Nahrungsmittelkrise Das große Geld und der Hunger

Nicht die Spekulanten verschlimmern die Nahrungsmittelkrise, sondern Großanleger. Zum Beispiel westliche Pensionskassen

Ganz oben an dem Regal mit den Reissäcken hängt neuerdings ein Zettel. »Wegen der drohenden Verknappung bitten wir Sie, Ihren Einkauf auf eine übliche Menge zu begrenzen«, steht drauf. Vor einigen Tagen hatten nämlich Hausfrauen und Restaurantbesitzer die Läden gestürmt. Hier, in der Gegend um San Francisco, leben viele asiatische Einwanderer. Sie wollten Reis kaufen, bevor er teurer wird. Sams Club, eine Tochter von Wal-Mart, und der Konkurrent Costco rationierten daraufhin die Abgabe. Nicht mehr als zwei Reissäcke pro Kunde, bitte!

Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg gibt es Hamsterkäufe in der größten westlichen Industrienation: Die globale Explosion der Getreidepreise hat nun auch die US-Amerikaner aufgeschreckt.

Es trifft nicht nur den Reis. Weizenpreise sind um 130 Prozent in zwölf Monaten gestiegen, Mais um 140 Prozent. Experten machen eine Vielfalt von Ursachen aus: der steigende Bedarf in China und Indien mag eine Rolle spielen oder der schwache Dollar, eine Wetterkatastrophe in wichtigen Anbauländern oder eine höhere Nachfrage nach Biotreibstoffen. Jedenfalls halten viele Experten den Westen für mitschuldig. »Die Versäumnisse der Politik, die Schwemme subventionierter Agrarexporte der Industrienationen und das Einreißen von Handelsbarrieren haben den Nahrungsmittelmarkt anfällig gemacht«, sagt Eric Holt-Giménez von der Aktivistengruppe Food First aus dem kalifornischen Oakland.

Den Zündfunken für die Preisexplosion haben aber Akteure an den Finanzmärkte gelegt. Nicht in erster Linie profitgierige Spekulanten, sondern Altersvorsorgefonds und Pensionskassen. Sie suchen seit einiger Zeit Schutz vor den Risiken der Aktien- und Anleihemärkte und investierten daher vermehrt in Rohstoffe, wozu auch viele Grundnahrungsmittel zählen. So trieben sie deren Preise hoch.

Für Farmer ist jedes Erntejahr eine neue Wette

Farmer wie Jerry McReynolds haben davon aber wenig. Er steht auf seinem Feld, 200 Meilen westlich von Wichita im Bundesstaat Kansas. Eigentlich sollte er zu den Gewinnern der Krise gehören, baut er doch Weizen, Mais und Soja an. Doch McReynolds sagt: »Wir stecken in der Klemme.« Zwar kann er darauf hoffen, dass er im Herbst eine gute Ernte einfährt und dass die Preise dann immer noch so hoch sind wie jetzt. Doch die Kosten für Dünger, Saatgut und Sprit hätten sich verdreifacht, sagt er. Dieses Geld müsse er gleich zahlen.

McReynolds ist also gut beraten, sich gegen Preisschwankungen abzusichern, und früher war das kein Problem. Er konnte sich an einen Getreidesilobetreiber wenden, der ihm seine zukünftige Ernte schon heute abkaufte. Diese Unternehmen sicherten ihr Preisrisiko wiederum über die Terminbörse in Chicago ab. »Aber die Silobetreiber machen das nicht mehr«, sagt McReynolds. Zu teuer, seit die Preise so stark schwanken und so hoch steigen.

Wer Weizenterminkontrakte kaufen will, muss nämlich einen Prozentsatz des Kontraktwertes bar als Sicherheit hinterlegen. Bei den stark steigenden Preisen kann es passieren, dass der Versicherte über Nacht 10.000 Dollar nachschießen muss – oder seine Risikoabsicherung verliert. Die regionalen Banken, die dafür bisher Kreditlinien einräumten, sind überfordert. »Vor ein paar Jahren bewegten sich die Kreditlinien bei 3 bis 5 Millionen Dollar, im Herbst 2007 waren es 15 Millionen, jetzt reden wir über 50 Millionen«, sagt McReynolds. Der Markt für Zukunftskontrakte funktioniert nicht mehr richtig.

