Weltwirtschaftskrise

Das amerikanische Trauma

1929 kam es zum größten Börsencrash aller Zeiten und später zur Weltwirtschaftskrise. Wiederholt sich die Geschichte? Schon folgen manche Politiker und Finanzprofis alten Reflexen

Harold James lehrt Wirtschaftsgeschichte in Princeton. Für die ZEIT schreibt er über sein Spezialgebiet, die Krisenjahre um 1929

Der amerikanische Börsencrash im Oktober 1929 war der berühmteste Finanzkollaps der Geschichte. Deshalb wird er immer dann und immer dort heraufbeschworen, wo sich Nervosität an den Finanzmärkten zeigt. Und seit achtzig Jahren spricht man wirtschaftspolitische Empfehlungen aus, die auf Analysen oder Vermutungen über die Fehlentwicklungen im Jahr 1929 basieren.

Wie unsere heutige Finanzkrise, die am Markt für zweitklassige Hypotheken in den USA begann, war auch 1929 ganz und gar ein amerikanisches Phänomen. Freilich wurden ihm bald schwere Folgen für die Weltgeschichte zugeschrieben: Nach einer verbreiteten Ansicht führte der damalige Crash zur Großen Depression, die wiederum zur Radikalisierung der deutschen und japanischen Politik beitrug, und so letztendlich zum Zweiten Weltkrieg.

Und doch: Leicht erkennbare Ursachen hatte die Krise des Jahres 1929 nicht. Die Erklärungen, die es gibt, weisen nicht Wirtschaftsfakten, sondern der Psychologie eine entscheidende Rolle zu: Sie drehen sich zum Beispiel um den ungewöhnlichen Anstieg der Aktienkurse in den Monaten zuvor und die weit- verbreitete Ansicht, dass dieser Höhenflug irgendwann ein Ende finden müsse. Sie passen aber schlecht oder gar nicht zu einer vorherrschenden Sicht unter Ökonomen, nämlich zur Theorie der effizienten Märkte. Diese besagt, dass die Kurse an den Börsen akkurat abbilden, was öffentlich über die jeweiligen Wertpapiere bekannt ist.

Der amerikanische Börsencrash und die Große Depression stellen Wirtschaftshistoriker vor ein einzigartiges Problem. Andere große Industrieländer erlebten nämlich um diese Zeit herum vergleichbare Finanzkatastrophen – und in jedem dieser Fälle lassen sich die Gründe für die Panik recht klar aufzeigen. Nur nicht in Amerika.

Im April 1927 wurde Japan von einer Reihe von Bankenpaniken erschüttert. Das Scheitern dieser Banken resultierte aus einem politischen Streit über sogenannte Erdbebenwechsel: Anleihen aus der Region des großen Kanto-Erdbebens von 1923 genossen eine Sonderbehandlung. Private Banken konnten damals auch notleidende Wertpapiere bei der Zentralbank hinterlegen, als wäre diese ein Pfandhaus. Doch Anfang 1927 wurde erneut debattiert, inwiefern privaten Banken und Investoren mit Steuergeldern ausgeholfen werden solle. Das schürte Sorgen um diese Banken.

Deutschland wurde durch das Scheitern der Danat-Bank am 13. Juli 1931 in die Knie gezwungen. Die deutsche Bankenkrise ergab sich aus dem Zusammentreffen einer politischen Krise – wegen der Ankündigung eines österreichisch-deutschen Zollvereins – und den Schwierigkeiten eines großen Textilherstellers. Großbritannien wurde am 21. September 1931 aus dem Goldstandard gedrängt. Dort folgte die Panik auf eine politische Krise rund um Haushaltskürzungen und einen noch nie dagewesenen Streik in der Royal Navy.

Bloß die Ursachen der amerikanischen Panik hat nie jemand überzeugend bestimmt. Nicht einmal der spezifische Auslöser wurde entdeckt. Auf einen Schlag fiel am Donnerstag, dem 24. Oktober, der Dow Jones Industrial Average-Index von seinem Eröffnungswert von 305,85 Punkten auf ein Tief von 272,32. Bis zum Börsenschluss erholte er sich auf 299,47 Punkte. Am Freitag – der verblüffenderweise häufig der Schwarze Freitag genannt wird – blieb es eher ruhig, aber am Montag fiel der Dow erneut um 12,82 Prozent und am Dienstag um 11,73 Prozent.

