TV-Unterhaltung
Meister des Leichten
Er dachte sich die »Schwarzwaldklinik« und das »Traumschiff« aus, entdeckte Peter Alexander und Elke Sommer. Wolfgang Rademann hat mit seinen Fernsehproduktionen ein Stück Gesellschaftsgeschichte geschrieben. Mit Deutschlands erfolgreichstem Fernsehproduzenten sprachen Hanns-Bruno Kammertöns und Stephan Lebert
Wolfgang Rademann: Ich finde, wir sollten zunächst etwas klären: Warum bitte will die ZEIT mit mir sprechen? Ich bin ein vordergründiger Unterhaltungsmacher…
DIE ZEIT: Weil es kaum jemanden gibt, der das deutsche Fernsehen so beeinflusst hat wie Sie. Serien wie Die Schwarzwaldklinik oder Das Traumschiff,Ein verrücktes Paar mit Harald Juhnke, Shows von Lilli Palmer bis Peter Alexander – alles stammt aus der Werkstatt Wolfgang Rademanns.
Rademann: Sicher, ich habe viel gemacht. 477 Produktionen von mir sind bislang gesendet. Aber ich arbeite nicht für das Fernsehmuseum. Ausgestrahlt, und dann darf es bitte wieder vergessen werden, das war immer mein Motto. Ich bin nicht scharf auf einen Grimme-Preis. Mein alter Spruch »Wenn ich eine gute Kritik in der Süddeutschen Zeitung bekomme, habe ich etwas falsch gemacht« gilt immer noch.
ZEIT: 477 Produktionen? Wir sind beeindruckt, dass Sie diese Zahl parat haben.
Rademann: Ich nenne Ihnen noch eine andere Zahl: 1789! So viele TV-Filme habe ich in den letzten Jahren gesehen. Ich führe genau Buch über jedes Fernsehspiel, schneide bei jedem die Ankündigung aus der Fernsehzeitung aus, dazu meine Noten: 1, sehr gut, 2 bis 3, so mittel, oder einfach: abgebrochen, weil Quatsch. Das Vielsehen gehört zu meinem Job, ich bin neugierig, was bei der Konkurrenz läuft.
Für das erste Gespräch hat Wolfgang Rademann das Hotel Atlantic in Hamburg vorgeschlagen. Hier steigt er ab, wenn er in der Hansestadt zu tun hat, hier reserviert er einen Tisch in der Pianobar, an dem er Besucher empfängt. Der Tag ist durchgetaktet, in seinem kleinen Notizbuch hat der Produzent zu jeder vollen Stunde einen neuen Termin vermerkt. Zeit für ein Mittagessen ist heute nicht vorgesehen, Rademann improvisiert mit Wiener Würstchen und Kartoffelsalat. Dabei lebt er nach eigener Einschätzung durchaus gesundheitsbewusst. Den mittlerweile 104 Jahre alten Jopi Heesters habe er einmal nach dessen »Geheimrezept« gefragt. Erstens Gartenarbeit, habe der geantwortet, zweitens Sauna, drittens viel Knoblauch. Die Idee mit dem Knoblauch hat Rademann übernommen, er isst ihn seitdem täglich.
ZEIT: Wenn Sie sich einen Film anschauen…
Rademann: …weiß ich nach zehn Minuten, ob der Film etwas taugt oder nicht. Das ist auch bei meinen eigenen Produktionen so. Manchmal liegt’s an der Regie, manchmal am Buch, oder das Thema ist einfach verbraucht. Zum Beispiel kann ich nicht mehr sehen: wenn eine Tochter den wahren Vater sucht, den ihr die Mutter verheimlicht hat, oder umgekehrt. Früher war die Vater-Mutter-Suche mal interessant, mittlerweile ist das Thema aber durchgenudelt.
ZEIT: Also haben Filmstoffe so etwas wie Konjunktur?
Rademann: Natürlich. Denken Sie an den Juwelendieb auf dem Kreuzfahrtschiff, über Jahre ein Klassiker. Heute fährt Frau Schulz auf solchen Schiffen. Da ist nicht mehr viel mit Juwelen. Also können Sie auch den Juwelendieb vergessen. Was soll der klauen?!
ZEIT: Wir möchten von Ihnen die Geschichten aus der Unterhaltungsindustrie hören, von den fünfziger Jahren bis heute. Harald Schmidt ist der Ansicht, dass sich niemand besser auskennt als Wolfgang Rademann. Der kenne die wahren Storys.
Rademann: Das hat Harald Schmidt gesagt? Ist ja ehrenvoll. Sicher meint er die Geschichte, wie Oswalt Kolle und ich Elke Sommer entdeckt haben.
ZEIT: Oswalt Kolle? Der Aufklärungspapst?
