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Wer meint, in Moskau herrsche neben Zuckerbäcker- und Zwiebelturmstil nur sozialistische Tristesse, sollte in den Stadtführer des Schweizer Architekten Werner Huber schauen. Die Gegensätze überraschen, und sie dokumentieren den Wandel einer Stadt, die seit je auf der Suche nach dem neuen, dem »richtigen« Stil ist. Konstruktivismus, Klassizismus und der schnörkellose Formenkanon des Kommunismus existieren nebeneinander. Die Wolkenkratzer der »Sieben Schwestern« stammen aus den fünfziger Jahren, die massenhaften Plattenbauten der sechziger Jahre sind eine Antwort auf das Bevölkerungswachstum. Einen unterirdischen Schatz stellen die Metrostationen mit ihren Lüstern und Wandgemälden dar. Werner Huber spannt den Bogen bis in die Gegenwart, in der Abbruchfieber und bauliche »Verbesserungen« historische Gebäude gefährden. Die leicht verständlichen Texte werden ergänzt durch zahlreiche Fotos. Stadtpläne, in denen die wichtigsten Objekte mit Nummern eingetragen sind, und eine kyrillisch-lateinische Namensliste von Straßen und Metrostationen helfen, sich zurechtzufinden.

Werner Huber: »Moskau Metropole im Wandel. Ein architektonischer Stadtführer«. Böhlau Verlag, Köln, Weimar 2007 - 286 S., 19,90 EURO

 
  • Quelle DIE ZEIT Nr.13 vom 19.03.2008, S.60
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  • Schlagworte Moskau | Architektur | Bevölkerungswachstum | Weimar | Köln
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