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Schwarz-Grün will die Grundschulzeit verlängern – mit schwachen Argumenten

In Hamburg ist gerade zu besichtigen, wie guter Wille (Grüne: Mehr Bildungsgerechtigkeit!) und Machtpolitik (CDU: Wenn die Grünen die Elbvertiefung schlucken, dürfen sie an den Schulen rumbasteln) zu einem aufwendigen Experiment mit ungewissem Ausgang führen.

Die Grundschulzeit, so der Zwischenstand der Koalitionsverhandlungen, soll von vier auf sechs Jahre verlängert werden, damit die leistungsschwächeren Schüler länger von den leistungsstarken profitieren und mehr Kinder den Weg aufs Gymnasium finden.

Im Prinzip eine gute Idee. Doch in Berlin zeigt sich, dass die sechsjährige Grundschule dieses Versprechen nicht einlöst . Die Starken sind dort schwach, und die Schwachen werden nicht stärker. Um das zu ändern, müssten die Schüler an beiden Enden der Leistungsskala massiv zusätzlich gefördert werden; wer will das, und wer kann das in Hamburg?

Zudem steht in der Hansestadt noch eine Strukturveränderung an: Alle Schulen neben dem Gymnasium sollen zu sogenannten Stadtteilschulen zusammengeführt werden, an denen gute Schüler auch das Abitur ablegen können.

Zu viel Veränderung auf einmal verunsichert Eltern, Lehrer und Schüler. Das müssen Politiker in Kauf nehmen, wenn sie notwendige Reformen durchsetzen. Experimente mit ungewissem Ausgang aber mussten die Schulen schon genug über sich ergehen lassen. Die Politiker, die sie gestartet haben, sind vergessen. An den Folgen aber leidet das Land bis heute. Thomas Kerstan

 
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