Rademann: Zum Aufklärer wurde er später. 1958 war Oswalt Kolle Feuilletonchef der Berliner B.Z. Ich hatte bei dieser Zeitung gerade als freier Reporter angefangen. Chefredakteur war der legendäre Karl-Heinz Hagen, der kam eines Abends plötzlich in die Feuilletonredaktion. Ich saß noch da, Kolle war schon weg. Hagen schoss auf mich zu und befahl, unverzüglich das Blatt umzubauen. Es sei gerade ein Mord passiert, den wolle er groß auf der Seite eins bringen. Damals kam ein Mord noch auf Seite eins. Daher brauchte er nun auf der Mittelseite etwas Leichtes, »irgendeine Mieze, große Bilder, kleiner Text dazu«. Ich stand ziemlich blöd da und fragte: Woher soll ich eine Mieze nehmen? Hagen meinte daraufhin: Mach mal den Schreibtisch von Kolle auf, der hat doch immer was drin. Und tatsächlich lag in einer Schublade ein ganzer Stapel von Mädchenbildern. Hagen zeigte auf eine Blondine und meinte: Die nehmen wir, schreib was dazu. Es war abends um neune, und ich dachte: Was soll ich schreiben? Ich hatte nur den Namen, der auf dem Bild stand: Elke Schleetz aus Berlin-Spandau. Also habe ich irgendwas geschrieben, und am nächsten Tag erschien die blonde Elke groß in der Zeitung.
ZEIT: Und wie war die Reaktion?
Rademann: Die Telefone klingelten Sturm. Die Ufa, der Produzent Artur Brauner, die Agentin Elli Silman, alle wollten Kontakt mit ihr haben. Wir hatten keine Ahnung, wie man das Mädchen erreichen konnte, auch der Fotograf Herbert Fried nicht. Na, irgendwann hat Oswalt Kolle sie in Italien aufgetrieben. Wir schickten ihr ein Flugticket, und ich stand mit einem Blumenstrauß am Flughafen Tempelhof. Wir machten noch mal eine große Geschichte draus. Und kurze Zeit später spielte sie als Elke Sommer schon mit Horst Buchholz im Totenschiff bei der Ufa.
ZEIT: Waren Sie gerne Reporter?
Rademann: Es hat mir großen Spaß gemacht. Ich habe auch viel Glück gehabt. Der damals schon sehr bekannte Will Tremper hat mich gefördert. Ich lebte ja in Ost-Berlin und war dort als Reporter unterwegs. Der Komponist Martin Böttcher vermittelte mich dann zu Tremper, und irgendwann stand ich tatsächlich eines Nachmittags so gegen 17 Uhr im Hotelzimmer vor ihm, im Park-Hotel, heute ist da ein Altenheim drin. Ich klopfte, ging rein, und da lag Tremper im Morgenmantel im Bett, vierzig Zeitungen und zwei Mädchen in Reichweite. Da dachte ich, das ist ja ein Ding, das ist also der Westen, genau wie im Film. Tremper war etwas genervt, rief den B.Z.- Chefredakteur Hagen an und sagte, er habe hier einen enorm begabten jungen Kollegen, ob er den mal gleich vorbeischicken könne. Tremper hatte mich noch nie gesehen, hatte noch nie was von mir gelesen. Hagen hat auf seine Empfehlung gehört und mich noch am selben Abend engagiert. So ein Glück gibt es nur einmal. Im November 1958 bin ich dann zusammen mit meiner Mutter aus dem Ostteil der Stadt abgehauen. Neun Jahre war ich bei der B.Z. Eine tolle Zeit!
ZEIT: Sie haben später mit Tremper viel zusammengearbeitet. Ein schillernder Typ, der auch als Drehbuchautor und Regisseur einen Namen hatte.
Rademann: Ich habe für ihn viele Recherchen gemacht. Schreiben war nie mein Ding. Wenn Frank Sinatra in Berlin war, bin ich ihm hinterher. Marlene Dietrich habe ich interviewt. Mann, hat das Spaß gemacht. Für Tremper hab ich dann die ganz großen Serien im stern recherchiert, mit Deutschland, Deine Sternchen hat es angefangen, die erfolgreichste Illustriertenserie aller Zeiten, die Auflagensteigerung ging in die Hunderttausende. Renate Ewert, Susanne Cramer, Kai Fischer und Unzählige mehr, ich hab sie alle interviewt. Als das vorbei war, machten wir die Serie Deutschland, Deine Stimmchen, da waren die Sängerinnen dran, und dann kam noch Deutschland, Deine Mode, die Mannequins. Na ja, irgendwann war der Stoff zu Ende. Mehrere Jahre hab ich das gemacht. Wissen Sie, wer der zweite Rechercheur war?
ZEIT: Nein, also raus damit.
Rademann: Gerd Heidemann. Später ist er mit den gefälschten Hitler-Tagebüchern untergegangen.