Als er noch an der Universität Princeton forschte, schrieb der heutige Notenbankpräsident Ben Bernanke: »Die Große Depression zu verstehen, ist der Heilige Gral der Makroökonomie«. Womöglich wird sich die Suche der Sozialwissenschaftler als genauso aussichtslos erweisen wie einst die Jagd nach dem Heiligen Gral. Doch in der Zwischenzeit macht die Geschichte Anstalten, sich zu wiederholen.

Der britische Ökonom John Maynard Keynes erhob den Wall Street Crash zum Kern seiner Anklage gegen den amerikanischen Kapitalismus. Er sah das Problem in einem Bewertungssystem an den Börsen, in dem die Kurse keine notwendige oder direkte Entsprechung in der langfristigen Produktivität hatten. An den US-Börsen gab es besonders starke Kursausschläge, weil so viele Menschen mitspekulierten. Exklusivere oder »aristokratische« Märkte anderswo waren dafür weniger anfällig. Keynes schloss daraus: »Sogar außerhalb der Finanzwelt interessieren sich die Amerikaner über Gebühr dafür, was man im Schnitt der Meinungen für die durchschnittliche Meinung halte; und diese nationale Schwäche findet ihre gerechte Strafe am Aktienmarkt.«

Keynes’ Analyse, die er in seinem 1936 erschienenen Buch Die Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes darlegte, wurde zur einflussreichsten Politikverschreibung für die Mitte des 20. Jahrhunderts. Sie verlangte nach aktivem Regierungshandeln, nach Fiskalpolitik, um die allgemeinen Erwartungen zu stabilisieren. Auf diese Weise würde ein berechenbarer oder, wie Keynes es gesagt hätte, »konventioneller« Rahmen für die Bewertung ökonomischer Aktivität geschaffen. Grundlage für eine funktionierende Marktwirtschaft.

In den 1960er Jahren begründeten die Berater des US-Präsidenten Lyndon B. Johnson ihre Kombination von Steuersenkungen und steigenden Sozialausgaben wiederholt damit, dass sie eine Wiederholung der Katastrophe von 1929 vermeiden müssten. Zur Mitte der 1970er Jahre, nach einer Phase der Stagnation und dem ersten Ölpreisschock, wandte die Welt erneut jene Lehre an, die Keynes aus der Großen Depression gezogen hatte: dass der Staat die Nachfrage stimulieren müsse.

Die Wirtschaftsforschung zog aus der Krise widersprüchliche Schlüsse

1987 kam es in den Vereinigten Staaten zu einer scheinbar exakten Wiederholung der Börsenpanik von 1929. Wiederum wurde eine Lehre aus der Geschichte gezogen, um einen Zusammenbruch zu verhindern. Doch diesmal war es eine ganz andere: Ökonomen, die der Schule des Monetarismus anhingen, empfahlen eine massive Injektion von Liquidität. Sprich: Nicht die Regierung solle aktiv werden, sondern die Notenbank solle Geld in Umlauf bringen. Sonst könne der Börsencrash eine allgemeine Konjunkturdepression hervorrufen, indem er Finanzinstitutionen destabilisiere und die Vermittlung von Krediten störe.

Wie schon die Analyse von Keynes basierte auch diese Schlussfolgerung auf einer sehr detaillierten historischen Studie der »Großen Kontraktion«, wie die amerikanischen Ökonomen Milton Friedman und Anna Schwartz die Zeit in ihrem monumentalen Werk über die Monetäre Geschichte der Vereinigten Staaten (1963) nannten. Sie konzentrierten sich vor allem auf die Frage, wie ein stabiler geldpolitischer Rahmen die alleinige Basis bilden könnte, auf der die Wirtschaftenden ihre Erwartungen verlässlich und vorausschauend formulieren könnten.

Diese Chicagoer Interpretation spielte die Bedeutung der Panik im Oktober 1929 herunter. Sie erklärte die anschließende Große Depression mit der fehlgeleiteten Politik der amerikanischen Notenbank, die nach 1930 nicht auf Bankenzusammenbrüche reagierte und in der Folge eine kolossale monetäre Kontraktion zuließ. Eine Deflation.

