Wo gibt es Betriebsräte?

Laut Gesetz in allen Betrieben mit mehr als fünf Beschäftigten. Doch es müssen sich zunächst genügend Mitarbeiter finden, die eine solche Vertretung fordern und das Wahlverfahren einleiten. Je größer der Betrieb, desto wahrscheinlicher, dass es einen Betriebsrat gibt. Etwa jeder zweite Arbeitnehmer in Deutschland arbeitet in einem Unternehmen mit Betriebsrat.

Worum kümmert sich ein Betriebsrat?

Ob Stellenausschreibung, Versetzung oder Entlassung – bei allen unternehmerischen Entscheidungen, von denen das Personal betroffen ist, haben Betriebsräte ein verbrieftes Mitbestimmungsrecht. Sie reden auch mit, wenn Arbeitsabläufe umstrukturiert oder neue EDV-Systeme eingeführt werden sollen, und kümmern sich um Mitarbeitereinrichtungen wie Kantine und Betriebskrankenkasse. »Traditionelle Betriebsräte beschränken sich darauf, den Arbeitgeber zu kontrollieren«, sagt Erhard Tietel von der Akademie für Arbeit und Politik an der Universität Bremen. »Gute Betriebsräte setzen sich selbst Gestaltungsziele.« Das heißt: Betriebsräte sollten nicht nur darauf achten, dass der Arbeitgeber sich an die bestehenden Schutz- und Arbeitszeitbestimmungen hält, sondern darüber hinaus auch eigene Verbesserungsvorschläge machen. So können sie für die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf einen Betriebskindergarten schaffen oder darauf drängen, dass strahlungsarme, somit gesündere Bildschirme angeschafft werden.

Wer darf wählen und kandidieren?

Wählen dürfen alle volljährigen Beschäftigten, auch ausländische Kollegen und Auszubildende, die das 18. Lebensjahr vollendet haben. Mögliche Kandidaten müssen dem Betrieb außerdem länger als sechs Monate angehören. Von den Wahlen ausgeschlossen sind leitende Angestellte. Der Betriebsrat bleibt vier Jahre lang im Amt.

Sind Betriebsräte nicht längst veraltet?