ZEIT: Heidemann wurde wegen Betrugs zu drei Jahren Gefängnis verurteilt.
Rademann: Ein toller Windhund! Unsere Zusammenarbeit damals war bestens. Ein anderer, mit dem ich im Team gearbeitet habe, war der Fotograf Klaus Bier, der hat heute eine Currywurstbude am Kurfürstendamm, die beste der Stadt. Oder Axel Springer junior. Und vor allem Lothar Winkler, der beste Reporterfotograf dieser Zeit.
ZEIT: Leute wie Will Tremper galten als der Inbegriff des Playboys. War das auch Ihre Welt?
Rademann: Nein, dazu war ich immer viel zu bodenständig. Tremper lebte immer in großen Luxusvillen, in Berlin war es ein Haus in Dahlem. Aber eines Morgens rief mich seine damalige Frau an und sagte, sie habe kein Geld mehr, den Kindern Milch zu kaufen, ob ich ihr etwas leihen könne. Ich brachte ihr zwanzig Mark und dachte, große Villa und kein Geld für Milch, da stimmt doch was nicht. Also mir war ein solches Leben immer völlig fremd. Aber Tremper war schon ein verrückter Bursche, ein genialer Schreiber. Da gab es manchmal unglaubliche Szenen: Redakteure vom stern warteten vor seiner verschlossenen Haustür. Erst wenn sie Geldscheine unten durchsteckten, schob er als Gegenleistung die einzelnen Manuskriptseiten unter der Tür hindurch.
ZEIT: Und warum waren Sie selber so vernünftig?
Rademann: Ach, wissen Sie, ich komme wirklich aus sehr kleinen Verhältnissen, ich habe keine Geschwister. Meine Eltern sind ein typisches Beispiel ihrer Generation: Immer wenn sie sich was geschaffen hatten, fielen sie wieder auf die Nase. Da war der Erste Weltkrieg, dann kam die Inflation, dann kam der Zweite Weltkrieg. Sie haben immer wieder versucht hochzukommen, und dann hat ihnen die Zeit immer wieder Knüppel zwischen die Beine geworfen. Mein Vater ist 1947 gestorben, er wurde nur 53 Jahre alt. Er ist gewissermaßen an Unterernährung gestorben. Meine Mutter hat versucht, ihn zu pflegen, aber es ist nichts geworden. Das Wasser kam erst in seine Beine, dann stieg es immer höher. Als es das Herz erreicht hatte, war er tot.
ZEIT: Welche Erinnerungen haben Sie an das Leben allein mit Ihrer Mutter?
Rademann: Ich habe erst später begriffen, was sie durchgemacht hat. Wir lebten in Neuenhagen, einem Vorort von Berlin. Es war die bitterarme Zeit, ich weiß noch, wie sie aus Kastanien, die ich gesammelt habe, Buletten gemacht hat und aus Kartoffelschalen Suppe. Heute muss ich oft lachen: In manchen Edellokalen zahlt man für eine Brennnesselsuppe viele Euro, damals habe ich mir beim Einsammeln die Finger verbrannt.
ZEIT: Hatten Sie große Angst während des Krieges?
Rademann: Bei den Luftangriffen schon. Aber ich hatte sicher ein paar Schutzengel da oben oder wie man das nennt. Als 1945 die Russen einmarschierten, da residierten mal so siebzig Soldaten in unserem Garten. Sie bauten eine große Gulaschkanone auf, sie gaben uns Kindern immer was ab. Meistens hatten sie nur Reis und trockenes Brot. Deswegen habe ich bis heute übrigens keinen Spaß daran, Reis zu essen. Na ja, jedenfalls lagen auch alle möglichen Waffen in unserem Garten, und eines Tages spielte ich mit einem merkwürdigen Stück Eisen, das ich auf dem Boden gefunden hatte. Dann wurde es mir langweilig, und ich warf das Ding über den Zaun zum Nachbarn. Und der Junge drüben, er war acht, hob es auf, ich sag mal, ich habe das Ding nach links gedreht, und er dreht es nach rechts und fliegt in die Luft. Es war eine Handgranate oder so etwas. Hätte ich nach rechts gedreht, säße ich nicht hier.
ZEIT: Sie sagten eben »die Schutzengel da oben«. Sind Sie religiös?
Rademann: Nee, nee. Ich bin gar nichts, habe mich nie mit dem Thema Religion beschäftigt.
ZEIT: Können Sie sagen, was Sie im Leben entscheidend beeinflusst hat? Ist es diese Kindheit?
Rademann: Ich denke, ja. Eines wusste ich immer: Bleib bloß mit beiden Beinen auf der Erde. Für diese Eigenschaft bin ich sehr, sehr dankbar. Wissen Sie, ich bin ja in meiner Branche umgeben von Spinnern, von Nixkönnern und Bluffern, die trotzdem großen Erfolg haben, oft aber auch schnell wieder abstürzen. Angesichts dieser hysterischen Aufgeregtheiten ist es sehr gut, normal zu sein.
