Warmer Regen
Deutschlands Reiche entdecken ihr Herz für die Wissenschaft. Was man bislang aus den USA kannte, findet auch hierzulande immer mehr Nachahmer. Am Montag stiftete der SAP-Gründer Hans-Werner Hector der Universität Karlsruhe 200 Millionen Euro. Ende letzten Jahres hatte die Max-Planck-Gesellschaft vermeldet, innerhalb von anderthalb Jahren 350 Millionen Euro von privaten Mäzenen gesammelt zu haben.
Das Geld ist dringend nötig. Zwar darf sich Karlsruhe Exzellenzuniversität nennen. Im globalen Wettbewerb um die besten Wissenschaftler hat die Hochschule jedoch weiterhin das Nachsehen. Was amerikanische Hochschulen ihren Spitzenwissenschaftlern an technischer Ausstattung oder Gehalt bieten, kann eine deutsche Staatshochschule nicht bezahlen. Die Großspende wird daran etwas ändern.
Dennoch darf der Geldregen die Universitäten nicht zum Trugschluss verleiten, dass sie von jetzt an nur noch die Taschen aufhalten müssen. Fundraising, das professionelle Geldsammeln also, benötigt selbst erst einmal viel Geld, gut ausgebildete Mitarbeiter und einen langen Atem. Genau daran fehlt es bislang in Deutschland.
- Datum 19.03.2008 - 13:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT Nr.13 vom 19.03.2008, S.31
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