Zusammengefasst wurde 1929 also zur Grundlage zweier – theoretisch widersprüchlicher – Rechtfertigungen von Wirtschaftspolitik. Die Anhänger Keynes begründeten damit eine stabilisierende Fiskalpolitik durch die Regierung und hielten die Geldpolitik für machtlos in der Krise. Die Monetaristen begründeten damit die stabilisierende Wirkung der Geldpolitik von Zentralbanken und argumentierten, dass staatliche Ausgabenpolitik wenig nützen und höchstens private Ausgaben verdrängen würde.

In jüngerer Zeit hat die Volatilität an den Börsen zugenommen, was an der Globalisierung der Märkte liegt. So wird heutzutage die Erinnerung an 1929 bei jeder Finanzkrise beschworen (egal, woher sie rühren mag), um dafür zu plädieren, die Politik der Finanzmarktliberalisierung grundlegend zu überdenken. 1998 und noch einmal 2008 sagte der Finanzier George Soros: »Dies ist keine normale Krise, sondern das Ende eines Zeitalters.« Der Verwaltungsratsvorsitzende der Schweizer Bank UBS, Marcel Ospel, geriet nach einer Abschreibung von weit mehr als zehn Milliarden Euro in die Defensive und verteidigte sich: Schließlich stecke er in der »vielleicht schwierigsten Phase für die Finanzwirtschaft seit dem Börsencrash von 1929«.

Ospels Aussage ist typisch für die Marktstimmung in schlechten Zeiten, aber zugleich seltsam falsch. Der größte Teil der Welt, besonders die europäischen Länder, genoss in den 1920er Jahren immer noch beträchtliche finanzielle Stabilität. Der wirklich schwere Schlag, das annus terribilis , kam erst 1931. Und nach wie vor ist es möglich, wird aber oft unterschlagen, dass man ein 1929 (oder 1987) erleben kann, ohne hinterher in einem 1931 zu landen.

Zwischen 1929 und 1932 fiel das jährliche Bruttoinlandsprodukt der USA um mehr als ein Drittel, von 103,1 Milliarden auf 58,0 Milliarden Dollar. Welchen Anteil hatte daran der Börsencrash?

Der Dow-Jones-Index erreichte seinen Tiefstand von 40,56 Punkten erst im Juli 1932. Dieser lange Abstieg führte zu einem deutlichen Vermögensverlust bei den Investoren, der sich wiederum unmittelbar auf die Konsumnachfrage auswirkte. Die Investoren – die manchmal als »600.000 Witwen und Waisen« beschrieben werden – verloren wegen des Crashs mehr als 20 Milliarden Dollar. Das ist viel, erklärt aber noch nicht den viel größeren Zusammenbruch beim Bruttoinlandsprodukt.

Ein anderer Übertragungsweg von der Finanzwelt in die reale Wirtschaft war vermutlich wichtiger. Ben Bernanke hat darauf in seiner akademischen Arbeit hingewiesen: Das wegen der Börsenpanik verlorene Vermögen verringerte auch die Sicherheiten, die Bürger oder Unternehmen bei ihrer Bank hinterlegen konnten, um sich Geld auszuleihen. Das wiederum verschlimmerte die Kontraktion der Kreditwirtschaft, die die Große Depression begleitete. Hinzu mag eine Vielzahl wirtschaftspolitischer Fehlentscheidungen gekommen sein, von Preiskontrollen, Protektionismus und dem Festhalten am Goldstandard bis hin zu übertriebenen Reparationsforderungen.

Die Ereignisse im Oktober 1929 hatten interessanterweise nicht zu einer dramatischen Panik an anderen Börsen in Europa oder Asien geführt. Dort fügte sich die Nachricht von der Wall Street schlicht als ein weiteres Element in die zunehmend trüben Wirtschaftsaussichten. Für eine Welt mit sehr großer Kapitalmobilität überrascht es, wie unverbunden die Börsen waren. Die Märkte behandelten den Oktober 1929 damals als ein rein amerikanisches Phänomen – eines, das aus den Besonderheiten der amerikanischen Psyche erwachsen war.

Die amerikanische Depression übertrug sich damals trotzdem in andere Länder, weil die amerikanische Nachfrage nach Importgütern schrumpfte, und weil die Amerikaner weniger Kapital exportierten. Aber nicht über die Börsen.