ZEIT: Gibt es Warnzeichen, wenn Leute durchdrehen?
Rademann: Da könnte ich viel erzählen, will ich aber nicht. Nur ein kleines Beispiel: Es gab einen jungen Schauspieler, der wurde mit einer TV-Soap bekannt, sah gut aus, wurde ein Liebling der Teenies. Eines Tages kam sein Manager auf mich zu und sagte, ich könne ihn nun engagieren, er sei jetzt frei, er sei sehr preiswert, für eine Tagesgage von 10000 Mark sei er zu haben. Da sagte ich spontan zu ihm: »Zahlen Sie mir das Geld, dass ich den nehmen soll? Sein Publikum ist ein völlig anderes, meine Zuschauer kennen den gar nicht.« Was für eine Überheblichkeit. Von diesem Schauspieler hört man heute nichts mehr. Oft überdrehen die Manager. Das ist im Moment auch gerade der Fall bei einer jungen Schauspielerin, die in Deutschland zurzeit, sagen wir mal, von sich reden macht. Ich höre aus der Branche: Die dreht durch. Der Manager schickt Verträge, da steht im Kleingedruckten: eigener Wohnwagen, Businessclass-Flug, Mitsprache bei den mitspielenden Kollegen und all so ein Quark. Die wird sich wundern, wie schnell sie wieder weg vom Fenster ist.
ZEIT: Gibt es Leute, bei denen Sie sagen: Mit dem auf keinen Fall?
Rademann: Eigentlich nicht. Ich hatte mal Heinz Hoenig auf dem Traumschiff, der hatte damals den Ruf, schwierig zu sein. Ich kann nur sagen: Es gab null Probleme, es war eine wunderbare Zusammenarbeit. In unserer Branche wird viel Quatsch erzählt.
ZEIT: War Harald Juhnke auch ein Fall von Größenwahn?
Rademann: Nein, überhaupt nicht. Harald war nie abgehoben. Sein Problem war allein: Er hatte nur die Arbeit. Er hatte keinen Freund, kein Hobby, nur Interesse an seinem Beruf. Harald wollte immer: spielen, spielen, spielen. Aber wenn der Vorhang fiel oder die Szene abgedreht war, konnte man mit ihm über nichts reden. Wenn der Applaus vorbei war – und er hatte immer Riesenapplaus – dann fiel er in ein dunkles Loch. Was machte er? Er fing zu saufen an. Und spielte immer weiter seine Rolle, ob er mit dem Taxifahrer quatschte oder dem Kellner.
ZEIT: Konnte man bei Juhnke sehen, dass es schiefgehen würde?
Rademann: Ich weiß nicht. Als ich im Jahr 1979 Ein verrücktes Paar mit ihm machte, waren die Alkoholabstürze ja schon da. Er hatte gerade einen Zusammenbruch, und ich besuchte ihn im Krankenhaus. Er versprach mir in die Hand, dass während der Dreharbeiten nichts passieren würde. Und er hat das Versprechen gehalten, es ist nichts passiert.
ZEIT: Einer Ihrer ältesten Weggefährten ist Peter Alexander, mit Harald Juhnke wohl kaum zu vergleichen?
Rademann: Peter Alexander ist mein wichtigster Freund. Er ist ein völlig anderer Typ als Juhnke, denn er hatte nach dem Auftritt ein Leben. Er hatte immer ein Zuhause, eine Familie, seine Hobbys. Nur ein Beispiel: Alexander liebt das Essen, bis heute. Eigentlich war Essen für ihn immer das Wichtigste. Juhnke war Essen immer ziemlich egal. Nach dem Tod seiner Frau lebt Peter Alexander heute sehr zurückgezogen, ich bin einer der wenigen, die noch regelmäßig Kontakt haben. Als ich im letzten Jahr Geburtstag hatte, sagte er: Feier doch bei mir. Seine Haushälterin hat für uns gekocht. Sie macht den besten Schweinebraten der Welt.
ZEIT: Wie fing das an mit Ihnen und Peter Alexander?
Rademann: Mitte der sechziger Jahre löste ich mich so allmählich aus dem Journalismus. Ich machte nebenbei die Pressearbeit von Caterina Valente und auch von Pierre Brice, der damals den Winnetou spielte. Das hatte der Produzent Horst Wendlandt vermittelt. Bei Interviews lernte ich Peter Alexander kennen, schon damals war allen klar, dass er eines der größten Talente war, die es jemals gab, sowohl als Sänger und Komödiant wie auch als Entertainer und Schauspieler. Im Jahr 1969 fragte Peters Frau, die zugleich seine Managerin war, ob ich für das ZDF eine Show mit ihrem Mann produzieren wolle.
