Lesung "Raus aus den Hinterhöfen!"

Ein lohnender Streit – Günter Wallraff begründet, warum er aus den "Satanischen Versen" in einer Moschee lesen will

Als ich im Sommer 2007 – der Streit um die Kölner Zentralmoschee war in vollem Gange – vorschlug, dort aus den Satanischen Versen von Salman Rushdie zu lesen und über das Buch zu diskutieren, hat dies einigen Widerspruch und Unverständnis ausgelöst. Im besten Fall sei das blauäugig gewesen, ohne jede Chance auf Verwirklichung, äußerten die einen, die von der Dialogunfähigkeit des Islams im Allgemeinen und der Ditib im Besonderen schon immer überzeugt waren. Die anderen hielten meinen Vorschlag schlicht für eine Provokation. Man könne genauso gut vorschlagen, einen ökumenischen Schwulengottesdienst im Kölner Dom (oder gleich im Vatikan) abzuhalten.

Mein Gott ja, das wäre bestimmt angebracht. Wie gut wäre es, wenn sich homosexuelle Priester in der katholischen Kirche endlich outen dürften und es ein Ende hätte mit ihrem grausig-verlogenen Versteckspiel. Allerdings würde ich zu solch einer Messe auch die heimlichen Geliebten der heterosexuellen Priester und deren Kinder einladen, die unter ebenso verlogenen Verhältnissen leben müssen. Umfragen besagen, dass jeder zweite Priester in solch heimlichen Verhältnissen lebt. Kein Wunder: Auch die katholische Kirche besteht aus Menschen, die ihren Naturtrieb nicht abknipsen können.

Erfreulich ist aber, dass ich wegen eines solchen Vorschlags von katholischer Seite nicht mit dem Tode bedroht würde. Keine klandestine katholische Freischärlerorganisation, nicht einmal Opus Dei, würde dazu aufrufen, mich zu massakrieren, nur weil ich eine ökumenische Schwulenhochzeit im Kölner Dom – Kardinal Meisner müsste sie ja nicht selbst zelebrieren – für überfällig halte. Irgendwelche durchgeknallten islamischen Gotteskrieger haben sich allerdings bemüßigt gefühlt, mich auf ihrer Website zum Erzfeind des Islams zu küren und mir mit dem Tode zu drohen, weil ich vor Muslimen öffentlich aus den Satanischen Versen lesen wollte.

Die von mir angesprochenen Muslime in Köln reagierten differenzierter. Ohnehin ging mein Vorschlag auf die Anfrage der Ditib zurück, ob ich bereit sei, in ihren Beirat einzutreten, der den Dialog mit den Bürgern über den Neubau der Moschee in Köln-Ehrenfeld beeinflussen soll. Nun bin ich niemand, der sich instrumentalisieren lässt, nur weil er gebauchpinselt wird. Andererseits suche ich im Umgang mit freundlichen Menschen keinen Streit. Mit meinem Vorschlag wollte ich klarstellen, wofür ich stehe und unter welchen Bedingungen ich mich engagieren kann.

Darum war ich erfreut, als Bekir Alboga, der Dialogbeauftragte der Ditib, auf meinen Vorschlag positiv reagierte. »Warum eigentlich nicht«, antwortete er. Es folgten mehrere Treffen in meiner Wohnung und in den Räumlichkeiten der alten Moschee. Sicherlich war dieser Dialog auch deshalb möglich, weil ich schon zum damaligen Zeitpunkt Befürworter einer neuen Moschee war. Nicht nur, weil die alte eine unwürdige, marode Lager- beziehungsweise Bürohalle ist, sondern auch, weil von Gleichberechtigung nur die Rede sein kann, wenn alle Menschen die Möglichkeit haben, ihrem Glauben in herzeigbaren Sakralgebäuden nachzugehen.

Aber zurück zur Reaktion der Ditib. Diese Organisation, die 1984 unter der Aufsicht des türkischen Religionsministeriums gegründet wurde, genauer des Präsidiums für religiöse Angelegenheiten, hat den Ruf, nicht gerade tolerant zu arbeiten. Es war von Indoktrinationen die Rede, denen die Kinder im dortigen Islamunterricht ausgesetzt seien. Doch inzwischen regt sich auch in der Ditib das Nachdenken über die eigene Position. Nicht gerade über die Glaubensgrundsätze – die Dogmen der Jungfrauengeburt, der leibhaftigen Himmelfahrt von Jesus und Maria und der Unfehlbarkeit des Papstes wackeln ja auch in der katholischen Kirche bis heute nicht–, aber über ihre gesellschaftliche Rolle. So haben zum Beispiel vor drei Jahren 20000 Muslime in Köln gegen Gewalt im Namen des Islams demonstriert. Und als die virtuellen Gotteskrieger mir im Internet mit dem Tode drohten, hat sich die Ditib öffentlich auf meine Seite gestellt.

