MACHER & MÄRKTE Staatsfonds: Spendabel
Nach einer neuen Studie des Informationsdienstes Private Equity Intelligence zählen 60 Prozent aller Staatsfonds zu den Geldgebern sogenannter Private-Equity-Gesellschaften. Rund 120 bis 150 Milliarden Dollar, so die Schätzung, stellen Staatsfonds derzeit den Firmenjägern bereit. Die Summe dürfte weiter steigen: Viele der Fonds, die vorrangig aus dem Mittleren Osten oder Südostasien stammen, wachsen rasant, andere zeigen sich der Anlageklasse gegenüber zunehmend aufgeschlosssen. So gibt es in Norwegen Pläne, dem Staatsfonds des Landes, der sich aus Öleinnahmen speist und mit bald 400 Milliarden Dollar zu den größten weltweit zählt, Investitionen in Private Equity zu gestatten.
Währenddessen nehmen die Forderungen westlicher Staaten nach mehr Transparenz zu. Auf dem Frühjahrsgipfel der EU vergangene Woche unterstützten Europas Staats- und Regierungschefs internationale Bemühungen um einen freiwilligen Verhaltenskodex. » Staatsfonds haben bis jetzt eine sehr nützliche Rolle gespielt«, hieß es in Brüssel, aber das begrenzte Wissen über ihre Ziele und Investitionsstrategien habe Sorgen geschürt, dass sie nicht nur wirtschaftliche Ziele verfolgen könnten. Nationale Maßnahmen zur besseren Überwachung will die EU gestatten. Damit steht der geplanten Änderung des deutschen Außenwirtschaftsgesetzes von Seiten Brüssels nichts mehr im Wege.
- Datum 19.03.2008 - 13:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT Nr.13 vom 19.03.2008, S.30
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