Die Zahl der Selbstmorde und Herzinfarkte stieg

Am 24. Oktober 1929 und während des folgenden Kursrutsches kommentierten die Händler und Marktbeobachter schlicht, wie ungewöhnlich die Ausschläge jener Tage waren. Statt einer Erklärung fiel ihnen nur der Verweis auf vergangene Krisen ein sowie die Idee, dass die Geschichte sich wiederholt. So berichtete die New York Times am 25. Oktober: »Die Vergleiche, die vor allem ältere Mitglieder der Börse gestern anstellten, waren mit 1920, 1907 (Die ›Panikjahre‹), 1903 und 1901.«

So war es dann erneut in der großen Börsenpanik vom Oktober 1987. Wie schon 1929, fehlte auch hier ein offensichtlicher Auslöser, die eine große Nachricht, die zum Kurssturz führte. Also blieb den Marktbeobachtern nur übrig, die historische Erfahrung von 1929 heraufzubeschwören. Umfragen des Ökonomen Robert Shiller und anderer Forscher haben gezeigt, dass Investoren eher zur Panik neigten, wenn sie an 1929 dachten.

Diese Folgen sind nicht nur psychischer, sondern auch physischer Natur. 1929 stieg die Selbstmordrate an, und die Zunahme von Herzinfarkten war noch beeindruckender. In den ersten Tagen nach dem Crash standen in der Zeitung Nachrichten über Investoren, die im Büro ihrer Wertpapierhändler tot umfielen (man konnte die Krise nicht vor dem Fernseher oder im Internet verfolgen). Und kürzlich ermittelte David Stickler an der Cambridge-Universität: Eine systemweite Finanzkrise erhöht die Zahl der tödlichen Herzinfarkte um 6,4 Prozent in reichen Ländern und noch stärker in Entwicklungsländern.

Der Crash von 1929 brachte auch eine dramatische Rückwendung im Denken, hin zu einem altmodischen Moralismus. Die New York Times ist dafür eine gute Quelle, sie hat sehr umfangreich Reaktionen auf den Börsentumult zusammengetragen. So predigte der Bischof des englischen Winchester am Sonntag nach dem Crash zufällig in der Grace Protestant Episcopal Church am Broadway. Er sagte: »Mir soll es nicht leidtun, dass es so gekommen ist, wenn damit ein schwerer Schlag gegen jenen Spielergeist gelungen ist, der etwas bekommen will, ohne etwas zu leisten, der große Profite aus dem Ruin anderer schlagen will.«

Der gleiche Impuls, auf eine unerklärliche finanzielle Panik mit Begrifflichkeiten aus Religion und Erweckungslehren zu reagieren, tritt heute wieder auf. Anfang 2008 verkündete Klaus Schwab, der Gründer und hauptsächliche Werber für das World Economic Forum von Davos, vor einer betrübten Versammlung: »Wir müssen für die Sünden der Vergangenheit bezahlen.« Der Ökonom Paul Krugman wollte die Kreditkrise als »Glaubenskrise« diskutieren. David Rubinstein, der Mitgründer der Finanzgruppe Carlyle, erläuterte Zuhörern in München ein paar Tage bevor einer seiner größten Fonds implodierte, dass mit dem Jahr 2008 eine neue »Ära der Buße« beginne.

Die Malaise ist tief verwurzelt in der amerikanischen Psyche

Wenn alles unsicher erscheint, fällt man auf Verhaltensmuster aus der Vergangenheit zurück. Der Oktober 1929 konnte seine zerstörerische Wirkung erst entfalten, als sich der Glaube durchsetzte, man stecke in einer historischen Situation. Was so lange aufwärtsgegangen sei, müsse nun abwärtsgehen. Das ist hier die Last der Geschichte.

Historisch geprägte Erwartungen können eine gewaltige Wirkung entfalten. Im Oktober 1929 erwarteten viele an der New Yorker Börse, dass J. P. Morgan sie retten würde, weil die Bank das schon im Jahr 1907 getan hatte. Tatsächlich schickte J. P. Morgan am Schwarzen Donnerstag den Broker Richard Whitney auf das Handelsparkett, um sein später berühmt gewordenes Gebot für Aktien von U. S. Steel abzugeben. Als er das am kommenden Montag nicht wiederholte, gab es erst recht eine Panik. Und 2008? Diesmal sah der Markt, wie J. P. Morgan die extrem angeschlagene Investmentbank Bear Stearns rettete. Wie steht es aber um künftige Rettungsaktionen?

