Lesezeichen Anatolische Sensationen
Wer als kulturinteressierter Tourist die Türkei bereist, sollte unbedingt einen Ort aufsuchen, an dem gegenwärtig ein aufregendes Kapitel neuerer Archäologiegeschichte geschrieben wird. Der Wissenschaftsjournalist Michael Zick berichtet vom Göbekli Tepe, dem »Berg mit dem Nabel« nahe der südostanatolischen Stadt Urfa, wo deutsche und türkische Archäologen seit zehn Jahren eine steinzeitliche Kultanlage von gigantischem Umfang ausgraben. Bisher kamen 45 tonnenschwere Kalksteinstelen zutage von Steinzeitmenschen kunstfertig mit lebensechten Tierreliefs geschmückt. Das Sensationelle daran: Diese Kunstwerke entstanden vor 12000 Jahren. Zum Vergleich weist Zick auf die Megalithen von Stonehenge hin, die in das Jahr 2000 vor Christus datiert werden. Auch später, zur Zeit antiker Hochkulturen, spielte Anatolien eine zentrale Rolle im Weltgeschehen, wie das Beispiel des Großreichs der Hethiter zeigt. Erfolgreich behauptete es sich im Kampf gegen den ägyptischen Pharao Ramses II.
Auf seiner Reise durch die Türkei traf der Autor immer wieder Archäologen, die ihn über den neuesten Stand ihrer Grabungen ins Bild setzten. Information aus erster Hand bereichert seinen Band, aber auch die Kunst, anschaulich und lebendig zu erzählen.
Michael Zick: »Türkei. Wiege der Zivilisation«. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2008 - 176 S., 32,- Euro
- Datum 30.04.2008 - 14:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT Nr.19 vom 30.04.2008, S.73
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:





