Fachkräftemangel »Wir riskieren doch nicht unser Leben«Größeres Risiko im Osten

Die Fremdenfeindlichkeit in Ostdeutschland schreckt ausländische Fachkräfte ab. Eine Studie der Universität Halle zeigt, dass dadurch Arbeitsplätze gefährdet sind.

Als die Nazis Mahmoud* erwischen, ist er gerade beim Umzug. Der Student zieht einen Sackkarren über den Campus der ostdeutschen Universitätsstadt, die neue Wohnung liegt nicht weit vom Studentenwohnheim. Drei Männer halten ihn auf, einer beschimpft ihn: »Neger, hau ab, das ist mein Land!« Mahmoud ignoriert ihn, wie er es sonst auch tut, will weitergehen. Da knallt ihm eine Bierflasche auf die Schulter, noch wochenlang wird ihm der Arm wehtun. Ein paar Studenten kommen hinzu, und Mahmoud ruft die Polizei. Wenige Tage später fliegt er zur Familie nach Afrika, »von Deutschland hatte ich erst mal die Nase voll«. Ein Jahr liegt der Vorfall zurück, seit Kurzem hat Mahmoud sein Diplom in Wirtschaftsinformatik. Angepöbelt und beschimpft wurde er fast jeden Tag während seines Studiums in Ostdeutschland. »Du weißt, du triffst die«, sagt er und meint die Nazis. Er war der einzige schwarze Student in der Stadt. Länger bleiben will er nicht. Er sucht einen Job im Westen, in einer großen Stadt, wo er sich sicher fühlt.

»Die Fremdenfeindlichkeit wird zum Standortfaktor«

Mehr als tausend Gewalttaten mit rechtsextremem Hintergrund wurden 2006 vom Verfassungsschutz registriert, ein Anstieg von fast zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Osten waren es in den vergangenen Jahren zwei- bis dreimal so viele wie in Westdeutschland. Zahlen, die nicht nur für das Leid der Opfer stehen und die Angst, mit der Menschen anderer Herkunft in Deutschland leben. Die Fremdenfeindlichkeit nimmt zunehmend Einfluss auf Wirtschaft und Arbeitsmarkt: Sie schreckt Investoren und Fachkräfte aus dem Ausland ab, verhindert die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Besetzung von Stellen.

Das bedeutet wirtschaftlichen Schaden für ganze Regionen. »Die Fremdenfeindlichkeit ist ein Standortfaktor, und kein unwichtiger«, sagt Peter Alltschekow, zuständig für den Bereich Projects Eastern Germany bei Invest in Germany, der Standortmarketinggesellschaft der Bundesrepublik. Natürlich klopfen Investoren bei der Suche nach einem Standort erst harte Kriterien wie Verkehrsanbindung, Steuern und Subventionen ab. Durch die zunehmende Konkurrenz aber seien die weichen Faktoren wie das soziale Klima wichtiger geworden, sagt der Soziologe Markus Werle. Er hat mit Kai Bussmann, Professor für Strafrecht und Kriminologie, an der Universität Halle-Wittenberg die bisher einzige Studie zu den ökonomischen Auswirkungen von Fremdenfeindlichkeit durchgeführt. Werle spricht von »nachgewiesenen wirtschaftlichen Schäden«: »Der Imageschaden kostet mittelständische Unternehmen Hunderttausende Euro, die großen sogar Millionen.« Nur reden wollen die Firmen darüber nicht, denn auch das könnte dem Image schaden. In der Studie wurden je 300 Betriebe in Ost und West anonym befragt. Fünf Prozent im Westen und mehr als doppelt so viele im Osten bejahten die Frage, ob Fremdenfeindlichkeit schon betriebliche Entscheidungen beeinflusst habe. Ausländerfeindlichkeit gefährdet Arbeitsplätze – umso fataler, dass sie gerade in strukturschwachen Regionen dominiert. Bussmann nennt das einen »Verstärkerkreislauf«: Wenn Fremdenfeindlichkeit Arbeitsplätze vernichtet, spielen Arbeitslosigkeit und Frustration den Rechten in die Hände.