ZEIT:Die Peter Alexander Show war jahrzehntelang die erfolgreichste Fernsehshow überhaupt mit rund 27 Millionen Zuschauern, eine heute unerreichbare Zahl.
Rademann: Das war meine schönste TV-Zeit. Musik ist emotionaler als das Wort. Rund zehn Jahre habe ich nur TV-Shows produziert. Und das mit dem besten Entertainer der Nation: Peter Alexander! Wir sind uns in vielen Dingen sehr ähnlich. Unser Grunddenken ist konservativ, wir haben beide den Krieg erlebt, sind immer bodenständig geblieben. Und vor allem haben wir den gleichen Geschmack, die gleichen Vorstellungen von unserer Arbeit, vom Umgang mit dem Publikum. Das Einzige, was uns trennt: Peter Alexander ist wesentlich fauler als ich, dafür ist er wesentlich begabter.
ZEIT: Fauler?
Rademann: Ja, er wollte immer möglichst wenig arbeiten. Er ist lieber zum Angeln gegangen. Angeln ohne Ende, das war sein Ding. Zwei-, dreimal habe ich ihn begleitet, aber das war mir zu blöde, immer zu warten, bis so ein Fisch kommt, daran habe ich keinen Spaß. Dabei durfte ich nicht mal reden, nein, das ist nichts für mich.
ZEIT: Wird Ihnen schnell langweilig?
Rademann: Sehr schnell. Und ich hasse Langeweile. Meine Erfahrung ist, dass Gespräche oft nach zwei Stunden zäh werden, da habe ich gesagt, was ich sagen möchte, da habe ich gehört, was ich hören will. Mehr möchte ich gar nicht. Deshalb habe ich mir angewöhnt, den Abend in »Gesprächsschichten« einzuteilen. Erste Schicht: 18 bis 20 Uhr, zweite Schicht: 20 bis 22 Uhr, und ab und zu noch ’ne Spätschicht von 22 bis open end. Die meisten wollen die Spätschicht…
Die zweite Halbzeit des Interviews mit Wolfgang Rademann findet in Berliner Kempinski-Hotel statt. Auch hier bevorzugt er die Bar, einen Tisch ganz hinten. Von hier aus kann er gut sehen, wer zur Tür hereinkommt, ihn selber aber lässt man in Ruhe. Deshalb meidet er auch Orte wie das Restaurant Borchardt in Berlin-Mitte, wo doch jeder mitbekomme, wer sich mit wem treffe. Überhaupt, »der schicke Osten« gefällt ihm nicht. Er ist der Westberliner mit Villa in Zehlendorf geblieben, einen Medienmann hat er noch nie ins Haus gelassen.
ZEIT: Ist Ihre Ungeduld auch der Grund dafür, dass Sie nie verheiratet waren, nie eine Familie hatten?
Rademann: Ich wollte nie mit jemandem zusammenleben. Es hätte ja durchaus Gelegenheiten gegeben, natürlich. Aber das stand für mich immer fest. Da gab es nie einen Umkipper in meinem Leben.
ZEIT: Wir haben lange kramen müssen im Pressematerial über Ihr Leben: An einer Stelle ist zu lesen, Sie seien von einer Frau verletzt worden. Sie sei mit einem Freund von Ihnen durchgebrannt.
Rademann: Ach, das ist ja hundert Jahre her. Ich war verliebt in eine Schauspielerin und stellte sie einem Freund von mir vor. Na, und kurze Zeit später haben die beiden geheiratet. Das fand ich nicht so komisch.
ZEIT: Sie führen seit Jahren eine Fernbeziehung mit der Schauspielerin Ruth Maria Kubitschek. Sie leben in Berlin, Frau Kubitschek am Bodensee.
Rademann: Wir haben uns am 14. Januar 1976 kennengelernt. Wir haben uns in den 32 Jahren selten länger als eine Woche an einem Stück gesehen. Wir brauchen das Aufeinandergehocke nicht.
ZEIT: Hat die Angst vor engen Bindungen nicht oft mit der Angst vor Abhängigkeiten zu tun?
Rademann: Lassen Sie das mal mit der Psychologie, davon verstehe ich nichts. Aber wenn Sie schon nach einem Lebensmotto bei mir suchen, dann ist es die totale Freiheit. Ich bin sehr stolz, dass ich von meinem 17. Lebensjahr an nie einen richtigen Chef hatte. Ich hatte mein ganzes Leben nie eine feste Anstellung. Ich hatte nie eine feste Bindung, weder privat noch geschäftlich. Ich bin finanziell unabhängig, mir kann keiner, dieses Gefühl brauche ich. Dieses Gefühl muss ich haben, auch bei einer Frau. Allein der Gedanke, dass mich jemand fragt, was machst du heute Abend, nervt mich. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich tue viele Dinge freiwillig gerne, aber nie auf Druck. Ich habe auch nie eine Firma gegründet, ich war immer alleine, ein Einzelgänger. Ich arbeite seit 35 Jahren mit der Polyphon zusammen und habe bis heute noch keinen Vertrag. Ein Handschlag genügt, nach dem Motto: »Ein Mann, ein Wort.«
ZEIT: Fürchten Sie nicht, Sie zahlen mal einen Preis für diese totale Freiheit?
