DIE ZEIT: Moby, vor 20 Jahren feierte elektronische Tanzmusik den kommerziellen Durchbruch. Wer hat Sie an die Musik herangeführt?

Moby: Ein irischer Freund und ein schwarzer Schwuler. Musik habe ich seit 1984 aufgelegt, in einer Kleinstadt vor den Toren New Yorks — alles durcheinander, von Joy Division bis James Brown. Richard, der irische Freund, erzählte mir im Frühjahr 1988, er habe gehört, es gebe da so eine neue Musik, die nur mit Rhythmus-Computern und Synthesizern gemacht werde und House heiße. Das musste ich hören. Ich begann, die Plattenläden in meiner Umgebung abzuklappern, erfolglos – bis ich nach New Haven kam.

ZEIT: …wo Sie den schwarzen Schwulen trafen.

Moby: In der Stadt leben viele Schwarze, in nicht gerade schicken Vierteln. Dort fand ich einen Laden, in dem dieser große, etwas feminine Schwarze für die elektronische Tanzmusik verantwortlich war. Vermutlich der einzige Plattenverkäufer in ganz Nordostamerika, der von House Music jemals gehört hatte! Marshall Jefferson, Farley Jackmaster Funk, die frühen Helden, sie standen alle im Regal.

ZEIT: Ein kleiner weißer Typ fragt nach schwarzer House Music. Man kann sich die Begeisterung des Verkäufers vorstellen.

Moby: Er war ziemlich arrogant, das stimmt. Zwar half er mir, die richtige Ecke im Laden zu finden, aber ich kann nicht sagen, dass er vor Freude an die Decke sprang, als ich die Musik kaufen wollte. Und reinhören durfte ich auch nicht in die Platten. Ich kaufte alles blind.

ZEIT: Was gefiel Ihnen an der Musik?