Börse Tokyo
Fast unberührt vom globalen Fusionskarussell gehen die Effektenhändler in Japan ihren Geschäften nach. Die ehrwürdige Tokyo Stock Exchange (TSE), mit einem Handelsvolumen von 7,5 Billionen Dollar die drittgrößte Börse der Welt, hat offenbar bisher noch keinen passenden Übernahmekandidaten gefunden - möglicherweise, spekuliert die Branche, könnte sie nach Singapur greifen. Gegründet wurde die TSE 1878 unter dem Namen Tokyo Kabushiki Torihikijo.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Börse unter ihrer heutigen Bezeichnung wiedergegründet. Die überraschend kleine, unscheinbare Hauptverwaltung liegt nur einen Steinwurf von einem Schinto-Schrein entfernt, zu dem Investoren und Makler gern pilgern, um für günstige Kurse zu beten. Ihre größte Zeit hatte die Tokyo Stock Exchange in den Achtzigern. Damals das japanische Wirtschaftswunder stand in voller Blüte kletterten die Kurse auf schwindelerregende Höhen. Am 29.
Dezember 1989 erreichte der Nikkei 225 mit 38957 Punkten seinen Höchststand seit Jahresanfang schwankt der japanische Leitindex zwischen 12000 und 14000 Punkten. 1990 entfielen rund 60 Prozent der weltweiten Marktkapitalisierung auf die Titel, die in Tokyo gehandelt wurden. Zuletzt machte Japans Leitbörse allerdings eher mit Pannen Schlagzeilen. Am 1. November 2005 legte ein Computerausfall den Handel für mehr als vier Stunden lahm. Kurz darauf ließen sich in dem fehlerhaften Handelssystem Falscheingaben nicht mehr korrigieren den Banken entstanden Schäden in Höhe von Hunderten Millionen Euro.
- Datum 01.05.2008 - 14:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT Nr.19 vom 30.04.2008, S.41
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