Rademann: Wenn ich krank werde? Ich finde es eigentlich eine Unverschämtheit, mit jemandem nur aus Berechnung zusammen zu sein. Nach dem Motto: Ich liebe dich zwar nicht, aber du kannst mich später mal füttern, wenn ich nicht mehr kann. Das finde ich eine Frechheit.
ZEIT: Zurück zu Ihrer Arbeit. Angenommen, wir bieten Ihnen folgende Idee für eine Geschichte an: Eine Frau verschwindet plötzlich auf dem Schiff, ohne irgendeine Spur zu hinterlassen. Wäre das was fürs Traumschiff?
Rademann: Nee, das ginge nicht, wegen der Reederei. Die sagen nämlich, bei uns geht nie einer über Bord. Eine echte Lieblingsidee von mir wäre folgende: Es gibt in der Küche auf dem Schiff riesige offene Kessel, in denen die Suppen fürs Abendessen gekocht werden. Und in diese Kessel würde ein Erpresser ein Mittel werfen, sodass alle Passagiere in einen Tiefschlaf fallen. Seine Forderung: Entweder ihr zahlt, oder ich vergifte die nächsten Suppen auch. Ich fände das ungeheuer dramatisch, aber das geht natürlich nicht. Klar, sehe ich auch ein. Geiselnahme, Mord, diese Art von Dramen kann ich auf dem Traumschiff nicht machen. Da sind die Reederei und ich einer Meinung. Aber Liebesgeschichten, die sind beliebt.
ZEIT: Gibt es da ein Rezept?
Rademann: Das Übliche: Es muss ein Happy End geben. Und das Interessante bei einer Liebesgeschichte ist immer, auf welch möglichst verschlungenen Wegen Menschen zueinanderfinden. In dem Moment, wo sie sich gefunden haben, ist die Story langweilig.
ZEIT: Wie entdecken Sie Ihre Stoffe?
Rademann: Ich lese wahnsinnig viele Zeitungen und Magazine, jeden Tag. Alles außer Sport. Ich fresse Zeitungen. Und reiße dauernd Artikel raus. Zum Beispiel diese Geschichte vor einigen Wochen, wo in einer Klinik nach der Geburt Kinder vertauscht wurden. Das habe ich dem ZDF geschickt, weil ich genau diesen Stoff früher schon mal machen wollte. Damals sagten die: Nee, das ist zu unglaubwürdig.
ZEIT: Warum haben Sie immer für das ZDF gearbeitet? Haben die privaten Sender Sie nie gereizt?
Rademann: Sicher gab es Angebote. Als Helmut Thoma und Marc Conrad bei RTL waren, führten wir ein Gespräch, in dem es um viel Geld ging, um mehr Geld, als ich beim ZDF bekam. Doch ich habe zu denen dann ziemlich schnell gesagt: Kinder, das wird nichts. Das Geld, das ich bei euch mehr verdiene, gebe ich gleich beim nächsten Arzt aus, weil ich mich so über eure Redaktion aufregen muss.
ZEIT: Warum fürchteten Sie die Redakteure?
Rademann: Schauen Sie, das Problem sind doch nicht die Leute ganz oben, sondern die unten. Mit denen haben Sie täglich zu tun. Und ich hatte keine Lust, dass mir irgendwelche Jungredakteure das Fernsehen erklären. Beim ZDF sind diese Leute in Ordnung, sicher gab es auch mal Probleme, aber die konnten wir unter uns klären. Ich musste nie nach oben laufen, zum Programmdirektor oder zum Intendanten. Der langjährige Intendant Dieter Stolte hat zu mir mal gesagt: »Denk dran, du hast im ZDF einen Schuss frei.« Dass ich diesen Schuss nie gebraucht habe, darauf bin ich stolz.
ZEIT: Sind Sie Millionär?
Rademann: Ach, immer diese Frage, die ich schon aus Steuergründen nicht beantworte. Ich sage immer, ich gehe abends in den Keller und schippe meine Kohle um. Auf jeden Fall bin ich auch auf diesem Feld sehr konservativ, ich mache keine Experimente. Ich habe an der Börse noch keine müde Mark verloren, ich war noch nie dabei.
ZEIT: Allein Die Schwarzwaldklinik wurde dutzendfach ins Ausland verkauft.
