Malaria Der zweite Feldzug
Seit 2000 ruft die WHO am 25. April zum Kampf gegen die Malaria auf. Der Versuch, die Krankheit zu besiegen, scheiterte. Mit Hilfe einer neuen Kampagne soll sie wenigstens unter Kontrolle gebracht werden
Nahe der Grenze zu Ruanda, im ugandischen Kabale, sitzen in einer Villa drei Inder auf einem Sofa. Ein Ingenieur, ein promovierter Landwirt, ein Buchhalter. Müde starren sie auf den Fernsehschirm, ein Bollywood-Streifen läuft. Tagsüber hat das Trio den Aufbau von Pflanzungen beaufsichtigt. Die Plantage gehört zu einer Fabrik, die die drei Inder außerhalb Kabales errichtet haben: Afroalpine Pharma Limited. Und auf den Feldern gedeiht der Rohstoff für das derzeit wirksamste Mittel gegen Malaria: das Kraut Artemisia annua, Einjähriger Beifuß. »Bald sind wir so weit«, sagt Sunil Karwa, der Ingenieur, »dann schaffen wir die erste Lieferung nach Kampala.«
Die Produktion eines Malaria-Medikaments – mit indischer Hilfe – ist der erste Versuch Ugandas, das Problem aus eigener Kraft in den Griff zu bekommen. Diese Selbsthilfe ist dringend notwendig, denn noch vor Aids ist Malaria auf dem afrikanischen Kontinent die größte Gesundheitsplage. Jedes Jahr erkranken weltweit 500 Millionen Menschen schwer an der Infektion. Mehr als eine Million überleben sie nicht – die meisten Opfer sind Kinder in Afrika. Die Erreger, sogenannte Plasmodien, zerstören in den Blutbahnen ihrer Opfer Blutkörperchen und treiben den Organismus abwechselnd in Fieberkrämpfe und Schüttelfrost. Mehrmals im Jahr terrorisiert der wurmförmige Einzeller die Infizierten; Schwangeren beschert er schwere Blutarmut, Kinder hält er monatelang vom Schulunterricht ab.
Im Kampf gegen diese Plage erlitt die Menschheit verheerende Niederlagen. Der letzte große Versuch wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1955 in Angriff genommen, er scheiterte 1969. Mit DDT und gutem Willen allein war dem Erreger nicht beizukommen. Vier Jahrzehnte später herrscht wieder Aufbruchstimmung. George W. Bush rief 2005 die Presidents Malaria Initiative ins Leben. Mit den Beiträgen der Weltbank, des Global Fund to Fight AIDS, Tuberculosis and Malaria und der Bill & Melinda Gates Foundation sind 3,6 Milliarden Dollar für den Kreuzzug gegen die Seuche zusammengekommen. In einem »Milliarden-Dollar-Malaria-Moment« (Nature) übernahm Bill Gates im Oktober 2007 auf einer Versammlung in Seattle kurzerhand das Kommando. Er fand, es bestehe die historische Gelegenheit, »Malaria nicht nur zu behandeln oder zu kontrollieren, sondern auf lange Sicht auszulöschen«. Viele Anwesende erblassten, als sie dies hörten. War hier ein Träumer nicht aus dem früheren Debakel klüger geworden? Drohte da ein zweites Desaster, falls erneut zu ehrgeizige Ziele gesteckt würden?
Nach vierzig Jahren empfiehlt die WHO: Zurück zum DDT
Die WHO hatte sich eine bescheidenere Strategie zurechtgelegt, als sie 1998 zu ihrem zweiten Generalangriff blies und dafür die Roll Back Malaria Partnership (RBM) gründete, in der sich viele Geldgeber zusammenfanden. Sie visiert mit ihren Anstrengungen nicht die Auslöschung der Seuche an, sondern nur deren Kontrolle. Nicht eine einzige Maßnahme sollte Erfolg bringen, sondern ein ganzes Bündel, alles abgestimmt auf lokale Gegebenheiten und den komplexen Lebenszyklus des Erregers.