Die Ditib hat meinen Vorschlag, auf dem Gelände der Moschee aus Rushdies Satanischen Versen zu lesen, letztlich abgelehnt. Das würde die religiösen Gefühle der Muslime verletzen. Und Bekir Alboga, der anfänglich so angetan von meinem Vorschlag war, verstieg sich, nachdem der oberste Moscheebeauftragte im Rang eines Botschaftsrats sein Veto eingelegt hatte, in einem Interview sogar zu der Behauptung, ich hätte wegen meiner Idee »weltweit bei den Muslimen Bestürzung ausgelöst«.

Mag sein, dass manche Muslime darüber bestürzt sind, weil sie gehört haben, Rushdies Buch sei blasphemisch. Die meisten, davon bin ich überzeugt, kennen es gar nicht. Wozu beigetragen haben dürfte, dass es bisher in keinem islamischen Land erscheinen durfte. Was umso bedauerlicher ist, als viele satirische Anspielungen sich erst Korankennern erschließen. Als ich bei mir zu Hause befreundeten und benachbarten Muslimen – auch Moscheebesucher waren dabei – aus dem Buch vorlas, gab es jedenfalls keinerlei entsetzte Reaktionen. Sondern des Öfteren Schmunzeln, befreiendes Lachen und Nachdenklichkeit.

Das Selbstverständnis aller Weltreligionen ist sowieso viel zu ernst. Korangelehrte behaupten, ihr Prophet Mohammed habe nie gelacht. Das Lachen sei ihm »wie ein Signal an den Satan« erschienen und »als Zeichen von Schwäche und Mangel an Durchsetzung anzusehen«, was bei einem Kriegsherrn und Eroberer ja noch seine Richtigkeit haben mag. Aber auch den lachenden Christus haben uns seine Apostel vorenthalten. Obwohl ich überzeugt bin, dass Jesus fröhlich zu feiern, also auch zu lachen verstand. Nur so jemand schafft es, eine große Menschenmenge am Ende so in Stimmung zu bringen, dass sie meint, Wein statt Wasser getrunken zu haben.

Ich muss an dieser Stelle etwas zu meinem Verhältnis zu Salman Rushdie sagen. In unserer Freundschaft hat die Todesdrohung vom 14. Februar 1989 gegen ihn eine besondere Bedeutung. Nie würde ich ihn für vordergründige Effekte missbrauchen. Wie sich andere zu ihm verhalten, ist dagegen für mich ein wichtiger Maßstab geworden. Damals bedrängte ihn die britische Regierung, aus Furcht vor Anschlägen zu widerrufen. Daraufhin erklärte er sein »Bedauern über die Besorgnis, die die Veröffentlichung aufrichtigen Anhängern des Islams bereitet hat«. Heute hält Rushdie das für den »größten Fehler seines Lebens«. Denn nach dieser »Entschuldigung« stellten die Islamisten ihn auch noch als Feigling an den Pranger. Das Kopfgeld wurde verdoppelt. Seine Ehe scheiterte an den Drohungen. Ein normales Leben war ihm nicht mehr möglich.

In der Zeit, in der er überall ausgeladen wurde, lud ich ihn ein und versteckte ihn mehrmals bei mir zu Hause. Er wurde rund um die Uhr bewacht, weil die Drohungen aus Iran nicht nachließen. Schließlich wurde die Sicherheitsstufe eins angeordnet, da mit einem Anschlag zu rechnen sei. Auch das Verhalten von Politikern gegenüber Rushdie wurde für mich zu einer moralischen Messlatte, als ich Begegnungen zwischen ihm und gewählten Volksvertretern organisierte. Solche Begegnungen waren für ihn wichtig, denn sie bedeuteten zumindest symbolischen Schutz. Johannes Rau, damals Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen, war sofort bereit, auch Norbert Blüm und Kurt Biedenkopf. Rudolf Scharping, damaliger Bundeskanzlerkandidat, sperrte sich lange. Helmut Kohl sah sich trotz anderslautender Ratschläge seiner Berater nicht imstande, Rushdie die Hand zu geben. Den Bedenkenträgern lähmte sicherlich das wirtschaftliche Interesse an profitablem Handelsverkehr mit Iran den Arm.

