Steuer Wenn Steuern Unrecht sind
Die Freibeträge müssen steigen
Wichtiger als eine wolkige Debatte über soziale Gerechtigkeit ist für die Bürger dieses Landes, dass die Gesetze, an die sie sich halten müssen, gut und gerecht sind. Zumindest sollten diese Gesetze nicht im Widerspruch zur Verfassung stehen. Das ist bei den Steuergesetzen aber allzu oft der Fall.
Aus dem Grundgesetz folgt, dass der Staat das Einkommen eines Bürgers erst dann besteuern darf, wenn es über den Betrag hinausgeht, den der Bürger braucht, um sich und seiner Familie ein menschenwürdiges Dasein zu finanzieren. Keinesfalls darf der Staat einen Bürger durch die Steuern schlechter stellen als einen Empfänger von Sozialhilfe. Das Existenzminimum muss in jedem Fall steuerfrei bleiben.
Das wissen die Politiker aller Parteien seit dem Jahr 1992, als das Bundesverfassungsgericht die damals geltenden Grundfreibeträge für zu niedrig und verfassungswidrig befand. Und doch besserten sie die Steuergesetze anschließend nur notdürftig aus und beließen es dabei, dass den Bürgern über weitere Jahre mehr als erlaubt abgenommen wurde. Denn selbstverständlich zählen zum Existenzminimum in Deutschland nicht nur Wohnung, Nahrung und Kleidung, sondern auch eine angemessene Versicherung gegen die Risiken Krankheit und Pflegebedürftigkeit. Diese Kosten können die Steuerzahler bis heute nicht ausreichend geltend machen – ein Verstoß gegen das Grundgesetz, wie die Karlsruher Richter jetzt entschieden haben.
Wenn sich die Große Koalition nun daran macht, die Freibeträge für solche Versicherungsbeiträge anzuheben, sollte sie die Gelegenheit nutzen, auch den Grundfreibetrag von 7.664 Euro im Jahr zu erhöhen; er ist seit 2005 unverändert. Dass dieses gerechte Vorhaben bislang an der SPD scheitert, ist bemerkenswert. Rüdiger jungbluth
- Datum 31.12.1899 - 01:00 Uhr
- Serie -
- Quelle DIE ZEIT, 20.03.2008 Nr. 13
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Das einzige Interesse der SPD ist offensichtlich ein hoher Staatsanteil , mit dem man so herrlich Funktionäre einspannen kann - und das ohne Rücksicht auf Verluste. Jeder Versuch, irgendeine Steuer oder Abgabe zu senken oder auch nur den Realitäten anzupassen führt sofort zum Widerspruch der SPD!
durch die unermessliche Gier des Casino-Kapitalismus, der kein Interesse an realem Mehrwert hat, sondern nur vorhandenes Kapital mit horrenden Renditevorstellungen aus der Wertschöpfungswirtschaft (neuerdings Realwirtschaft genannt; ist das andere dann irreal??) herauszieht und bei irgendwelchen Pseudo-Geldbewegungen dieses Geld für sich abzweigt. Dadurch sind kaum noch angemessene Steuereinnahmen aus der echten Wertschöpfung zu generieren. Um die Sozialsysteme einer relativ homogenen Gesellschaft aufrecht zu erhalten, müssen jetzt die wenigen noch "in Brot stehenden" Arbeitnehmer (und davon auch nur die, die nicht Zusatzstütze benötigen), die als einzige keine Ausweichmöglichkeiten haben, völlig übermäßig zur Kasse gebeten werden.
Nicht nur die Freibeträge für Erwachsene sind "Unrecht", die Freibeträge für Kinder sind schon seit 2003 nicht mehr gestiegen. Das elende Argument, Kinderfreibetäge helfen nur "den Reichen" ist mehr als absurd. Der Spitzensteuersatz berechnet sich nach folgender Formel:
Steuer = Einkommen * 0,42 - 7914 (Einkommensteuertabelle)Das heißt von der Steuerschuld eines jeden Spitzenverdieners werden 7914 Euro abgezogen. Bei einer Versteuerung nach der Splittingtabelle das doppelte. Das heisst ein Ehepaar hat oberhalb 104000 Euro Jahreseinkommen einen Freibetrag von 37684 Euro!Es muss darum gehen den Ausgleich zwischen der Steuerlast von Personen die Kinder versorgen und Personen die dies nicht tun widerherzustellen. Dies ist in den letzten Jahren stark aus dem Gleichgeweicht geraten (siehe Grafik unten). Kinderfreibeträge sind viel weniger stark angestiegen als die Grundfreibeträge für Erwachsene. Das Argument mancher Parteien dass dies nur den Eltern "reicher Eltern" helfen würde finde ich schlicht Verfassungswidrig.Quellen: Übersicht, verwendete Datenpunkte und Erklärung der Vorgehensweise: http://www.jelos.de/familie_und_steuern/Zehn Jahre Existenzminimumbericht - eine BilanzBericht über die Höhe des Existenzminimums von Erwachsenen und Kindern für das Jahr 2008Verbraucherpreisindex für Deutschland - Lange Reihen - Dezember 2007
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