Dabei boomt dieser Terminhandel paradoxerweise in diesen Tagen wie nie zuvor. Sein Zentrum ist Chicago. Dank der Lage am Lake Michigan, dem Chicago River und den Eisenbahnsträngen zu den Kornkammern des Mittleren Westens war die Stadt früh zum Umschlagplatz für Getreide, Schweine- und Rinderhälften geworden. 1848 wurde die Chicago Board of Trade (CBoT) gegründet. Sie wurde zur Leitbörse für Mais, Weizen, Soja, Hafer. Es war lange eine Welt, in der sich Händler, Lieferanten und Abnehmer persönlich kannten. Die Investmentbanker und Broker der Wall Street belächelten das Finanzzentrum im Mittleren Westen lange als einen Tummelplatz für hemdsärmelige hog trader – Schweinehändler. Spekulanten gehörten von Anfang an dazu. »Ohne sie kann der Terminmarkt nicht funktionieren«, sagt Glen Hollander, Chef des alteingesessenen Brokerhauses Hollander & Feuerhaken.

Wenn ein Farmer einen Kontrakt eingeht, seine künftige Ernte zu einem bestimmten Preis zu verkaufen, muss er einen Handelspartner dafür finden. Selten wird das ein Abnehmer – etwa ein Bäcker – sein. Stattdessen springen Spekulanten ein, die das Risiko auf sich nehmen und darauf hoffen, den Kontrakt später mit Gewinn verkaufen zu können. In den vergangenen Jahren sind neue Handelspartner dazugekommen: Investmentfonds, Hedgefonds, sogar Kleinanleger. Der elektronische Handel hat das Geschäft revolutioniert. Die CME hat weltweit Knotenpunkte eingerichtet, wo sich die Kunden einloggen können und am Chicagoer Handel teilnehmen können. Daytrader in Gibraltar oder Singapur, die auf eigene Rechnung spekulieren, machen Geschäfte mit Bankenhändlern in London oder Frankfurt.

»Mit dem elektronischen Handel haben wir neue Teilnehmer gewonnen, und durch die schnellere Ausführung der Order handeln bestehende Kunden mehr«, sagt David Lehman, Chef-Ökonom bei der CME Group. Das durchschnittliche Handelsvolumen beim CME-Weizenkontrakt, an dem sich weltweit die Preise orientieren, betrug Mitte 2006, als die elektronische Plattform eingeführt wurde, rund 55.000 Kontrakte pro Tag. Anfang 2008 waren es 130.000 Kontrakte. Damit wurde auch die Börse zu einem großen Geschäft.

Eigentlich ist eine große Zahl von Käufern und Verkäufern auch für das Funktionieren einer Börse eine gute Sache. In Chicago ist das aber etwas anders: Die Basis für die Terminkontrakte ist nämlich im Gegensatz zu Aktien oder Devisen begrenzt. »Es ist ein Sandkasten«, sagt Dan Basse von der Beratungsfirma AgResources. Um die komplette Getreideernte der USA aufzukaufen, braucht es seiner Schätzung nach 120 Milliarden Dollar – ein kleiner Betrag in den Kategorien der Wall Street. Der Devisenmarkt etwa bewegt täglich 3.000 Millarden Dollar.

Nun ergießt sich also eine Milliardenflut auf etwa ein Dutzend börsengehandelte Agrarprodukte. Jede Woche fließen ein bis zwei Milliarden Dollar neu in Rohstoffe, schätzt Basse. »Kein Wunder, dass das System aus den Fugen gerät.« Der Anstieg der Preise in den vergangenen Monaten sei nicht auf normale Marktkräfte zurückzuführen, sagt auch Paul Bertels, Ökonom bei der National Corn Growers Association, dem Verband der Maisfarmer. Auch die höhere Nachfrage durch die Ethanolproduktion erklärt nach seiner Ansicht den rasanten Anstieg nicht. »Es ist irrational, und ich warne meine Farmer, dass das Pendel schnell zurückschlagen kann«, sagt Bertels, der auch selbst Mais anbaut.

