MACHER & MÄRKTE TUI: Gespalten
Wochenlang machten Aktionäre Druck, jetzt ist klar: »Vorstand und Aufsichtsrat der TUI AG haben entschieden, eine Trennung der Containerschifffahrt aus dem Konzern vorzubereiten«, hieß es am Montag nach einer Sitzung des TUI-Aufsichtsrats. Nur wie genau, das blieb weiter unklar: »Alle Optionen« würden geprüft. Näheren Aufschluss erhofften sich Beobachter von der TUI-Bilanzpressekonferenz am Dienstag (nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe).
Eine Option, die TUI prüfen könnte, ist der Verkauf an eine Investorengruppe um Wolfgang Peiner, ehemals Hamburger Finanzsenator, und Christian Olearius, Gesellschafter der Hamburger Traditionsbank M.
M. Warburg. Sie will »Hapag-Lloyd als eigenständige Reederei mit Sitz in Hamburg erhalten«. Ob sie einen Kauf der auf mehrere Milliarden Euro geschätzten Reederei stemmen könnte, war am Montag ungewiss. » Man muss ja nicht 100 Prozent der Anteile kaufen«, hieß es dazu in Hamburg.
Zum Einstieg bereit ist wohl der in der Hansestadt verwurzelte Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne. Reichen würde das nicht. » Die Gruppe ist offen für Investoren«, warben Peiner und Olearius daher.
Oetker, Herz, die Namen reicher Familien machten die Runde, nahe liegend wäre indes vor allem eine Beteiligung der Ottos: Peiner leitete einst ihr »Family Office«, ihre Vermögensverwaltung. Er kennt den Clan, dem laut US-Magazin Forbes mehr als zehn Milliarden Dollar gehören und der in der Liste der reichsten Deutschen auf Platz vier liegt. Klar, so ein Beobachter, sei aber eins: »Nur aus Lokalpatriotismus macht das keiner. Alle diese Leute sind Kaufleute.
Das muss sich rechnen.«
- Datum 20.03.2008 - 13:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT Nr.13 vom 19.03.2008, S.30
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