Eine ähnlich gelagerte Gemeinsamkeit zwischen der Krise damals und der Krise heute ist, dass die Beschwichtigungen von Experten oder Regierenden wirkungslos bleiben oder gar schädlich wirken. 1929 sagte Präsident Herbert Hoover, dass die »fundamentale Wirtschaft im Land gesund ist«. Er probierte auch ein paar Initiativen zur Wiederbelebung der Konjunktur aus, darunter eine Erhöhung der Löhne und mehr staatliche Ausgaben – blieb aber spektakulär erfolglos.

Am 14. März 2008 besuchte Präsident George W. Bush den Economic Club of New York und sagte: »Ich komme zu Ihnen als ein zuversichtlicher Mann. Auf lange Sicht bin ich sicher, dass unsere Wirtschaft weiter wächst, denn die Grundlagen sind solide.« Dann, nach einem Wochenende des Nachdenkens, fand er am finanziell verheerenden St. Patrick’s Day doch tröstende Worte: »Eines ist sicher – wir stecken in einer schwierigen Phase. Doch etwas anderes ist ebenso sicher: dass wir kräftige und entschlossene Schritte unternommen haben.«

Doch in einer Krise beginnen »kräftige und entschlossene Schritte«, wie einst die von Hoover, wie ein hilfloses Herumtrudeln auszusehen, das die eigentlichen Ursachen der Probleme nicht erreicht. Denn die Malaise liegt tief in der amerikanischen Psyche. In einem periodischen Abfallen vom ansonsten beständigen Glauben an das »immer höher, immer weiter«, an steigende Häuserpreise und Aktienkurse, an eine bessere Zukunft.

In solchen Momenten schaut der amerikanische Trapezkünstler herab und blickt in die Vergangenheit. Dort klaffen tiefe, bedrohliche Abgründe.

Aus dem Englischen von Thomas Fischermann

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Leser-Kommentare

  1. Natürlich gab es seinerzeit mehrere handfeste Hintergründe für den Crash in Industrie- und Landwirtschaft der USA neben einer großen Spekulationsblase - so wie jetzt auch. Dies so einfach zu verleugnen und als "vom Himmel gefallen" darzustellen, ist schon sehr gezielte und dreiste Geschichtsverfälschung.Bezüglich der Machtergreifung Hitlers, der lt. einem Bericht auch von der amerikanischen Hochfinanz wie der J.P.Morgan Bank (die ja auch beim Subprimes-Betrug und anderem ganz oben in der Suppe schwimmt), massiv unterstützt wurde mit hunderten Millionen Dollar, wie dieser Bericht ausweist, aus dem hier zitiert wird:[Zitat gelöscht. Bitte beachten Sie das Urheberrecht./ Die Redaktion; ew]Wer finanzierte Hitler und die NazisDiese geschlichtliche Darstellung finde ich insgesamt recht bemerkenswert - sind es doch die gleichen "Familien" und Kreise damals wie heute, die Auslöser und Profiteure zugleich sind.

  2. Können sie mir bitte mal erklären, wieso sie ein als Zitat gekennzeichneten Absatz wegen Urheberrechtsverletzung löschen? Darf man dann bei ihnen gar nicht zitieren?

    • 07.04.2008 um 16:46 Uhr
    • self22

    Der Artikel erweckt den Eindruck, dass es eigentlich keine
    Blasen gibt, die irgendwann einmal platzen. Durch verschiedene Systemfehler entstehen aber genau solche Blasen. Die aktuell geplatzte Kreditblase ist entstanden, weil die
    Banken es tatsächlich mit einem „extrem komplizierten Trick“ (Satire!)
    geschafft haben, die Bestimmungen zu unterlaufen, welche die Bank-Spekulationsmasse auf einen Wert begrenzen, der mit dem Eigenkapital der Bank in Einklang steht. Nämlich, indem sie diese auf Kredit gekauften Forderungs-Pakete in gigantischen Mengen über ungeregelte, so genannte Schattenbanken abgewickelt haben. Unsere Politiker haben entweder dieses Spiel nicht verstanden, sind von der Lobby bestochen oder haben dem Druck der angelsächsisch geprägten Finanzmärkte
    nachgegeben. Die entscheidende Frage ist also keineswegs, was die jeweilige
    Blase zum Platzen brachte, sondern durch welche Tricks jede Blase genau entstanden ist.

