Spätes Geständnis eines Kampfpiloten

Der 85-jährige Horst Rippert will als Kampfpilot im Zweiten Weltkrieg den berühmten Autor Antoine de Saint-Exupéry abgeschossen haben. Rippert ist der Bruder des im Februar verstorbenen deutschen Schlagerstars Ivan Rebroff, der sich stets als Russe inszenierte. Was von Ripperts »Geständnis« zu halten ist, erläutert der Militärhistoriker Bernhard Kroener.

DIE ZEIT: Warum erzählt der Pilot von dem Abschuss erst jetzt?

Bernhard Kroener: Das ist das Günter-Grass-Syndrom. Irgendwann sagt man: Ich habe das 60 Jahre mit mir herumgeschleppt, jetzt muss das raus. Ich denke, Rippert hat es nicht als Heldentat empfunden, den Autor des Kleinen Prinzen abgeschossen zu haben.

ZEIT: Wie kann sich Rippert sicher sein?

Kroener: Er weiß ja, wann und wo er seinen Abschuss hatte, das muss er seiner Basis gemeldet haben. Als er erfuhr, wo Saint-Exupéry abgeschossen wurde, konnte er sich zusammenreimen, dass er es war.

ZEIT: Wusste man immer, wen man getroffen hatte?

Kroener: Das war ja ein Einzelluftkampf: Rippert ist um ihn herumgekurvt, hat sich hinter ihn gesetzt, da hat er das Hoheitsabzeichen und auch die Kennnummer am Seitenleitwerk gesehen. Er würde sich eine Lüge kaum antun, in militärischen Archiven sind alle Abschüsse von Piloten genau aufgelistet.

Die Fragen stellte Svenja Kleinschmidt

 
  • Quelle DIE ZEIT Nr.13 vom 19.03.2008, S.20
  • Versenden E-Mail verschicken
  • Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
  • Artikel Drucken Druckversion | PDF
  • Schlagworte Antoine de Saint-Exupéry | Literatur | Archiv
  • Artikel-Tools präsentiert von:

Service