Das Kapital kommt von den ganz großen Anlegern. Nach dem Platzen der Internetblase suchten die Pensionsfonds eine Möglichkeit, unabhängig von den Schwankungen der Aktien- und Anleihemärkte Rendite zu erzielen. Im Februar hat Calpers, der 242 Milliarden Dollar schwere Pensionsfonds der öffentlichen Angestellten Kaliforniens, angekündigt, sein Engagement in Rohstoffen auf sieben Milliarden auszuweiten. Die Lehrerpensionskasse Pennsylvania Public School Employees’ Retirement System investierte 2,3 Milliarden US-Dollar in Rohstoffe. Auch die niederländischen Pensionskassen ABP und PGGM, die größten Europas, sind dabei.

Zu viele Investoren schlagen sich um zu wenige Mais oder Bohnen

Weil die Fonds nicht direkt Sojabohnen, Weizen oder Mais kaufen wollen, erwerben sie Terminkontrakte. Beim sogenannten Roll-over verkaufen sie kurz vor dem Fälligkeitsdatum ihre Kontrakte wieder, um neue Kontrakte mit einer neuen Laufzeit zu erwerben. Dabei jagen die Altersruhefonds und Rohstoff-Investmentfonds nicht hinter kurzfristigen Spekulationsgewinnen bei Preisschwankungen her. Ihnen geht es darum, ihr Kapital breit über verschiedene Märkte zu streuen. Die Fondsmanager suchen sich nicht einzelne vielversprechende Güter aus, sondern bilden breite Rohstoffindizes wie den GSCI-Index oder den Dow Jones-AIG Commodity Index ab. Durch das Roll-over bleiben sie stets im Markt. »Dadurch wirken sie wie virtuelle Hamsterkäufer«, sagt Jeffrey Korzenik, Chef-Investmentstratege beim Bostoner Vermögensverwalter Vitale Caturano & Co.

Das kann schnell in reales Horten umschlagen: Weil das Geld der Pensions- und Investmentfonds die Preise der Terminkontrakte künstlich hochhält, entkoppelt sich deren Entwicklung vom Marktpreis. In der Preisdifferenz wittern wiederum Arbitrageure Gewinnchancen und decken sich mit dem Rohstoff ein. Ihre Lager dienen nur dem Zweck, die Rohstoffe zu den höheren Terminpreisen verkaufen zu können. Auf dem Rohölmarkt etwa haben sich Investmentbanken und Hedgefonds in den vergangenen Jahren eigens für Spekulationszwecke Tanklager angelegt. Korzenik schätzt, dass das virtuelle Horten der Großinvestoren die Preise an den Rohstoffmärkten um 20 Prozent aufgeblasen hat. »Geldanleger haben meiner Ansicht nach auf den Rohstoffmärkten nichts zu suchen, sie höhlen deren entscheidende Funktion für Produzenten und Verbraucher aus«, sagt der Investmentstratege. Die Zeche zahlen nun ausgerechnet die Armen in den Entwicklungsländern, wo rund eine Milliarde Menschen mit weniger als zwei Dollar am Tag auskommen müssen.

Vergangene Woche hat sich der Farmer Jerry McReynolds auf den Weg nach Washington gemacht. Die US-Terminmarktaufsicht CFTC hatte eine Krisensitzung einberufen. Dort hörte McReynolds, der in der Runde die Weizenanbauer vertrat, Experten zu, die keinen Zusammenhang zwischen Spekulation und Preisexplosion erkennen wollen. Er selbst sieht das anders: »Der Markt ist von den großen Fonds kaputt gemacht worden.«

 
Leser-Kommentare
  1. leider verschweigt der eigentlich informative Artikel, worin der Unterschied zwischen Spekulanten und Großanlegern besteht. Letztere kaufen doch Rohstoffe ausschließlich aus spekulativen Gründen - und sind trotzdem keine Spekulanten?! klar beim Namen genannt werden die perversen Rohstoffspekulationen hier.