Rademann: Davon habe ich ja nichts. Das ZDF bezahlt mich für die Produktion und fertig. Der Autor der Schwarzwaldklinik Herbert Lichtenfeld ist reich geworden, weil der für jede Ausstrahlung ein Wiederholungshonorar bekam. Sensationell: Acht Mal hat das ZDF die Serie schon wiederholt. Da kommt was zusammen.
ZEIT: Herr Rademann, als die Mauer im November 1989 fiel…
Rademann: …erinnern Sie mich nicht daran, das war die schlimmste Stunde meines Lebens!
ZEIT: Wie bitte?
Rademann: Stellen Sie sich nur vor, die Mauer fiel, und ich war mit dem Traumschiff auf den Bahamas. In dieser unglaublichen Stunde, von der ich in meinem Leben nicht geglaubt habe, dass sie jemals stattfindet, sitze ich auf den Bahamas und gucke auf Palmen. Ich habe mich wahnsinnig geärgert, dass ich in dieser Nacht nicht live dabei war.
ZEIT: Und was haben Sie dann gemacht?
Rademann: Ich habe die Dreharbeiten sofort verlassen und war 48 Stunden später in Berlin. Bin gleich zur Mauer gefahren und rüber. Das kann sich keiner vorstellen, was mir das bedeutet hat. Das waren die emotionalsten Stunden meines Lebens. Ich hätte nie gedacht, dass ich das noch erlebe. Habe ich Ihnen eigentlich schon die Geschichte von dieser Frau erzählt, die eine Jugendfreundin war und die ich dann nach dem Mauerfall wiedergesehen habe?
ZEIT: Nein, erzählen Sie.
Rademann: Wir hatten immer ein bisschen Kontakt, ich hab auch mal zu Weihnachten ein Päckchen rübergeschickt. Und dann nach der Wende das erste Wiedersehen nach Jahrzehnten. Eine reife Frau kam auf mich zu, nun bin ich ja auch nicht schöner geworden, immerhin haben wir uns erkannt. Sie war inzwischen verheiratet, klar, und sie hatte außer Bulgarien und Rumänien nichts gesehen, sie durften ja nicht raus. Dann hab ich gesagt, pass mal auf, ich lade dich und deinen Mann nach Mallorca ein, ich spendiere euch die Reise. Also, die fuhren da hin – und was passiert? Nach vier Tagen Mallorca rennt der Mann über die Straße, wird vom Auto überfahren und ist tot. Die Frau kommt als Witwe zurück. Eine tragische Geschichte.
ZEIT: Wahrscheinlich haben Sie sich bereits überlegt, ob daraus ein Filmstoff zu machen ist?
Rademann: Nun, man müsste es jedenfalls tragikomisch anlegen, und irgendwie geht das auch nicht. Ich habe viele Mauergeschichten gesammelt, interessante Sachen, die Stasi und ihre Romeos zum Beispiel, was für ein Stoff. Aber die anderen waren schneller, bis ich so weit war, lief das alles schon im Fernsehen.
ZEIT: Ist Wolfgang Rademann so etwas wie der Johannes Mario Simmel des Fernsehens?
Rademann: Simmel ist mit Sicherheit intelligenter und begabter als ich. Simmel ist eine große Figur. Ich würde mich nie mit Simmel vergleichen wollen.
ZEIT: Und was ist Ihre größte Begabung?
Rademann: Wissen Sie, in unserer Branche kann man zu früh dran sein mit einem Stoff oder einem Format – oder zu spät. Beides ist nicht gut. Ich habe vielleicht einen ganz guten Riecher für den richtigen Zeitpunkt. Ich war mit Formaten wie der Schwarzwaldklinik und dem Traumschiff der Erste, und ich habe zum Beispiel gerochen, dass das klassische Showbusiness in den USA im Fernsehen zu Ende geht, daraufhin habe ich die Alexander Show und alle meine anderen Shows mit Anneliese Rothenberger oder Wencke Myhre abgebrochen, zu einem Zeitpunkt, als alle noch meinten: Bist du verrückt? Ein paar Jahre später haben es dann alle gemerkt. Die Showzeit war vorbei!
ZEIT: Was ist Ihre Messlatte für den Erfolg?
Rademann: Das Echo beim Publikum. Das ist die Quote, wenn Sie so wollen. Wenn die Leute mein Programm nicht sehen wollen, muss ich mir Gedanken machen, was ich falsch gemacht habe. Aber man muss natürlich ganz genau hinschauen: Ich hatte einmal mit dem Traumschiff eine ganz schlechte Quote. Was war los? Ein gewaltiger Sturm hatte draußen getobt, viele Haushalte waren ohne Strom. Aber danach fragt niemand. Schlechte Quote ist schlechte Quote. Anderes Beispiel: Heinz Drache, Gott hab ihn selig, spielte als neuer Kommissar seinen ersten Tatort, Riesenquote, weil im ZDF eine Oper, La Bohème, glaub ich, dagegen lief. In den Zeitungen hieß es: Drache der neue Star. Sein zweiter Tatort lief gegen ein normales Programm im ZDF, Quotensturz war die zwangsläufige Folge. Die Zeitungen schrieben: Heinz Drache am Ende! Verstehen Sie? Es ist manchmal schon ein windiges Gewerbe.