Also propagierte die WHO im Jahr 2006 wieder den begrenzten Einsatz von DDT in Innenräumen. Seither verteilen Hilfsorganisationen Moskitonetze, die mit dem Insektizid getränkt sind; außerdem werden subventionierte Artemisinin-Pillen verteilt – jene Pillen, die in der Fabrik der drei Inder bald aus den grünen Stauden hergestellt werden.
Der Extrakt aus Artemisia annua begann seinen Siegeszug in Vietnam. Seitdem wird dem Stoff alles zugetraut. Weil allerdings Therapien mit Einzelsubstanzen zu Resistenzen führen, sollte Artemisinin nur kombiniert mit anderen Antimalariamitteln verabreicht werden – in Form einer Artemisinin-Kombinationstherapie (ACT). Zurzeit überschwemmen Hilfsorganisationen den Kontinent mit kostenlosen ACT-Pillen. Wer sie schluckt, fühlt sich nach wenigen Tagen wohler. Unklar ist, was geschieht, wenn die Hilfsgelder ausbleiben. Die ACT-Behandlung ist im Vergleich zu herkömmlichen Therapien teuer. Ein Erwachsener braucht für eine vollständige Kur 12 Pillen zu je 100 Milligramm, das kostet auf dem freien Markt 15.000 ugandische Shilling, sieben Euro, und damit zu viel für die meisten Ugander.
Die einheimische Produktion in der neuen Fabrik in Kabale soll den Preis erheblich senken. Afroalpine pflanzt auf vier Feldern das farnartige Kraut an. Zusätzlich beschäftigen die indischen Pharmaproduzenten 7.000 private Pflanzer, die das Gewächs anbauen. So wächst Rohmaterial für jährlich 6.000 Tonnen ACT-Pillen heran. »Wir werden den Preis der Therapie auf ein Fünftel senken«, sagt Ingenieur Karwa in seiner Villa.
Durch die Produktion im eigenen Land soll nicht nur die Therapie für alle Ugander erschwinglicher werden. Auch die lokalen Farmer profitieren. »Das Grünzeug beschert vielen einen Geldregen«, sagt Karwa. Mit der Antimalariastaude sollen die Farmer viermal so viel Geld einnehmen können wie mit herkömmlichen Ackerpflanzen.
Vor Uganda haben schon Tansania, Mosambik und Sambia mit neuen Interventionen die Zahl der Malaria-Fälle drastisch gesenkt. Die Kombination von DDT, Moskito-Netzen und ACT konnte vielerorts die Zahl der Malaria-Fälle um mehr als die Hälfte senken. »Aber je weiter man damit kommt«, sagt Peter Kremsner von der Universität Tübingen, »desto schwieriger wird es, weitere Erfolge zu haben. Und irgendwann erlahmt das Interesse, und dann gibt es ein Riesenproblem.« Kremsner weiß: Ein abgebrochener Feldzug ist ein verlorener Feldzug.
Als die Regierung ihre Bemühungen einstellte, kehrte die Plage zurück
Der Malaria-Forscher arbeitet deshalb am wichtigsten Hoffnungsträger. Das einzige Instrument, mit dem die Ausrottung funktionieren könnte, wäre ein effizienter Impfstoff. In Gabun testet Kremsner den vielversprechendsten Vakzine-Kandidaten namens RTS,S der Firma GlaxoSmithKline (der vermutlich auch gegen Hepatitis B schützt). Ende des Jahres geht der Stoff in sieben afrikanischen Ländern in den letzten Großversuch vor der Vermarktung. Schon jetzt aber ist sicher, dass das Mittel nur einen Teilschutz bietet. »Wirksamer als 50 Prozent wird er nicht werden«, sagt Kremsner. Nur die Hälfte der Geimpften darf erwarten, keinen Malaria-Anfall zu erleiden – damit ist die Auslöschung der Krankheit nicht erreichbar.
Aber vielleicht, so lautet die Hoffnung der Experten, hilft die Vakzine im Verbund mit anderen Ansätzen. Die Erfahrungen mit DDT – das nicht nur ein Fehlschlag war – haben gezeigt, dass eine Strategie allein höchstens ein Teil der Lösung sein kann. Dank DDT konnten 1945 Zypern und Sardinien befreit werden; bis 1969 hatten 18 Staaten die Malaria erfolgreich ausgerottet. Es waren reiche Länder, Inselstaaten oder sozialistische Staaten mit einem funktionierenden Gesundheitssystem.
