Autotest Monsieur Saubermann
ZEITmagazin-Kolumnist Wolfram Siebeck vertraut dem Renault Laguna Grandtour nicht nur seine Einkäufe, sondern sogar seine Katze an
Wegen des drohenden Weltuntergangs wird es schwierig, einen gleichermaßen starken, komfortablen und preiswerten Kombi zu finden. Große Motoren sind unsozial. Ich gehöre zu den Kombifahrern, deren Katze im Auto, zwischen Koffern und Weinkisten, ein weiches Bett erwartet.
Nun sind reinrassige deutsche Autos in den Ruf geraten, mehr CO₂ zu produzieren als japanische oder französische. Da kämpfte der Patriot in mir mit dem Retter der Umwelt, und für diesmal gewann der Gutmensch. Ich habe also den neuen Kombi Laguna Probe gefahren. Das ist der große Katzentransporter der Firma Renault, 4,80 Meter lang und, was seine Staubproduktion angeht, ein richtiger Monsieur Saubermann.
Äußerlich kann er weder mit dem T-Modell der C-Klasse von Mercedes noch mit einem dicken SUV konkurrieren. Aber lieber als in Schönheit sterben will der Mensch in sauberer Luft überleben, habe ich mir gesagt und die nicht ganz gelungene Heckpartie des Lagunas übersehen. Wichtiger ist, dass dieser Saubermann dank seiner fabelhaften Federung erstaunlich ruhig und handlich ist.
Dafür stellt man fest, dass der Tempomat bei anderen Fabrikaten weniger kompliziert ist. Um so etwas wie eine SUV-Position zu gewinnen, kann man den Fahrersitz so hoch stellen, dass mir beim Ein- und Aussteigen der Türrahmen das Toupet vom Kopf schob.
Die Staubmenge, die ich mit dem 150-PS-Grandtour in die Umwelt pustete, betrug 185 Gramm, die schwächere Version mit 110 PS erreicht mit 160 Gramm sogar fast den von deutschen Autoherstellern so gehassten Wert von 130 Gramm CO₂ pro Kilometer. Der Spritverbrauch lag bei 8,4 Liter Diesel im Durchschnitt bei gemischtem Land-/Stadt-/Autobahnverkehr.
Was beim Laguna Grandtour verblüfft – und so ziemlich auf alle aktuellen Neuwagen zutrifft –, ist die serienmäßige technische Verfeinerung, die noch vor wenigen Jahren der Oberklasse vorbehalten war. Es ist alles drin in diesem Auto, von elektronischer Sitzverstellung über ESP bis zur 6-Gang-Automatik. Es gibt die den Schlüssel ersparende Chipkarte und sogar kleine Haken im riesigen Kofferraum (508 Liter), an denen man Taschen mit den Einkäufen vom Markt aufhängen kann, damit die Äpfel beim Bremsen nicht durchs Auto kullern. (Es sind fantastische Bremsen!) Selbstverständlich existiert auch ein Gepäcknetz, das im Notfall fliegende Katzen einfängt.
Technische Daten:
Motorbauart: 4-Zylinder-Turbodieselmotor
Leistung: 110 kW (150 PS)
Beschleunigung (0–100 km/h): 10 s
Höchstgeschwindigkeit: 210 km/h
CO²-Emission: 185 g/km
Durchschnittsverbrauch: 7,1 Liter
Basispreis: 29.300 Euro
ZEIT magazin Leben Wolfram Siebeck ist ZEITmagazin-Kolumnist ––– Foto Renault Deutschland AG
- Datum 08.01.2009 - 13:55 Uhr
- Quelle ZEITmagazin LEBEN, 17.04.2008 Nr. 17
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Da hier so häufig das Saubermann Image rausgekehrt wurde kann ich mir den Vergleich mit einer ähnlich großen, deutschen "Drecksschleuder" (BMW 320d) nicht verkneifen:CO2 Emission 131 statt 185 g/kmVerbrauch 4,9 statt 7,1 lund das bei 27 PS mehr... Au revoir Monsieur Saubermann
Denn die Angabe für den 110 PS Motor beim Laguna ist unrichtig. Es sind nicht 160 sondern 136 g/km und der Verbrauch liegt bei 5,1l/100 KM. Das war nicht gut recherchiert vom Siebeck. Vielleicht doch lieber über Entrecôte schreiben.
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