Noch erschreckender war neulich eine Umfrage von Spiegel online, bei der 40 Personen des öffentlichen Lebens gefragt wurden, ob sie mit mir aus Rushdies Werk in einer Moschee vorlesen würden. Fast drei Viertel der befragten Intellektuellen, Künstler und Politiker wollten »diese Frage lieber nicht beantworten«. Wenn sich schon bei dieser harmlosen Frage so viele wegducken, wie viele würden schweigen, wenn islamistische oder rechtsradikale Gruppen den Ton angeben würden? Die grassierende Feigheit zeigt, wie brüchig die Fundamente unserer Demokratie sind.

Die Ditib-Vertreter versuchten schließlich, mich umzustimmen. Völlig problemlos sei es, statt aus Rushdies Satanischen Versen aus meinem Buch Ganz unten zu lesen. Ganz unten hatte in der Türkei und in der islamischen Welt eine große Resonanz. Damals unterstellten islamische Zeitschriften sogar, ich beabsichtigte zu konvertieren. Nichts lag mir ferner, war ich doch schon in der Adenauerzeit aus der katholischen Kirche ausgetreten und habe meine grundlegenden Zweifel in Bezug auf die organisierte Religiosität beibehalten.

Ich will übrigens mit meinem Vorschlag einer Lesung von Rushdie gar nicht mit dem Kopf durch die Wand. Ich schlug schon bald vor, die Lesung nicht in der Moschee, sondern im Gemeindesaal durchzuführen. Als die Ditib auch das ablehnte, bot ich an, ein Zelt auf dem Parkplatz zu errichten. Dort kann schließlich kein heiliger Bereich mehr sein. Doch auch dazu sah sich die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion nicht imstande. Nicht selten habe ich bei diesen Gesprächen ein massives Lagerdenken festgestellt, eine feindliche Vorsicht, ein unnötiges, ja unwürdiges Abtasten. Wenn ich so etwas spüre, fürchte ich, dass der Weg zu einem offenen Dialog und zu einer konstruktiven Streitkultur noch weit ist.

Natürlich bleibt die Frage: Und wir? Was müssen wir tun? Wie hoffentlich deutlich geworden ist, gehöre ich nicht zu denen, die einer falsch verstandenen Toleranz huldigen, die oft nichts anderes als Ignoranz oder Feigheit ist. Ich will mich mit den muslimischen Mitbürgern streiten über das, was den Streit lohnt: über die universal gültigen Menschenrechte, über die Gleichheit vor dem Gesetz, von mir aus auch über die Gleichheit vor Gott.

Aber ich bin Zweckoptimist: Die jungen Generationen türkischstämmiger Deutscher werden trotz ihrer religiösen Verbundenheit diese Verkrustungen aufbrechen helfen. Wie bei uns, wird auch bei den Muslimen die einengende Kraft der institutionalisierten Religion nachlassen und der weltliche Einfluss wachsen. Die Moscheen müssen heraus aus den Hinterhöfen. Ich bin weiterhin im Gespräch, damit eine Lesung und Diskussion über Rushdies Buch in einer anderen Begegnungsstätte einer Moschee demnächst stattfinden wird!

Den Text entnahmen wir dem Band »Der Moscheestreit«, der soeben im Verlag Kiepenheuer & Witsch erschienen ist

ZEIT-Autor Günter Wallraff ist ein enger Freund des britischen Schriftstellers Salman Rushdie. Nach der Veröffentlichung von Rushdies Roman »Die Satanischen Verse« rief Irans Revolutionsführer Chomeini zur Tötung des Autors