In Afrika jedoch misslang das Projekt. Aus mehreren Gründen: Afrika ist geschlagen mit der Mücke Anopheles gambiae, die besonders große Mengen des Erregers in ihre Opfer pumpt. Hinzu kamen unterentwickelte Gesundheitssysteme und sperrige Regierungen, die fanden, man habe andere Probleme zu stemmen. Die DDT-Kampagne verlief schleppend, Therapeutika standen selten oder gar nicht zur Verfügung, durch unvollständige Kuren entstanden Resistenzen. Als in den siebziger und achtziger Jahren auch noch 260 Umweltorganisationen DDT als giftig brandmarkten und es verbannt wurde, brach die letzte Bastion gegen die Ausbreitung der Malaria weg.
Nach der Kampagne schnellten die Malaria-Fälle in ungeahnte Höhen. Madagaskar zum Beispiel war malariafrei, die Regierung stellte ihre Bemühungen 1980 ein. Die Plage kam zurück; 1986 starben innerhalb von drei Monaten Zehntausende. Es zeigte sich, dass ein halbherziger Ausrottungsversuch schädlicher ist, als es ganz bleiben zu lassen. Das hat vor allem biologische Gründe. Menschen, die in einem durchseuchten Gebiet leben und sich immer wieder infizieren, erwerben eine Teilimmunität. Sie erkranken zwar weiterhin, aber nicht schwer. Ist eine Region malariafrei, verlieren die Bewohner ihren Schutz – und die nächste Malaria-Attacke kann tödlich enden. Um die Teilimmunität zu erhalten, benutzt zum Beispiel die frühere ugandische Vizepräsidentin Speciosa Wandira Kazibve, eine Ärztin, für sich und ihre erwachsenen Kinder keine Moskitonetze.
Jugendliche lieben das Kraut, es wirkt wie Marihuana
Das damalige Scheitern der Großkampagne zeigt, dass Malaria eine Seuche ist, die durch gestörte Lebensbedingungen entsteht. Wenn die Ökologie in einer Region aus dem Gleichgewicht gerät, sei es durch Bevölkerungswachstum oder stärkere Regenfälle, bekommen die Mücke und ihr tödlicher Passagier eine neue Chance. Im Grunde hatte die von der WHO angeschobene Roll Back Malaria Partnership daraus die richtige Lehre gezogen: Interventionen sind nur so gut wie ihre Verankerung in bestehenden Gesundheitssystemen. Die Lebensbedingungen der Menschen müssen stets berücksichtigt werden. Nur da, wo die Bevölkerung über die Gefahren und die möglichen Strategien gegen die Malaria unterrichtet wird, wo Gesundheitszentren die Gegend überwachen und die Landwirtschaft funktioniert, lässt sich auch dauerhaft ein Erfolg erzielen.
Es wäre verheerend, verließe sich Afrika allein auf die Unterstützung von Helfern wie Bill Gates. Dieser fokussiert sein Engagement auf technische Lösungen: Impfungen, Medikamente. Eine solch einseitige Strategie war schon in DDT-Zeiten fatal. Auch damals sperrten sich amerikanische Konservative gegen flankierende Maßnahmen wie die Trockenlegung von Feuchtgebieten, die Installation von Sanitäranlagen und Ausbildung. Diese Art von Unterstützung galt und gilt noch immer als »sozialistische Medizin« und ist daher für viele US-Amerikaner inakzeptabel.
Anstatt sich auf einseitige Kampagnen aus Industrieländern zu verlassen, nehmen einige afrikanische Staaten die Sache selbst in die Hand. Der Anbau des Heilkrauts Artemisia annua und die bald beginnende einheimische Tablettenproduktion sind ein Anfang. Dass diese Taktik aufgehen kann, zeigt der indische Bundesstaat Kerala. Der hält Malaria nach einer DDT-Kampagne auch ohne Impfstoff und Entwicklungshilfe seit Jahrzehnten unter Kontrolle.
