Wer sich gelegentlich eine Minute Müßiggang im Netz gönnt, der sollte auf der Seite studieren-im-gruenen.de vorbeischauen – vor allem, wenn er aus dem Westen stammt und demnächst ein Studium aufnehmen will.

Da springen ihm saftige Wiesen entgegen, Bäume wiegen sich im Wind, und ein Button verkündet, dass an der Fachhochschule Magdeburg-Stendal, die Auftraggeberin dieser Seite ist, 37 Quadratmeter Wiese pro Student zur Verfügung stehen.

Weitere Highlights folgen – zum Beispiel, dass in den Pausen Beachvolleyball gespielt wird, der ganze Campus mit WLAN versorgt ist und das Semesterticket nur 23 Euro kostet. Zufriedene Studenten aus München, Hamburg oder Gießen schwärmen vom "angenehmen Ambiente" der Stadt, von den hohen Decken in den Altbauwohnungen und den gemütlich kleinen Seminargruppen.

Was ein wenig putzig daherkommt, sollte in seiner Wirkung nicht unterschätzt werden: Der neue Werbeauftritt der Magdeburger ist Teil einer lange angekündigten Marketingkampagne der Ost-Hochschulen. Zielsicher legen sie den Finger in die Wunden ihrer West-Konkurrenz: von der unpersönlichen Atmosphäre über die hohen Kosten bis hin zu überfüllten Seminaren.

Der Osten mag in Sachen wissenschaftlicher Exzellenz noch nicht ganz mithalten können, dafür hat er andere Vorzüge, und gerade diese weichen Faktoren spielen bei der Studienwahl häufig eine entscheidende Rolle.

Längst war es überfällig, dass die Hochschulen sie stärker und selbstbewusster ausspielen, auch wenn einige Argumente zunächst etwas lächerlich klingen. Für manchen Studienanfänger aber mögen sogar 37 Quadratmeter Wiese entscheidend sein.