Auch angesichts des Fachkräftemangels ist man auf hoch qualifizierte Bewerber aus dem Ausland angewiesen. Aber es sind nicht viele, die den Weg nach Deutschland finden: Laut Bundesamt für Migration sind 2006 nur 80 Hochqualifizierte eingereist, besonders klein ist ihr Anteil in den neuen Bundesländern. »Ich würde keine schwarzen Bewerber in den Osten vermitteln«, sagt eine Agentin eines führenden Personaldienstleisters für Fachkräfte, die nicht genannt werden möchte. »Hochqualifizierte Zuwanderer gehen dahin, wo sie Kontakte haben und sprachlich zurechtkommen, aber eben auch dorthin, wo sie mit ihren Familien ordentlich leben können – insofern ist die Fremdenfeindlichkeit in Deutschland schlicht abschreckend«, sagt Volker Roßocha, Migrationsbeauftragter beim DGB-Bundesvorstand. Die abschreckende Wirkung trifft besonders Firmen und Institutionen, die auf ausländische Mitarbeiter angewiesen sind – in forschungsintensiven Branchen ist die Belegschaft oft international zusammengesetzt. »Gerade hier bringen Firmen hoch qualifizierte Leute mit, die sichtbar aus dem Ausland kommen – da ist Fremdenfeindlichkeit natürlich ein Problem«, sagt Thomas Brockmeier, Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau.

Das Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik in Halle rekrutiert seine Mitarbeiter in der ganzen Welt. Vor ein paar Jahren wurde ein Physiker koreanischer Abstammung in der Straßenbahn angegriffen und am Auge verletzt. Kurze Zeit später kehrte er in die USA zurück. »Das passiert öfter in der Straßenbahn«, sagt Jürgen Kirschner, der ehemalige Chef des Opfers, auch wenn solche Vorfälle seltener würden, weil sich die Lage in Halle sehr gebessert habe. Dennoch gab es Bewerber, die wegen der Ausländerfeindlichkeit abgesagt hätten, die Frage danach begegne ihm in Vorstellungsgesprächen »regelmäßig«.

Laut der Hallenser Studie war bei fast einem Drittel der Firmen Fremdenfeindlichkeit Thema in Bewerbungsgesprächen, im Osten sogar bei vierzig Prozent. Vier Prozent der westdeutschen Betriebe und elf Prozent der ostdeutschen mussten bereits Absagen von Bewerbern mit dem Verweis auf rechte Gewalt beziehungsweise Fremdenfeindlichkeit hinnehmen. Vier Prozent der west- und zwölf Prozent der ostdeutschen Unternehmen gaben an, deswegen Probleme bei der Personalgewinnung zu haben. Die Autoren der Studie vermuten hinter den Unterschieden zwischen Ost und West nicht nur ein real existierendes Problemgefälle, sondern auch eine Stigmatisierung des Wirtschaftsstandortes Ostdeutschland. Hinzu kommt, dass rechtsradikale Übergriffe – viel mehr als gewöhnliche Kriminalität – zeitlich und räumlich ausstrahlen. Der Imageschaden ist langlebig, man denke an die Assoziationen, die noch heute beim Stichwort Hoyerswerda aufkommen.

Fachkräfte und Wissenschaftler im Ausland sind gewarnt. Günther Schlee, Direktor am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung Halle, berichtet von einem Wissenschaftler aus Äthiopien, der sich in der Innenstadt an einer Phalanx von Skinheads vorbeidrücken musste und einen Ellbogenstoß mitbekam – an weiteren Besuchen in Deutschland habe der Kollege kein Interesse, sagt Schlee. »Wer die Wahl hat, und die Besten haben die Wahl, geht woandershin.« Ausländerfeindliche Vorfälle machen in einer globalisierten Welt schnell die Runde. »Die Hochqualifizierten sind gut informiert und überlegen sich genau, wo sie hingehen«, sagt Elmar Hönekopp, Leiter der Arbeitsgruppe Migration und Integration beim IAB. Wenn Mahmoud zum Beispiel gegenüber ausländischen Studenten die geringen Lebenshaltungskosten und die gute Betreuung an seiner Uni lobt, sagen sie: Da gehen wir nicht hin, wir riskieren doch nicht unser Leben.