    • 07.04.2008 um 16:58 Uhr
    • lamalo

    ist sicher die falsche Bezeichnung. Morgan, Bear Stearns et al wollten sich durch das Schnueren von Hypotheken-Paketen sicherlich nicht selbst ruinieren. Der Fehler entstand durch US Hypotheken Institute die leichtfertig Immobilien-Kredite vergaben, welche von diesen Instituten aufgekauft und mit anderen, guten Risiken gebuendelt wurden. Haetten Standard + Poor wie auch Moodys diese gebuendelten Papiere nicht als erstklassig bewertet, waeren diese kaum von euopaeischen Banken gekauft worden. Hier geht es also um eine ganze Kette von Fehlentscheidungen. Absicht ist nicht zu erkennen.

    • 07.04.2008 um 17:56 Uhr
    • self22

    mag alles sein, was Sie schreiben...Aber es bleibt ein Fakt: Es wäre keine Kredit-Blase entstanden, wenn die Banken nur Forderungen mit einem Gesamtrisiko gekauft hätten, welches zu ihrem Eigenkapital passt. Aber sie haben die gesetztlichen Bestimmungen mit dem beschriebenen Trick unterlaufen. So lange es gut lief haben sie die Gewinne und Boni "eingesackt". Aber aus Erfahrung mussten sie wissen, dass solche Blasen platzen. Da aber Gewinne nicht wieder herausgerückt werden, und im Extremfall der Steuerzahler die Verluste trägt, war und ist das Risiiko für die Verantwortlichen nur begrenzt. Ich glaube an eine Absicht, eingeschränkt nur durch deren Hoffnung, dass es doch gut gehen wird. Ausserdem zu den Rating-Agenturen: Ich habe schon oft gelesen, dass Kleinanleger nur Aktien kaufen sollen, deren Risiko sie selbst einigermaßen einschätzen können. Was können aber Banken eigentlich besonderes, wenn sie die Risiken ihrer Geschäfte nicht mehr selbst prüfen oder wenigstens gegenprüfen können?

    • 07.04.2008 um 18:04 Uhr
    • lamalo

    hat wenig Chancen Risiken richtig einzuschaetzen. Siehe Telekom. Die genannten Rating Agenturen waren seit langem als verlaessliche Partner bekannt, was sich zukuenftig sicher aendern wird. Bei der Vielzahl von Finanzinstrumenten auf dem Markt ist es nahezu unmoeglich, dass sich jede Bank die Anzahl von Analysten leistet, die dafuer erforderlich waere. Ich denke das Problem liegt wo anders. Wenn Institute privater Aktionaere wie Deutsche Bank und UBS ihr Geld verzocken, so be it! Landesbanken und andere oeffentlich finanzierte Institute sollten grundsaetzlich nicht auf diesen Maerkten taetig sein.

    • 07.04.2008 um 18:55 Uhr
    • self22

    selbst unser "Haupt-Steuerfresser" IKB hätte heute keine Probleme, wenn er keinen Ableger in Irland gegründet hätte, der die Eigenkapitalbestimmungen unterlaufen durfte. Das Geschäft war ein normales Geschäft mit hohem Risiko. Nur - man hat spekuliert mit der Sicherheit "notfalls Steuerzahler" und nicht mit der Sicherheit Eigenkapital. Normalerweise wäre in Düsseldorf nur das Eigenkapital flöten gegangen. Well, so what?

  3. dürfte ja wohl das schnelle verhökern dieser weit überzahlten Subprimes im Schneeballsystem gewesen sein.
    Das Geld ist ja nicht weg - es hat nur wieder jemand anderes.
    Die Ansage, dass es derzeit keinen Marktwert gibt, da es keinen Markt mehr gibt für diese "Papiere", erscheint da auch mehr als dümmlich. Irgendwann weiss auch der Hinterletzte, was die Stunden geschlagen hat.

    Ich hatte auch das gelöschte Zitat mit den Formatierungsoptionen eingekleidet - weshalb diese nun nicht als Zitat angezeigt wird und das deswegen gelöscht wird, ist schon ziemlich eigenartig.

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  • Von Harold James
  • Datum 26.4.2009 - 12:55 Uhr
  • Quelle DIE ZEIT, 03.04.2008 Nr. 15
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