Die Popularität der Wunderpflanze hat aber auch Nachteile. Ihre Wirksamkeit hat sich im 40.000-Seelen-Ort Kabale herumgesprochen. Die Menschen pflanzen das Kraut selbst an und therapieren sich mit bitterem Pflanzensud. Die Therapie mit der Reinsubstanz aber lässt Resistenzen entstehen – weshalb die WHO vor dieser Anwendung warnt. In Expertenkreisen kursiert bereits die Kunde von zwei Resistenzfällen in Asien.
Ingenieur Karwa ist sich des Problems bewusst: »Wir sagen den Leuten, sie sollen sich nicht selbst damit therapieren. Schon weil sie mit den Tees die Malaria nicht loswerden.« Die Menschen aus Kabale ficht das nicht an. Manche haben gar noch eine weitere Verwendung gefunden. Das Kraut sieht dem Marihuana nicht nur ähnlich. Manche behaupten, es habe auch eine entsprechende Wirkung. Sogar wenn keine Malaria-Attacke sie plagt, konsumieren Jugendliche den extrem bitteren Sud gerne. Und Hartgesottene sind dazu übergegangen, das getrocknete Kraut wie einen Joint zu rauchen.
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- Datum 09.10.2008 - 16:25 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 24.04.2008 Nr. 18
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Konrad Hao
Mit dem jährlich stattfindenden Welt-Malaria-Tag am 25. April müssen Wir die Lücke schliessen, die WHO Taiwan hinterlässt
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Sehr geehrte Damen und Herren,
Ich war tief beeindruckt von dem Bericht " Der zweite Feldzug ", aus dem hervorgeht, dassJedes Jahr weltweit 500 Millionen Menschen schwer an der Infektion erkranken . Mehr als eine Million überleben sie nicht. Mehr als 40 Prozent der Weltbevölkerung leben in Gebieten mit Malariarisiko.
Ich weiß, dass die gefährlicste Form, die Malaria Tropica, insbesondere bei kleinen Kindern innerhalb weniger Stunden zum Tod führen kann.
Als ein Taiwaner erlebte ich während meiner kindheit, wie meine Eltern DDT benutzten, um mich vor der Gefahr von Malaria abzuwehren.
Obwohl Malaria bereits seit über 100 Jahren erforscht wird, DDT wurde wieder, wie berichtet, von der WHO empfohlen.
Ich freue mich darauf so sehr, dass Jedes am 25. April der Opfer der Seuche gedacht werden soll, wie die WHO erklärte.
Es bleibt unverstaedlich, dass Taiwan immerhin ein Land mit 23 Millionen Einwohnern, der Weg in die Weltgesundheitsorganisation noch immer versperrt ist. Der ganze Globus müsste lückenlos überwacht werden.
Im Mai 2005 erließ die Weltgesundheitsversammlung (World Health Assembly, WHA) — das leitende Gremium der Weltgesundheitsorganisation (World Health Organisation, WHO) der Vereinten Nationen (United Nations, UN) — eine gründlich überarbeitete Fassung der internationalen Gesundheitsbestimmungen (International Health Regulations, IHR). Dies war ein bedeutender Meilenstein in der Geschichte der kooperativen Anstrengungen von Regierungen gegen die zunehmende Gefahr grenzüberschreitender Ausbreitung ansteckender Krankheiten.
Im Zeitalter der Globalisierung sind die Risiken für die menschliche Gesundheit und die Folgereaktionen längst über die Grenzen einzelner souveräner Staaten hinausgewachsen. Sie sind zu Problemen geworden, die im Rahmen eines globalen Regierungssystems behandelt werden müssen. Kein Land kann davon ausgeschlossen sein. Es ist wichtig, Gesundheit als eine globale Frage zu betrachten, völlig unabhängig von der politischen Haltung irgendeines Landes in der Welt.“
Deshalb ging Die Einfügung dieser „Klausel für allgemeine Anwendung“ auf die Entschlossenheit der WHO-Mitgliedsstaaten zurück, politische Hindernisse für eine umfassende Umsetzung der Bestimmungen zu entfernen.
Taiwan ist aus rein politischen Gründen aus der WHO ausgeschlossen. Daher begrüßten wir diese Änderung der IHR voller Begeisterung.