Die Unternehmen suchen sichere Wohnungen für ihre Mitarbeiter

Umso mehr bemühen sich die Unternehmen um ihre Mitarbeiter, stellen ihnen Handys für den Notfall oder richten Begleitservices ein. Am MPI für ethnologische Forschung hilft man Ausländern bei der Wohnungssuche, damit sie in sicheren Stadtteilen landen. Das MPI für Mikrostrukturphysik gibt ausländischen Mitarbeitern Taxigutscheine, damit sie sicher zum Institut kommen, das etwas außerhalb liegt. Auch Fahrten zum Einkaufen werden bezahlt. Obwohl man deswegen »unter Beschuss des Rechnungshofs« steht, wie Kirschner zugibt. Aber solche Maßnahmen tragen dazu bei, Forscher zu halten. »Wissenschaftlich ist es ein großer Verlust, wenn Mitarbeiter gehen, die wir in Deutschland längst nicht mehr finden.«

Beim Stahlproduzenten ArcelorMittal ist qua Betriebsvereinbarung partnerschaftliches Verhalten festgeschrieben, ein Verstoß wird arbeitsrechtlich sanktioniert. Bei Neueinstellungen wird darauf geachtet, dass die Bewerber nichts mit der rechten Szene zu tun haben, Auszubildende werden in Seminaren für die Problematik sensibilisiert und geschult. »Ein ausländerfeindliches Umfeld können wir uns nicht leisten«, sagt Herbert Nicolaus vom Eisenhüttenstädter Standort des Weltkonzerns, der auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen ist. »Der Andrang ist nicht groß, weil Eisenhüttenstadt nicht der attraktivste Standort ist – da spielt auch Rechtsextremismus eine Rolle.« Initiativen gegen Fremdenfeindlichkeit leisten damit auch ihren Anteil für die wirtschaftliche Entwicklung einer Region. »Es geht dabei nicht nur um Gutmenschentum«, sagt Kai Bussmann, »es hat eine wirtschaftliche Logik, Fremde willkommen zu heißen.« Für den Wirtschaftsinformatiker Mahmoud ist Deutschland zur zweiten Heimat geworden. Eine schlechte Erfahrung könne nicht eine Million gute Erfahrungen zerstören, sagt er. »Ich verlasse den Ort, wo Nazis sind – nicht ganz Deutschland.«

* Name von der Redaktion geändert

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Leser-Kommentare
    • gzenz
    • 02.05.2008 um 20:21 Uhr

    So dramatisch die geschilderten Probleme wohl gerade im Osten sind, so greift der Artikel insgesamt, wie ich finde, etwas zu kurz. Das Problem ist, qualifizierte Leute ins Land zu locken. Hierzu ist nicht nur ein nicht ausländerfeindliches, sondern ein ausländerfreundliches Gesamtklima notwendig. Und hieran hapert es nach allem was ich von Kollegen unserer Forschungseinrichtung höre auch im Westen. Generell gilt wohl, das man vor allem wegen mangelnder Deutschkentnisse häufig sehr unzuvorkommend behandelt wird. Ob da wohl die Integrations- und Deutschdebatteetwas zu viel des Guten verursacht hat?

    • Rellem
    • 02.05.2008 um 21:14 Uhr

    Hi @ll
    Bei einer Arbeitslosenzahl von rd. 3,5-4 Millionen brauchen wir (von ein paar Ausnahmen abgesehen) gar keine ausländichen Fachkräfte.
    In vielen Gegenden O-Deutschlandes gibt es Arbeitslosenquoten das einem schlecht werden kann und die jungen Leute müssen bis nach USA/Skandinavien/Österreich/Schweiz/Australien ausweichen um über die Runden zu kommen.
    Es schein unvorstellbar geworden zu sein Probleme aus eigener Kraft/Mitteln anzugehen und sie zu lösen., oder ist es gewünscht die Bevölkerung auszutauschen?
    Als Deutscher im Ausland kann ich auch keine Forderungen stellen und es findet sich garantiert keine Hochschule die die Deutschen mit "klugen" Studien unterstützt.
    kleines Bsp.
    Wer in Ägypten als Ausländer eine Firma eröffnen will, muss sieben Ägypter beschäftigen sonst wird das nix.
    Es ist befremdlich zu lesen das man sich Sorgen um die ausländichen Fachkräfte macht, aber die einheimische Bevölkerung ununterbrochen an den Pranger stellt.
    Desweiteren kann man erwarten das jeder der nach D-Land kommt und hier arbeiten will, sich auch mal mit seinen eigenen Vorurteilen auseinandersetzt.
    Gruss
    Rene

