Börse London

Größer als die Frankfurter Wertpapierbörse ist in Europa lediglich der Konkurrent in Großbritannien. Mit einem Handelsvolumen von 10,2 Billionen Euro ist die London Stock Exchange (LSE) die zweitgrößte Börse der Welt und zugleich eine der ältesten. Die Wurzeln der LSE reichen bis ins 17. Jahrhundert zurück. Bereits 1695 gab es in London 140 Aktiengesellschaften, die Anteilsscheine wurden in zwei Kaffeehäusern in der City gehandelt dem Garraways und dem Jonathans. 1697 verabschiedete das britische Parlament ein Gesetz, um die »Zahl und das Fehlverhalten der Makler und Börsenjobber zu beschränken«. Das aber konnte Fehlspekulationen nicht verhindern: 1720 platzte die »South Sea Bubble«, eine der berüchtigsten Börsenblasen der Geschichte.

Nahe dem historischen Sitz der Londoner Börse, an der Ecke Threadneedle Street/Old Broad Street, weihte Queen Elizabeth II 1972 den neu errichteten Stock Exchange Tower ein. Nach dem Big Bang von 1986, der weitreichenden Liberalisierung des britischen Finanzmarktes, fand der Handel jedoch zunehmend außerhalb des Börsengebäudes statt.

Obendrein führte der Vormarsch des Computers dazu, dass immer weniger auf dem Parkett selbst gehandelt wurde.

Im Juli 2004 zog die Börse in ein besser geeignetes Gebäude am Paternoster Square um, ganz in der Nähe der St. Pauls Cathedral. In den folgenden Jahren versuchten nacheinander die australische Investmentbank Macquarie, der amerikanische Börsenbetreiber Nasdaq und die Deutsche Börse, die London Stock Exchange zu übernehmen.

LSE-Chefin Clara Furse wehrte entschlossen die Attacken ab. Im Juni 2007 übernahm sie ihrerseits die Borsa Italiana in Mailand.

 
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