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    Der "eigentliche informative Artikel" macht den Unterschied von Spekulanten und
    Großanlegern ganz eindeutig klar. Nur weil der Spiegel die
    umgangssprachliche Version des Wortes "Spekulanten" benutzt, heißt es noch lange nicht, dass Spekulaten = Großangleger gilt. Spekulanten gibt es seit 150 Jahren. Großanlager seit zwei, drei Jahrzehnten. Zwei Worte, zwei Bedeutungen.

    Der "eigentliche informative Artikel" macht den Unterschied von Spekulanten und
    Großanlegern ganz eindeutig klar. Nur weil der Spiegel die
    umgangssprachliche Version des Wortes "Spekulanten" benutzt, heißt es noch lange nicht, dass Spekulaten = Großangleger gilt. Spekulanten gibt es seit 150 Jahren. Großanlager seit zwei, drei Jahrzehnten. Zwei Worte, zwei Bedeutungen.

  2. Der "eigentliche informative Artikel" macht den Unterschied von Spekulanten und
    Großanlegern ganz eindeutig klar. Nur weil der Spiegel die
    umgangssprachliche Version des Wortes "Spekulanten" benutzt, heißt es noch lange nicht, dass Spekulaten = Großangleger gilt. Spekulanten gibt es seit 150 Jahren. Großanlager seit zwei, drei Jahrzehnten. Zwei Worte, zwei Bedeutungen.

    Antwort auf "Sarkasmus?"
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    • keox
    • 03.05.2008 um 12:02 Uhr

    ist ein Spekulant - betreibt er sein Geschäft im großen Maßstab - kein Spekulant?Bleibt ein Massenmörder - ein Mörder also im großen Maßstab - nicht dennoch ein Mörder?Diese Sophisterei hilft uns nicht weiter.Wir haben ein Wirtschafts- und Herrschaftssystem, das seine ewigen Heilsversprechungen  nicht einlösen kann - mittlerweile ist das für jeden einsichtig.Die Spekulation mit unseren Lebensgrundlagen ist kein Lapsus, kein Schönheitsfehler, auch keine wie auch immer geartete Mutation eines ansonsten funktionierenden Systems.Dieses System basiert auf der bedingungslosen Ausbeutung des Planeten, seiner Menschen, seiner Fauna und Flora, seiner Rohstoffe.Es gäbe noch viel zu sagen, beschränken wir uns auf das alltagspraktische:Eine Wirtschaftsform, die einen Großteil der Bevölkerung hungern läßt, sie medizinisch unterversorgt läßt, obwohl alle Ressourcen verfügbar sind, hat schlicht und einfach ausgedient.

    • keox
    • 03.05.2008 um 12:02 Uhr

    ist ein Spekulant - betreibt er sein Geschäft im großen Maßstab - kein Spekulant?Bleibt ein Massenmörder - ein Mörder also im großen Maßstab - nicht dennoch ein Mörder?Diese Sophisterei hilft uns nicht weiter.Wir haben ein Wirtschafts- und Herrschaftssystem, das seine ewigen Heilsversprechungen  nicht einlösen kann - mittlerweile ist das für jeden einsichtig.Die Spekulation mit unseren Lebensgrundlagen ist kein Lapsus, kein Schönheitsfehler, auch keine wie auch immer geartete Mutation eines ansonsten funktionierenden Systems.Dieses System basiert auf der bedingungslosen Ausbeutung des Planeten, seiner Menschen, seiner Fauna und Flora, seiner Rohstoffe.Es gäbe noch viel zu sagen, beschränken wir uns auf das alltagspraktische:Eine Wirtschaftsform, die einen Großteil der Bevölkerung hungern läßt, sie medizinisch unterversorgt läßt, obwohl alle Ressourcen verfügbar sind, hat schlicht und einfach ausgedient.

  3. ..."virtuelle Hamsterkäufer" sind also keine Hamsterkäufer und Fondsmanager keine Spekulanten?<br>Allen ist die parasitäre Idee gemein, "ihr Geld" könne für sie arbeiten! Letztendlich sind es aber immer Menschen, die diese Arbeit verichten müssen, gezwungen durch pure, ausweglose Not.</br>Moderne Sklaverei eben... -- Ach die gibt es nicht?
    John Pilger's "War on Democracy" wird jeden Zuseher eines Besseren belehren:http://youtube.com/result..._______________________________________________________
    EU: Staatsstreich durch Ermächtigungsvertragsverordnung
    http://www.welt.de/welt_p...