Zwar ist Taiwan kein Mitgliedsstaat der WHO, ist aber ein treuer Befürworter der Werte und Prinzipien, die den überarbeiteten IHR des Jahres 2005 zugrunde liegen.
In der West-Pazifik-Region spielt Taiwan bei der Krankheitsverhütung eine entscheidende Rolle. Jeden Winter fliegen fast 1,25 Millionen Zugvögel 352 verschiedener Arten von Sibirien und China nach Taiwan, um entweder zu überwintern oder zu den Philippinen, nach Indonesien, Malaysia oder Australien weiterzuziehen. Im Fall eines Ausbruchs der tödlichen Vogelgrippe, die zwischen Menschen sehr leicht übertragbar ist, könnte der Ausschluss Taiwans mit seinen 23 Millionen Einwohnern aus der WHO, die Kontrolle der weltweiten Verbreitung der Krankheit für das globale Gesundheitsnetzwerk extrem erschweren.
Der Weltgesundheitsbericht 2007 - mit Schwerpunkt auf „Eine sichere Zukunft: Sicherheit für globale Gesundheit im 21. Jahrhundert“ - betont die Bedeutung von Informationsaustausch und Kooperation zwischen den Staaten bei der Bekämpfung von Krankheiten. Der Bericht unterstreicht, dass die Weltgesundheitsorganisation(WHO )mehr Mittel für die Einrichtung eines umfassenden weltweiten Netzwerks zur Verhütung von Epidemien bereitstellen muss.
Kein Land kann von der WHO ausgeschlossen sein.
Taiwan unternimmt alles in seiner Macht stehende, um sich für eine konstruktive Zusammenarbeit einzusetzen und seine Verpflichtungen zu erfüllen, damit die globale Gesundheitssicherung gewährleistet werden kann. Jetzt ist es Zeit für die internationale Gemeinschaft eine Menschenrechtsverletzung der Taiwaner sowie die Europäer zu stoppen.
Die Klimaveränderung wird auch Europa zum Stammland der Anopheles-Fliege machen. Das ist nur eine Frage der ZEIT.Empfohlen wird das nachfolgende Buch von Gro Harlem Brundtland:"Grundrecht Gesundheit. Vision: Mehr Lebensqualität für alle." Mit Beiträgen v. William D. Novelli u. a. 239 S., S 263,- (Visionen für das 21. Jahrhundert; 9) (Campus Verlag, Frankfurt/M. 2000). Sie können das Buch finden bei: Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen (JBZ), Imbergstraße 2, 5020 Salzburg, Tel. 87 32 06, Fax DW 14, E-Mail jungkbibliothek@salzburg.at, Homepage: http://www.jungk-biblioth... Es sei daran erinnert: "Von 1983 bis 1987 leitete Gro Harlem Brundtland im Auftrag der „United Nations“ (UN) als Vorsitzende die „World Commission for Environment and Development“ („Weltkommission für Umwelt und Entwicklung“). 1987 sorgte sie mit ihrem Umweltreport „Unsere gemeinsame Zukunft“ weltweit für Aufsehen. Außerdem gehörte sie zu den Initiatoren der Umweltkonferenz in Rio de Janeiro im Sommer 1992. Am 13. Mai 1998 wurde Gro Harlem Brundtland bei der Konferenz der „World Health Organization“ (WHO, Weltgesundheitsorganisation) in Genf als erste Frau zur Generaldirektorin gewählt. Die 1948 gegründete WHO ist eine Sonderorganisation der „United Nations Organization“ (UNO, „Vereinte Nationen“) unter anderem zur Bekämpfung von Seuchen und Epidemien sowie zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung. 1998 stimmten von den Delegierten der 191 Mitgliedsstaaten der WHO 166 für die frühere norwegische Ministerpräsidentin. Nach ihrer Wahl kündigte die neue WHO-Generaldirektorin größere Transparenz in der WHO und weltweite Verbreitung der Erkenntnis an, dass Investitionen in das Gesundheitswesen auch zu Fortschritten im wirtschaftlichen Bereichen führen. Der Teufelskreis „Krankheit führt zu Armut, Armut führt zu Krankheit“ müsse durchbrochen werden, erkärte sie. Als ihre Hauptziele bezeichnete sie den Kampf gegen die Malaria und gegen den Tabakkonsum sowie eine Reform der Organisation." Quelle: http://biografien-news.bl...In der OAZ heißt es:"So hat erst kürzlich eine Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO in sieben
afrikanischen Ländern (Gabun, Ghana, Kenya, Mali, Mozambique, Sudan, und
Zimbabwe) ergeben, dass dort bis zu 90% der im Handel angebotenen Malariamittel
gefälscht oder verfälscht waren. In den Tabletten oder Kapseln war entweder eine
deutlich zu geringe Dosierung des Wirkstoffes oder sogar nur eine völlig
unwirksame Substanz, wie etwa Milchzucker, enthalten. Für Personen, die diese
Fälschungen einnehmen, kann das den Tod bedeuten."