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    @ 2."
    Wer in Ägypten als Ausländer eine Firma eröffnen will, muss sieben Ägypter beschäftigen sonst wird das nix."Beim Durchschnittsgehalt in Ägypten wären das ja ein paar Hundert Euro im Monat. Zum Vergleich mal dazu die Anforderung an Drittstaatsangehörige - wie ich einer bin - zur Erteilung einer Arbeitserlaubnis in Deutschland:"Investition von einer Million
    Euro und die Schaffung von zehn Arbeitsplätzen"Quelle: http://www.hukuk24.de/rec... (Abschnitt 3.2. b))Deutschland den Deutschen. (Anmerkung: Bitte machen Sie Ironie deutlich kenntlich. Die Redaktion/jk)

    • Khen
    • 03.05.2008 um 0:48 Uhr

    Ja, das macht Sinn. Wenn also eine Firma einen Werkstoffphysiker oder einen Flugzeugingenieur (mal so als aus der Luft gegriffenes Beispiel) benötigt, dann können die da sicherlich auf jeden x-beliebigen dieser 3,5 Millionen Arbeitslosen zurückgreifen.Hmmh. Das nicht jeder Arbeitslose auf jede freie Stelle passt, davon kann ihnen der Durchschnittslangzeitsarbeitslose sicherlich ein Lied singen.

    @ 2."
    Wer in Ägypten als Ausländer eine Firma eröffnen will, muss sieben Ägypter beschäftigen sonst wird das nix."Beim Durchschnittsgehalt in Ägypten wären das ja ein paar Hundert Euro im Monat. Zum Vergleich mal dazu die Anforderung an Drittstaatsangehörige - wie ich einer bin - zur Erteilung einer Arbeitserlaubnis in Deutschland:"Investition von einer Million
    Euro und die Schaffung von zehn Arbeitsplätzen"Quelle: http://www.hukuk24.de/rec... (Abschnitt 3.2. b))Deutschland den Deutschen. (Anmerkung: Bitte machen Sie Ironie deutlich kenntlich. Die Redaktion/jk)

    • Khen
    • 03.05.2008 um 0:48 Uhr

    Ja, das macht Sinn. Wenn also eine Firma einen Werkstoffphysiker oder einen Flugzeugingenieur (mal so als aus der Luft gegriffenes Beispiel) benötigt, dann können die da sicherlich auf jeden x-beliebigen dieser 3,5 Millionen Arbeitslosen zurückgreifen.Hmmh. Das nicht jeder Arbeitslose auf jede freie Stelle passt, davon kann ihnen der Durchschnittslangzeitsarbeitslose sicherlich ein Lied singen.

  1. 3. @ 2.

    @ 2."
    Wer in Ägypten als Ausländer eine Firma eröffnen will, muss sieben Ägypter beschäftigen sonst wird das nix."Beim Durchschnittsgehalt in Ägypten wären das ja ein paar Hundert Euro im Monat. Zum Vergleich mal dazu die Anforderung an Drittstaatsangehörige - wie ich einer bin - zur Erteilung einer Arbeitserlaubnis in Deutschland:"Investition von einer Million
    Euro und die Schaffung von zehn Arbeitsplätzen"Quelle: http://www.hukuk24.de/rec... (Abschnitt 3.2. b))Deutschland den Deutschen. (Anmerkung: Bitte machen Sie Ironie deutlich kenntlich. Die Redaktion/jk)

    Antwort auf "Arbeitslosenzahl/Quote"
    • Rellem
    • 02.05.2008 um 22:08 Uhr

    Hi @ll
    Zitat von Ihnen
    *Deutschland den Deutschen.*
    Zitat Ende
    Den unterschwelligen Rassismusvorwurf können Sie steckenlassen.
    Gruss
    Rene

  2. einheimische Arbeitskräfte sorgfältig auszubilden, besser zu behandeln und höher zu bezahlen.
    Dann würde sich bald herausstellen, daß der angebliche Bedarf an fremden Arbeitskräften eine ideologische Schutzbehauptung ist, um die heute alle herumtanzen sollen wie damals um Geßlers Hut.

