Börse Frankfurt

Hier soll das Herz des Finanzplatzes Frankfurt schlagen? Der Handelssaal ist klein, von Hektik ist nichts zu spüren. Statt wilden Geschreis ist lediglich das Klicken von Computertastaturen und Anzeigetafeln zu hören. Gerade einmal 70 Kursmakler sitzen hinter sieben runden und halbrunden Handelsschranken, die in leuchtendem Blau und Weiß gehalten sind. Der Handel mit den 30 wichtigsten deutschen Aktien, die im deutschen Leitindex Dax enthalten sind, wird zu mehr als 90 Prozent über die elektronische Handelsplattform Xetra abgewickelt. Der dazugehörige riesige Computer steht allerdings in einem Frankfurter Vorort. Die Handelssäle der Banken befinden sich meist ebenfalls weit außerhalb der City. Manche sind größer als Fußballfelder - dort arbeiten zehnmal so viele Menschen wie auf dem Börsenparkett. Auch die Hauptverwaltung der Deutschen Börse ist längst umgezogen nach Frankfurt-Hausen. Künftig wird der größte Teil des Personals im benachbarten Eschborn arbeiten.

Der Bär und der Bulle vor dem Neorenaissancebau bewachen also eher ein Denkmal: Bereits 1585 wurde die Frankfurter Börse gegründet. Heute ist sie mit einem Marktanteil von 93 Prozent der weitaus wichtigste Handelsplatz für Wertpapiere in Deutschland. 2007 stieg das Handelsvolumen um rund 50 Prozent auf 2,6 Billionen Euro.

 
  • Quelle DIE ZEIT Nr.19 vom 30.04.2008, S.40
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