Es ist eine der großen unverzeihlichen Sünden der Umweltbewegung, DDT als Gift zu brandmarken, den Einsatz zu verbieten und damit jährlich zusätzlich 500.000 Tote, vor allem Kinder, zu verursachen.
Dies auf dem Hintergrund, dass Europa inklusive Russland und Nordamerika durch den Einsatz von DDT frei von Malaria wurden, was bis dahin nicht der Fall war. Selbst bei Shakespeare taucht die Malaria auf, in Russland fand das schlimmste weltweit je registrierte Malaria- Auftreten in den dreißiger Jahren statt. Den Afrikanern aber verweigert man DDT.
Die romantisierende Ansicht über das Verbot der Bekämfung von Malaria durch DDT hat ihren Ursprung in dem Buch “Silent Spring” von Carson. Dort, und dann in der ganzen Grünen Bewegung, wurden die Auswirkungen des Einsatzes von DDT vor allem durch angebliche Gefährdung der Stabilität von Eierschalen von Vögeln bestimmt.
Ein schlechtes Gewissen hat bis heute, zumindest in der Öffentlichkeit keine der im Artikel erwähnten 260 Umweltorganisationen gezeigt. Ganz im Gegenteil.
Einer der prominentesten Umweltschützer, Al Gore, hat in seinem Film An Inconvenient Truth," behauptet, dass Nairobi, wo eine weltweite Klimakonferenz stattfand, frei von Moskitos sei, jetzt aber durch eine globale Erwärmung äußerst gefährdet sei durch Malaria.
Die Wahrheit ist, dass gerade Nairobi immer schon als Hot-Spot für Malaria bekannt war, allein 10 verschiedene Ausbrüche sind bekannt.
Dort, wo DDT wieder eingesetzt wurde, sind erhebliche Erfolge zu verzeichnen. Sicherlich nicht einfach, aber doch möglich. Die Haltung der Umweltverbände ist unverzeihbar.
Malaria ist eine Armutskrankheit - das zeigt die Statistik:Eine rechtzeitige Behandlung in Deutschland führt praktisch nicht zum Tode (<0,7%) .Wer befürchtet, dass Malaria in Europa durch Klimawandel verstärkt wird, sollte Daten aus der Vergangenheit sehen:Die Malaria in Deutschland war sehr verbreitet in den Jahrhunderten zwischen der mittelalterlichen Warmzeit (ca. 2° wärmer als jetzt) und ca. 1920 (als die norddeutsche Tiefebene noch die letzte große Malariagegend war).Gerade diese Zeit war überwiegend deutlich kälter als heute.Überdies ist der Übertragungsweg recht kompliziert - ohne vorhandene Zwischenträger (Menschen) sind Malariamückenstiche harmlos. Die Malaria wird aber in der Regel recht gut erkannt und so behandelt, dass eine Weiterverbreitung kaum zu befürchten ist.Es gibt in den letzten Jahren IMHO eigentlich nur einen einzigen Fall, in dem Malaria in Deutschland erworben wurde - durch den Stich einer importierten Mücke, die zufällig den Flug und das hiesige Klima überlebt hatte.Das Malariaproblem kenne ich aus Afrika (West) aus eigener Erfahrung,ich vermisse bei immer noch die begleitenden Aktionen:- Deutliche Verbesserung der Schulbildung- Deutlicherer Kampf gegen die hohe Kinderzahl.Beider Fehlen macht praktisch jeden Kampf gegen Malaria langfristig sinnlos.
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