Ost-Unis Mehr Wiese!
Im Wettbewerb um gute Studenten setzen die Ost-Unis auf eine neue Imagekampagne - und werben mit der schönen Natur in den neuen Bundesländern
Wer sich gelegentlich eine Minute Müßiggang im Netz gönnt, der sollte auf der Seite
studieren-im-gruenen.de
vorbeischauen – vor allem, wenn er aus dem Westen stammt und demnächst ein Studium aufnehmen will.
Da springen ihm saftige Wiesen entgegen, Bäume wiegen sich im Wind, und ein Button verkündet, dass an der Fachhochschule Magdeburg-Stendal, die Auftraggeberin dieser Seite ist, 37 Quadratmeter Wiese pro Student zur Verfügung stehen.
Weitere Highlights folgen – zum Beispiel, dass in den Pausen Beachvolleyball gespielt wird, der ganze Campus mit WLAN versorgt ist und das Semesterticket nur 23 Euro kostet. Zufriedene Studenten aus München, Hamburg oder Gießen schwärmen vom »angenehmen Ambiente« der Stadt, von den hohen Decken in den Altbauwohnungen und den gemütlich kleinen Seminargruppen.
Was ein wenig putzig daherkommt, sollte in seiner Wirkung nicht unterschätzt werden: Der neue Werbeauftritt der Magdeburger ist Teil einer lange angekündigten Marketingkampagne der Ost-Hochschulen. Zielsicher legen sie den Finger in die Wunden ihrer West-Konkurrenz: von der unpersönlichen Atmosphäre über die hohen Kosten bis hin zu überfüllten Seminaren.
Der Osten mag in Sachen wissenschaftlicher Exzellenz noch nicht ganz mithalten können, dafür hat er andere Vorzüge, und gerade diese weichen Faktoren spielen bei der Studienwahl häufig eine entscheidende Rolle.
Längst war es überfällig, dass die Hochschulen sie stärker und selbstbewusster ausspielen, auch wenn einige Argumente zunächst etwas lächerlich klingen. Für manchen Studienanfänger aber mögen sogar 37 Quadratmeter Wiese entscheidend sein.
- Datum 11.09.2008 - 11:54 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 10.04.2008 Nr. 16
- Kommentare 10
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Diese Image-Kampangne wird den Unis (Ost) wohl wenig helfen.
Es spielt keine Rolle das die Lebenshaltungskosten in Ost (meistens)
niedriger sind, das die Kurse nicht überlaufen und ein Platz im
Studentenwohnheim meistens auch zu haben ist.
Die fachliche Qualität der Profs ist auch nicht schlechter und die Mitstudenten sind auch nicht dümmer als die im "Westen".
Der Grund für das scheitern der Kampangne liegt in der mentalen Behinderung vieler Studenten "West", "In den OSTEN? bähhhhhh".
Da müßte man ja die eigenen Vorurteile hinterfragen, das geht nun wirklich nicht...
Btw.
Für alle Merkbefreiten.
Der Post enthält
-Satiere
-Ironie
-Sarkasmus
und ein paar Rechtschreibfehler
Gruss
Rene
bin selbst aus dem westen an die uni greifswald. als ich anfing war es für mediziner und andere immer eine strafe der zvs. aber das hat sich grundlegend gewandelt, mittlerweile sind in der kleinen stadt an der ostsee zwischen rügen und usedom mehr als 13.000 studenten. greifswald war und ist damit eine richtige unistadt wie marburg oder freiburg etc.es ist übersichtlich, es gibt sehr gute profs, keine überfüllten, aber volle, seminare, das modernste klinikum deutschlands, die wunderbare lage an der ostsee (von hamburg, berlin aus in 2 1/2 stunden erreichbar) und eine vom krieg verschonte altstadt. den einzigen fehler den man noch machen kann ist als student in die umliegenden, mittlerweile größtenteils sanierten, plattenbauviertel zu ziehen. wer kann wohnt in der altstadt und somit 5 min von der fakultät und 5 min von der stammstudentenkneipe entfernt. das mietniveau in der altstadt ist zwar wie in hamburg, aber dafür dann stressfrei (auch ein grund, warum immer mehr sozial bessergestellte studenten an diese uni kommen). aber es gab/gibt immer ein phänomen: wenn eltern das erste mal kommen sind sie meist von der stadt restlos begeistert und sagen sätze wie "perle an der ostsee". vorher sind sie aber entrüstet gewesen "was du willst in den osten". tritt besonders bei leuten aus nrw auf....und so hat es auch funktioniert, nicht nur die gute website und das uni-jubiläum (älteste schwedische universtät) mit königin silvia und horst köhler machten greifswald bekannter. vorallem ist es mundpropaganda! und die kommt meist von eltern oder älteren geschwistern oder freunden. also scheuklappen ablegen und sich auch mal eine hochschule wie die in greifswald ansehen. das ist dann nämlich wieder etwas anderes als magdeburg...denn seien wir mal ehrlich, im westen gibt es auch häßlichste unistädte und unis ich denke an bochum oder gießen... wer möchte denn dort studieren?