 
Leser-Kommentare
  1. Sehr guter Artikel, Herr Wallraff,besonders ihre Feststellung:"Fast drei Viertel der befragten Intellektuellen, Künstler und Politiker
    wollten »diese Frage lieber nicht beantworten«. Wenn sich schon bei
    dieser harmlosen Frage so viele wegducken, wie viele würden schweigen,
    wenn islamistische oder rechtsradikale Gruppen den Ton angeben würden?
    Die grassierende Feigheit zeigt, wie brüchig die Fundamente unserer
    Demokratie sind.
    "im Verbund mit den Handschüttel-reaktionen einiger Politiker ist wachrüttelnd. Auch ich bin wahrlich kein Held - und mag erst gar nicht auf die Probe gestelt werde, wenn irgendwelche islamistischen Gruppen den Ton angeben.Nur ihr, wie sagten sie so schön: Zweckoptimismus, kann ich nicht teilen mit ihnen. Mag sein, dass die 'Jugend' da trotz verstärkter Hinwendung zum Islam, letztendlich die Verkrustung aufbrechen werden. Mag gut möglich sein - und? Wieso kommen sie zu dem Schluß, dass dies positiv wäre?Freikirchen, die oft eben auch aus vielen Jugendlichen bestehen, haben ebenfalls die verkrustung der amtskirchen für sich aufgebrochen? Sind sie deshalb weltlicher geworden? Meist dann doch eher nicht im gesamtbekenntnis - im Gegenteil, offener in einzelnen praktiken, aber umso verbissener im religiös-fundamentalistischen Festhalten.Aber gut - die Anziehungskraft des weltlichen Einflusses. Er wirkt - überall zu sehen, auch unter Jugendlichen aus dem moslimischen Kreis, auch hier in Europa, Deutschland. Die meisten wenden sich diesem zu, wollen ihre Freiheit und sind religiös indifferent. Ob sie diejenige sind, die bilden die masse ja, die sich gegen die Hadliner stellen werden? Gegen Menschen sich zu stellen, die aus Überzeugung handeln, gelingt meist nur menschen, die ebenfalls eine Überzeugung haben. Die bereit sind unbill für ihre Überzeugung zu erleiden. Vermittelt dies die freie Gesellschaft? Sie hat Werte. Punkt ist, ist man bereit für diese Werte zu kämpfen - oder?Und was bedeutet dies? Nun, Unterdrückung von Menschen mit Werten - hier: religiösen Menschen bestimmter Auffassungen, zugunsten der eigenen Werte.Mein zweifel gründet sich darauf, dass ich bezweifle, dass eine gesellschaft mit unterschiedlichen grundsätzlichen Wertegerüsten existieren kann. Ich denke, dass, wenn so etws sich entwickelt, diese gesellschaft auseinanderbricht oder intern das klärt derart, dass ein Wertegerüst sich durchsetzt auf Kosten des anderen. Dritte Möglichkeit wäre, dass ein neues, beide nicht nur umspannendes, sondern vor allem aushebelndes Wertegerüst sich durchsetzt und bestimmend wird. Reformationszeit hatten wir soetwas: weder der Katholizismus noch der Protestantismus konnten sich durchsetzen. Nach dem 30-jährigen Krieg hat sich ein neues Wertesystem durchgesetzt - nämlich das formal-juristische, dass dann zu einem relativ unbestimmten namens Aufklärung führte, für welches religiöse Überzeugungen kein Grund mehr zum Blutvergiesen darstellen durften. Später dann hatten wir im Zuge der befreingskriege und der Romantik die entstehung des Nationalismus (inc. Liberalismus) - wiederum ein Wertegerüst, sogar ein semireligiöses, dass wiederum die Religionen weiter entmachtete als bestimmende Wertesysteme.Diese Überzeugungsmächtigkeit des demokratisch-rechtstaatlichen-freiheitlichen Wertesystems vermisse ich in unserer Gesellschaft inclusive bei den säkularen 'Moslems'.

    • Chi
    • 30.03.2008 um 12:25 Uhr

    Es gibt Situationen, da beschämt der Mut eines Menschen ein ganzes Volk.
    Zumindest den Teil des Volkes, der sich seiner Scham noch innerlich zu stellen wagt.
     
    Danke, Herr Wallraff!
     
    Lesen heißt durch fremde Hand träumen. (F.Pessoa)

  2. Er wird nichts als (gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/jk) Entwicklung sein, die seitens der Ditib lediglich auf Ausbreitung abziehlt. Dafür gehen die Islam-Leute auch gerne Umwege (s. Islamkonferenz). Anstatt eine alberne Provokation wie die Lesung der 'Satanischen Verse' in einer Moschee zu veranstalten, sollte er lieber etwas für die 5 Millionen christlichen Gastarbeiter in Saudi-Arabien tun, denen jede religiöse Äußerung verboten ist. Hier zeigte sich die tatsächliche Dialogbereitschaft des Islam.

