend Zielen im ehemaligen Ostblock, darunter Danzig, Breslau, Warschau, Bukarest sowie seit Ende Oktober auch Posen und die bulgarische Hauptstadt Sofia. Wie viele andere Billigflieger umwirbt Wizz Air längst nicht nur Urlauber, sondern immer gezielter auch Geschäftsreisende. Jüngstes Beispiel: Seit 28. Februar fliegt die ungarische Billigairline von Dortmund nach Cluj-Napoca in Rumänien, wo erst vor wenigen Tagen der finnische Handyhersteller Nokia seinen neuen Produktionsstandort eröffnet hat.
Aber auch die Zahl der Verbindungen nach Großbritannien, Skandinavien und Spanien wächst. So fliegt die britische Flybe mehrmals in der Woche von Hamburg, Hannover, Düsseldorf, Frankfurt und Stuttgart nach Birmingham, dazu kommen verschiedene Verbindungen nach Manchester, Southampton und Glasgow. Die dänische Cimber Air mit Sitz in Sonderborg verbindet München und Berlin-Tegel mit Billund in Jütland im Süden Dänemarks. Vom 31. März an kommt die Strecke von München ins südschwedische Norrköping hinzu. Wettbewerber Sterling, ebenfalls mit Sitz in Dänemark, fliegt von Berlin-Tegel nach Kopenhagen sowie von Dortmund nach Kopenhagen und Stockholm, die finnische Blue 1 startet von Hamburg nicht nur nach Helsinki, sondern auch nach Riga, Tallinn und Vilnius. Clickair, eine Iberia-Beteiligungsgesellschaft, steuert von ihrem Heimatflughafen Barcelona Berlin-Tegel, Frankfurt und München ab 20 Euro pro Strecke an.
Auch die österreichische Gesellschaft Intersky, die mit kleinen Dash-8-Maschinen von 59,99 Euro an je Flug ab Friedrichshafen am Bodensee Ziele wie Wien, Graz, Köln, Hamburg, Berlin und Dresden bedient, hat ihren Flugplan erheblich aufgestockt. Neu im Sommer sind ab Friedrichshafen die Ziele Münster-Osnabrück, Bastia, Split und Paris.
Fabian von Poser
- Datum 20.03.2008 - 11:56 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 20.03.2008 Nr. 13
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Die günstigen Airlines können ähnliches bewirken . Menschen werden reisen, weil es günstig ist. Sie werden neue Eindrücke sammeln, benachbarte Länder im Osten kennenlernen . Gut , ohne wenn und aber. Nein, jetzt kommt kein" JA Aber CO² , Lärmemission, etc". Persönlich nütze ich einige der genannten Fluglinien regelmäßig. Es ist nicht alles so, wie bei den Mitgliedern der STAR Alliance, doch vollkommen in Ordnung. Und wenn nicht, bei den kleinen Preisen schämt man sich fast, wenn man sich beschwert.
Schmunzeln musste ich im letzten Teil des Artikels- Stichwort DASH (von bösen Zungen auch CRASH genannt) SAS hat vor einiger Zeit die gesamte Dash-Flotte aus dem Verkehr gezogen. Ich habe mich schon gefragt, wohin sie wohl verkauft wurde. In die Alpenrepublik also.
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