TiSe Schade, dass im Artikel nur von der Magdeburg-Stendal Fachhochschule gesprochen wird. Ok, von dort kommt nunmal die Initiative. Ich bin gebürtiger Magdeburger und nach Leipzig gegangen. Ich find es schon echt lustig, dass das abgebildete Foto aus Leipzig ist, aber auch zu recht. Magdeburg hat viel grün zu bieten und die Fachhochschule und Uni bieten gute Lehrveranstaltungen und auch etwas grün, aber Leipzig hat davon weit mehr zu bieten. Auch wenn die Uni gesplittet ist, also nicht nur ein Campus gehört zur Uni sondern mehrere verteilt in der Stadt, hat wirklich jeder Campus einen Park. Altbauwohnungen gibt es noch reichlich und ich würde mich freuen, wenn der Wohnungsdruck steigt, davon immer intensiver saniert wird. Ich kann nur den Interessierten Leipzig empfehlen, es sei denn man will eine bestimmte Uni. Inwieweit sich die anderen Unis unterschieden kann ich nicht sagen, da kenne ich zu wenig von. Was ich bis jetzt gesehen habe, hat mich nur darin bestätigt nach Leipzig zu gehen. Ich möchte aber zum Schluss sagen, dass die Unis der alten Bundesländer auch einiges zu bieten haben, Stuttgart oder Heidelberg z. B. sollen auch sehr schön sein. Wettbewerb ist schon ganz gut, aber er sollte die leider weiterhin bestehende Schneise zwischen alten und neuen Bundesländern nicht vergrößern.
"Ansonsten hat der Osten wenig wissenschatliche Exzellenz zu bieten"
Ha? habe ich da richtig gelesen? Herzlichen Glückwunsch, der eben gelesene Artikel war einer der schlechtesten auf der Zeit Homepage, den ich bis dato lesen durfte. Nicht nur werden andere Unis im Osten mit keinem Wort erwähnt. (Vorredner erwähnte) Leipzig, aber auch Dresden, Jena, Erfurt und natürlich Weimar sind Städte mit unglaublichem Charme, viel grüner Natur und gewissen wissenschaftlichen Aushängeschildern.
Diese Unis werden dann auch noch gernerell einfach abgeschrieben?! Dürfte ich daran erinnern, dass diese Unis in dem als "Aufbau Ost" bezeichnetem Vorgang eine gewisse Rolle spielten und heute zum Teil erheblich besser ausgestattet sind, als Unis im Westen der Republik? Auch gibt es an diesen Unis prozentual gesehen sicher genauso viele engagierte, gute Professoren wie es auch ein paar Blindgänger an jeder noch so tollen Westuni gibt?
Um noch etwas klarzustellen: Ich bin eine Thüringerin, die an der schönen Marburger Philipps-Uni studiert. Bald bin ich fertig und weine jetzt schon dieser schönen Stadt ein paar Tränen nach... Was an der Uni dort zur Zeit aber so (verwaltungstechnisch) abläuft spottet jeglicher Beschreibung. Trotz Studiengebühren hängt der Haussegen sozusagen schief. Irgendwie habe ich das Gefühl in Weimar wäre das nicht pasiert...