  3. Salman Rushdies "Satanische Verse" sind ein Roman von hohem künstlerischen Rang. Und ein Anti-Islam-Buch, das unter anderem von leidenschaftichen Widerspruch gegen die Unterdrückung der Frauen, des weiblichen Prinzips überhaupt in der Welt des Islam inspiriert ist. Ein wertvolles Buch. Ein legitimes Buch.
     
    Und dennoch: Wallraff sinnt Kölner Muslimen an, in oder neben ihrer Moschee daraus vorzulesen. Um zu beweisen, dass sie zivilisiert und tolerant sind.
     
    Wie würden denn die Kölner Katholiken reagieren, wenn er ihnen vorschlüge:
    Ihr lieben Katholiken, wenn ihr in unsere freiheitliche Gesellschaft integriert sein wollt, dann müsstet ihr aber mal beweisen, dass ihr keine mittelalterlichen Finsterlinge seid. Und angesichts von Gräueln wie der Inquisation und den Kreuzzügen müsste das auch ein demonstrativer Beweis sein. Ich dachte da an Nietzsches Buch "Antichrist. Fluch auf das Christentum". Erst wenn ihr daraus feierlich vorm Altar des Kölner Doms rezitiert, könnt ihr Zweifel an eurer Zivilität ausräumen.
     
    Ich finde es in Ordnung, dass die Türken die "Satanischen Verse" nicht in ihrer Moschee haben wollen.
     

    • yato
    • 30.03.2008 um 15:44 Uhr

    @gerthansIhr Vergleich hinkt.Wenn die christliche Kirche und ihre Handlanger Nietsches Verleger mit Mord bedrohen würden, dann wäre es richtig, wenn wir von unseren Kirchen verlangen, dass sie sich z.b. durch eine Nietsche-Lesung von dieser Unterdrückung der Meinungsfreiheit distanzieren sollten. Andernfalls gehörten die Kirchen raus aus unserem demokratischen Dorf!Toleranz heisst die Intoleranz nicht zu tolerieren.Die Religionen sollte Frieden mit der Demokratie/Meinungsfreiheit/Moderne schliessen um sinnlose und üble Konflikte zu vermeiden bzw. mit Worten auszutragen. Besonders beim Islam steht dies noch aus und ich kann jden friedlichen Weg, der dazu führt nur begrüßen.Aus Furcht zu schweigen ist definitiv der Falsche Weg, denn bei diesem Weg staut sich über lange Zeit alles auf, bevor es sich am Schluss dann gewitterartig entlädt.

    • Manu84
    • 30.03.2008 um 15:59 Uhr
    6. @ yato

    Ihr Vergleich hinkt leider auch: Nicht die  Ditib bedroht Wallraff mit Mord, sondern offensichtlich nur obskure islamistische Splittergruppen. Ich denke, das große Problem ist keineswegs der Islam, sondern der Islamismus, was leider viel zu häufig verwechselt wird. Hinzu kommt, dass nur ein kleiner Teil der Islamisten gewaltätig ist: Diverse Gruppierungen versuchen, in den Ländern des Nahen Ostens die islamische Gottesherrschaft auf konstitiunellem Wege durchzusetzen, durch Mehrheiten in Parlamenten. Und auf diesem Weg versuchen seit Jahr und Tag auch die christlichen Kirchen, ihre Vorstellungen durchzusetzen, das beste Beispiel dafür sind wahrscheinlich die USA. Aber ihre Idee einer Nietzsche-Lesung in einer christlichen Kirche finde ich ziemlich gut. Wenn der Glaube wirklich das einzig Wahre wäre, müsste er eine solche Konfrontation doch sicher gut aushalten.

  4. Es ist bitter schade, dass man im 21. Jahrhundert einen Menschen verurteilt oder sogar töten möchte nur, weil er andere Religionsansicht hat wie andere! Herr Wallfraff Sie sind ein Mensch der sich für seine Überzeugungen hingibt und keine Biegung vor anderen Macht-wie in dem Artikel geschrieben-. Respekt!Blog: www.russiatimes.blogspot....

  5. sie haben recht aber er hat keine andere religionsansichten gehabt.
    salman rushdie hat den islam nicht kritisiert sonder beschuldigt beleidigt und angegriffen.
    trotz all dem ist es beschämend das iranische mollas ein todesurteiil gegen salman rushdie ausgesprochen haben .
    einfach nur blinde fanatiker .
    wenn mann nicht damit einverstanden ist was salman rushdie geschrieben hat sollte mann es einfach unterlassen das buch zu kaufen .

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