Berufsbilder Landschaftsarchitekt
5000 Gehölze nimmt Uli Moll diese Woche in Empfang – von der Rosa Canina, einer kleinen Wildrose, bis hin zu richtigen Bäumen, Ahorn und Eiche. Jetzt, mit dem Frühling, hat die Pflanzzeit begonnen. Aber auch wenn Moll auf der Baustelle "Am Pumpwerk" in Neuss schmutzige Stiefel bekommt – er selbst greift nicht zur Schaufel. Moll sagt nur, was wohin gesetzt werden soll. Der 32jährige ist Landschaftsarchitekt – und nicht zu verwechseln mit einem "studierten Gärtner". Mit Pflanzen muss er sich zwar auskennen: wie sie wachsen, welchen Boden sie brauchen, ob sie viel Wind oder Sonne vertragen können. Aber der Hauptteil seiner Arbeit ist eher technischer Natur. Mauern, Wege, Wasserspiele, Dachbegrünung – all das ist bautechnisch anspruchsvoll. Moll ist vor allem Architekt, nur eben nicht für Häuser, sondern für den Freiraum dazwischen.
Gelernt hat Moll sein Fach an der Gesamthochschule in Essen. Ein Auslandssemester hat er am College of Art in Edinburgh verbracht, weil die Gartenkunst auf der Insel eine Riesentradition hat: Da gab es ganze Vorlesungsreihen nur zum Thema "Rasen". Ein Praxissemester im Planungsbüro gehörte zum Studium dazu, und dort hat Moll nach seinem Diplom 2001 auch als Projektleiter weitergearbeitet. Vor zwei Jahren hat er sich dann mit einem Kollegen in Düsseldorf selbstständig gemacht. Nun muss er selbst Kunden akquirieren. Das heißt auch, sich in Wettbewerben um große Projekte zu bemühen. Der Traum wäre eine ganze Parkanlage. Doch Moll mag auch die Hausgärten gern. Mit dem Stift entwirft er die ersten Skizzen, am Computer feilt er die Pläne aus. Das Beste an seinem Beruf ist für ihn die Kombination von drinnen und draußen: Der Landschaftsarchitekt muss nicht ständig im Büro sitzen, aber auch nicht den ganzen Tag in der kalten Frühlingsluft stehen.
Ausbildung: Studium Landschaftsarchitektur
Gehalt: 32.400 Euro (als Projektleiter)
Arbeitszeit: 40 bis 65 Stunden/Woche
- Datum 08.09.2009 - 16:59 Uhr
- Serie Beruf der Woche
- Quelle DIE ZEIT, 03.04.2008 Nr. 15
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