Nun ja. Vorurteile regieren nach wie vor die (bundesdeutsche) Welt. Die Moral von der Geschicht: Recherchiert wurde dieser Artikel nicht.
Ich habe nachgeschaut auf der Internet-Seite. Keine(r) der Student(inn)en ist schwarz. Kein Wunder - wer nicht weiß ist, kann in der Ostzone nach wie vor nicht studieren!
so stimmt es nicht. leider haben sie recht, auch und gerade hier in mcpomm findet sich viel braune gesinnung. aber vorwiegend auf dem land oder in städten wie wolgast. ich denke, dies ist sicher eines der großen probleme der neuen länder. aber z.b hier in greifswald kann man getrost studieren ohne rechter gewalt oder ähnlichem ausgesetzt zu sein. sicher gibt es auch hier in den problem-plattenbau-vierteln (wo leider dann auch die austausch-studenten in wohnheimen landen) personen, die derartige auffassungen besitzen. aber an der uni und in der stadt an sich trifft dies nicht zu. leider werden von linker seite auch immer alle studentenverbindungen in einen derartigen topf geworfen. dies trifft nicht zu, aber da sind alle menschen ob links/rechts gleich: hauptsache das vorurteil wird bestätigt und gepflegt! bis auf sehr wenige ausnahmen sind alle verbindungen hier demokratische studentenverbindungen und keine rechten kaderschmieden. aber es ist natürlich schon traurig genug, dass in vielen uni-städten im osten ausländer derartigen angriffen/ansichten ausgesetzt sind. das müsste schon thematisert werden. leider sagen die unis dann immer: "bei uns nicht" und das stimmt ja meist auch aber man ist ja in magdeburg nicht nur an der uni, sondern auch mal in der innenstadt und, bei weniger finanziellen mitteln, im plattenbau.
Im Osten studiert es sich sehr schön, in vielen westdeutschen Unis mit Sicherheit auch. Und überall gibt es Städte, in die keiner will.Der Ruhrpott hat lange Zeit bei mir ähnliches Schaudern hinterlassen wie Bitterfeld. Bis ich dann mal dort war und dort sehr nette Ecken entdeckt habe. Bedauerlich ist vor allem, dass ostdeutsche Unis dafür werben müssen, dass sie eben nicht im geografischen, kulturellen und ifrastrukturellen Niemansland angesiedelt sind, sondern dass es sich lohnt, ostdeutsche Unis zumindest mit einzubeziehen in die Wahl. Umgekehrt wird da bei westdeutschen Unis mit ähnlichen "Standortfaktoren" wie Plattenbausiedlungen zum Beispiel überhaupt nicht drüber diskutiert. Das erscheint dann doch etwas merkwürdig.Ich habe im schönen Jena studiert, in dem sich übrigens jedes Jahr eine riesige Anzahl an Menschen zur Gegendemo gegen Nazis zusammenfinden. Mit Aktionen gegen Rechts kriegt man hier viel mehr Menschen auf die Straße als zu Demos gegen Studiengebühren. Ich gebe zu, das ist ein Argument mit zwei Seiten ;-) dürfte aber auch verdeutlichen, dass es "hier" nicht nur so von Faschisten wimmelt. Problemgebiete gibt es überall, auch in Westdeutschland. Und ich dachte zudem immer, dass gerade Studenten gelernt haben dürften, pauschale Urteile zu vermeiden, wenn es denn geht, weil man in der Tat immer erst prüfen sollte, was man da so behauptet. Dass im Osten fast alle "braun" sind ist eine genauso dumme Bemerkung wie die Überschrift der Bild, dass jugendliche Strafttäter in der Regel Kids mit Migrationshintergrund seien. Aber sei es drum.Wer übrigens Interesse hat: es gibt auf dem unten angegebenen Blog gerade eine Blogparade zum Thema "Leben und Arbeiten in Ostdeutschland", ab Donnerstag dann auch mit dem Blick auf Studis in und aus Ost/West!www.bewerberblog.de
dass ostdeutsche Studenten gleichermaßen mit Vorurteilen und Klischees über Westregionen belastet sind, wie wir arrogant-vorurteilenden Besserwessis aus NRW! :-))
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