MOMENT

Sehen so die »heimischen Gewächse« aus? Die »homegrown terrorists«, vor denen die westlichen Sicherheitsbehörden derzeit eine Heidenangst haben? Der Bart ein wenig fusselig, auf dem Kopf ein Häkelkäppi: Wie Cüneyt C., ein 28-jähriger Türke aus dem fränkischen Ansbach, sich da auf der Internetseite der Islamischen Dschihad-Union zeigt, wirkt er wie ein Fahrschüler. Doch die Fahnder haben ihn im Verdacht, sich vor einem Jahr in der ostafghanischen Provinz Khost in die Luft gesprengt zu haben, der erste Selbstmordattentäter aus Deutschland zu sein. Ein junger Mann, ein weißer Wagen, japanisches Fabrikat, vermuten wir mal, Rechtslenker, wie in Pakistan üblich. Eine Bastmatte über dem Fahrersitz schont die Polster. Nur der Lederriemen über der Schulter irritiert etwas, auf anderen Bilder zieht Cüneyt daraus eine Pistole.

Sonnenlicht spielt auf dem grünen Kittel des Fahrers, entspannt lächelt er in die Kamera, der rechte Arm liegt lässig im offenen Fenster. Ein Mann, sein Auto, ein Ziel. Na, Bruder, wohin fährst du?

Bloß raus aus der Stadt, an den Strand? Heim nach Bayern? Oder über die Grenze, in die Berge, in den Tod?

 
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