ZEIT: Wie wichtig war und ist in Ihrer Karriere der Blick auf die USA?
Rademann: Heute ist der nicht mehr wichtig, weil es keine Shows im amerikanischen Fernsehen mehr gibt, kaum noch klassische Fernsehfilme. Das US-Fernsehen ist nicht mehr das, was es war.
ZEIT: Wie finden Sie beispielsweise eine Erfolgsserie wie 24?
Rademann: Sehr spannend, aber ein anderes Genre. Da geht es um Action und Spannung, das ist nicht meine Sache. Früher waren die USA für mich das Vorbild. Nur weil ich Dean Martin und seine Show gesehen hatte, gab es die Peter Alexander Show. Nur weil ich Love Boat gesehen hatte, erfand ich das Traumschiff. Die Amerikaner haben ein anderes Unterhaltungsverständnis als wir. Habe ich mich amüsiert, gelacht, geweint, mich gut unterhalten, war es spannend? Das sind ihre Kriterien. Daran habe ich mich immer orientiert. Schlechte Nachrichten kennen die Leute genug. Das Elend der Welt müssen sie nicht auch noch von mir präsentiert bekommen. Neunzig Minuten Entspannung, danach kommt der miese Wetterbericht – die Pause ist kurz genug.
ZEIT: Frank Sinatra war in den USA immer der große Held, er wurde vergöttert. Einer wie Peter Alexander war in Deutschland und Österreich extrem erfolgreich, aber in großen Teilen der Presse wurde über ihn eher gespottet als den Mann der leichten Muse.
Rademann: Das ist ja auch ein Unterschied: Von Amerika geht’s in die Welt hinaus, von Deutschland nicht.
ZEIT: Was fehlt Ihnen in den Fernsehprogrammen des Jahres 2008?
Rademann: Ich finde bedauerlich, dass es keine großen Volksschauspieler mehr gibt, Marke Heidi Kabel und Willy Millowitsch. Das liegt vermutlich daran, dass, außer im bayerischen Fernsehen, die Dialekte beinahe abgeschafft wurden. Großer Fehler. Und wissen Sie, was mich noch stört? Dass am Ende von Filmen neuerdings auf den Abspann verzichtet wird, auch bei den öffentlich-rechtlichen Sendern. Man will doch in Ruhe gucken, wer mitgespielt hat, wer was geschrieben hat. Stattdessen beginnt schon nach zwei Sekunden der Trailer für das nächste Programm. Früher gab es dieses emotionale Ausklingen, heute ist alles so schnelllebig. Ich habe mich beim Traumschiff lange dagegen gewehrt, aber null Chance.
Auch im Berliner Kempinski-Hotel kommt Wolfgang Rademann an diesem Nachmittag nicht zur Ruhe. Einige der Nachbartische sind offenbar mit Drehbuchautoren besetzt, die Rademann in ein kurzes Gespräch verwickeln. Sie alle eint die ewige Suche nach dem guten und quotenträchtigen Stoff. Wieder an seinem Platz, kommt Rademann auf einen seiner größten Irrtümer zu sprechen, seinen Versuch, »über diese verrückte Esoterikszene massentaugliche Geschichten zu entwickeln«. Die Millionenauflagen der Esoterikbücher hatten ihn auf die Idee gebracht, also produzierte er die Serie »Insel der Träume«. Die Resonanz war vergleichsweise verhalten. Rademann erkannte seinen Fehler: Die Esoterikszene sei in Wahrheit gar nicht so groß, so mancher sei nur verrückt und kaufe sich zwanzig Bücher.
ZEIT:
Viele von den großen alten Fernsehleuten sind inzwischen gestorben.
Rademann:
Ja, Wussow, Pfitzmann, Peter Gerlach, Juhnke, Hamann, Horst Wendlandt. Ich sage Ihnen, ich war in letzter Zeit so oft auf dem Friedhof, dass ich manchmal schon dachte, ich kann mir da langsam ein Zelt aufstellen. Neulich habe ich mich bei einer Beerdigung schrecklich gelangweilt, die war viel zu unemotional. Da habe ich einen Entschluss gefasst: Ich werde veranlassen, dass meine Beerdigung kurz und heiter wird. Wäre ja noch schöner, wenn ich zum Schluss alle langweilen würde.
- Datum 24.3.2008 - 01:30 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 20.03.2008 Nr. 13
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