  3. werden nicht in Deutschland bleiben, wenn ihre Leistung nicht belohnt wird. Wenn es noch einige Jahre oder Jahrzehnte so weitergeht und die Hochqualifizierten das Land verlassen, wird die ehemalige BRD den heutigen "neuen Laendern" aehnlich werden.
    Es geht eigenltich gar nicht um Zuwanderung, sondern darum, ob man sich abschottet oder dem Wettbewerb stellt. Warum haben Menschen, die zufaellig in Deutschland geboren sind, ein Vorrecht auf "unsere" Arbeitsplaetze? Ich will lieber vom besten Arzt behandelt werden als vom deutschesten und ich kaufe auch ein chinesisches Auto, wenn es in ein paar Jahren eins gibt, das umweltfreundlich und sicher ist. Aber ich merke schon, dass das viele Deutsche anders sehen.
    Ich habe sogar den Verdacht, dass es eine Selektion gibt - die, die sich etwas zutrauen, verlassen das Land. Verstaendlich - ich will jedenfalls in 20 Jahren nicht in einem abgeschotteten, national befreiten Altersheim wohnen.

  4. Ein toller Zusammenhang. Den hatte auch irgendwann mal der Generalsekretär der CDU als Rechtfertigung der immer noch hohen Arbeitslosenquoten in Ostdeutschland bemüht... Durchschaubarer geht es wohl kaum.

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    Glauben Sie nicht, dass es einen Zusammenhang zwischen der Abwanderung von Fachkraeften (die fuer die DDR bittere Realitaet war) und wirtschaftlicher Stagnation, verbunden mit hoeherer Arbeitslosigkeit gibt?
    Zur Information - es gab 2006 nach Aussage des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge 80 hochqualifizierte Zuwanderer nach Deutschland - waehrend 2006 155.000 Deutsche das Land verlassen haben (fuer 2007 gibts noch keine Zahlen). Nun ist die Definition fuer Hochqualifizierte zugegebenermassen sehr eng gefasst, aber es ist doch unverkennbar: der "brain drain" existiert - und fuer mich ist das ein Problem. Es ist uebrigens davon auszugehen, dass diejenigen, die es sich zutrauen, ohne den deutschen Sozialstaat zurechtzukommen, eher nicht zu dessen Leistungsempfaengern gehoeren...

    Glauben Sie nicht, dass es einen Zusammenhang zwischen der Abwanderung von Fachkraeften (die fuer die DDR bittere Realitaet war) und wirtschaftlicher Stagnation, verbunden mit hoeherer Arbeitslosigkeit gibt?
    Zur Information - es gab 2006 nach Aussage des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge 80 hochqualifizierte Zuwanderer nach Deutschland - waehrend 2006 155.000 Deutsche das Land verlassen haben (fuer 2007 gibts noch keine Zahlen). Nun ist die Definition fuer Hochqualifizierte zugegebenermassen sehr eng gefasst, aber es ist doch unverkennbar: der "brain drain" existiert - und fuer mich ist das ein Problem. Es ist uebrigens davon auszugehen, dass diejenigen, die es sich zutrauen, ohne den deutschen Sozialstaat zurechtzukommen, eher nicht zu dessen Leistungsempfaengern gehoeren...

    • Khen
    • 03.05.2008 um 0:48 Uhr
    8. @#2

    Ja, das macht Sinn. Wenn also eine Firma einen Werkstoffphysiker oder einen Flugzeugingenieur (mal so als aus der Luft gegriffenes Beispiel) benötigt, dann können die da sicherlich auf jeden x-beliebigen dieser 3,5 Millionen Arbeitslosen zurückgreifen.Hmmh. Das nicht jeder Arbeitslose auf jede freie Stelle passt, davon kann ihnen der Durchschnittslangzeitsarbeitslose sicherlich ein Lied singen.

    Antwort auf "Arbeitslosenzahl/Quote"
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    unter den 13,5 Millionen Ausländern und Migrationshintergrundlern sind eigentlich Werkstoffphysiker und/oder Flugzeugingenieure?

    unter den 13,5 Millionen Ausländern und Migrationshintergrundlern sind eigentlich Werkstoffphysiker und/oder Flugzeugingenieure?

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  • Quelle DIE ZEIT, 01.05.2008 Nr. 19
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  • Schlagworte Fachkräftemangel | IHK | Ostdeutschland | USA | Afrika | Äthiopien
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