  4. Egal, wie man sie nennt -- es sind Leute, die aufstapeln, was gerade knapp ist.  Hamsterkäufer gibt es selbstverständlich NICHT erst seit dem 2. Weltkrieg, sondern es gab sie schon im alten Rom.  Im Dreißigjährigen Krieg machten sie sich in Deutschland besonders breit.  Die Hamsterei trifft momentan auch auf Öl zu, denn als sich heute früh der Dollar leicht erholte, verkauften die Ölspekulanten, und der Ölpreis sank auf der Stelle gleich um mehrere Dollar.

  5. Eigentlich kommt es ja nicht darauf an ob es nun einen Unterschied geben kann der da zwischen Grossanlegern und Spekulanten fabriziert wird... eines ist sicher, in die Zukunft kann keiner von denen schauen... Könnte ich mir das aussuchen währe ich ja zumindest von der Bezeichnung her lieber ein Grosslanleger den ein Spekulant (Spekulant hat so was anrüchiges an sich) das hält mich aber nicht davon ab in Anlagen mit möglichst hoher Rendite zu investieren (Verluste mag ich überhaupt nicht und lassen mir kalte Schauer über den Rücken laufen)... mir dann eigentlich auch egal ob das nun Rohstoffe für Lebensmittel oder für Gebrauchsgüter sind... Aber leider kann ich so oder so nicht in die Zukunft schauen... also bin ich dann nicht auch gleichzeitig ein Spekulant oder Umgangssprachlich ein Glücksspieler? -------"sich selbst zu verstehen,... ist das eine Entdeckung oder eine
    Kreation...?"

  6. wer zahlt dann die Zeche? Wiedermal die Kleinanlegen, welchen über die Vertriebe der Banken die ganzen supertollen neuen Rohstofffonds aufgeschwatzt werden?Ansonsten: In einer Marktwirtschaft wird man es nicht verhindern können, daß sich Spieler in Märkten bewegen, in denen sie eigentlich nichts verloren haben, aber andererseits gibt es kaum ein besseres Lenkungsmittel, als den Markt. Aus eigener Erfahrung kann ich aber jedem versichern, Parteiideologen sind in Sachen Versorgung totale Versager, also falls jemand einen Dritten Weg kennt wie man Produktion und Verbrauch zusammenführt ohne spekulativen Überschwank oder Mangelwirtschaft, der könnte sich vielleicht einen Nobelpreis abholen.

  7. Wenn  wir unsere niederen Instinkte als Marktgesetze tarnen dürfen, in der Politik kein Eingreifen gegen solche Auswüchse salonfähig ist, wie sollen wir dann noch vor der uns Menschen eigenen Gier geschützt werden? Die Menschenrechte werden sich ohne Beschränkung der weltweiten Spekulationen nicht mehr einhalten lassen.

    • keox
    • 03.05.2008 um 12:02 Uhr
    8. Wieso

    ist ein Spekulant - betreibt er sein Geschäft im großen Maßstab - kein Spekulant?Bleibt ein Massenmörder - ein Mörder also im großen Maßstab - nicht dennoch ein Mörder?Diese Sophisterei hilft uns nicht weiter.Wir haben ein Wirtschafts- und Herrschaftssystem, das seine ewigen Heilsversprechungen  nicht einlösen kann - mittlerweile ist das für jeden einsichtig.Die Spekulation mit unseren Lebensgrundlagen ist kein Lapsus, kein Schönheitsfehler, auch keine wie auch immer geartete Mutation eines ansonsten funktionierenden Systems.Dieses System basiert auf der bedingungslosen Ausbeutung des Planeten, seiner Menschen, seiner Fauna und Flora, seiner Rohstoffe.Es gäbe noch viel zu sagen, beschränken wir uns auf das alltagspraktische:Eine Wirtschaftsform, die einen Großteil der Bevölkerung hungern läßt, sie medizinisch unterversorgt läßt, obwohl alle Ressourcen verfügbar sind, hat schlicht und einfach ausgedient.

    Antwort auf "Spekulanten"
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    Schlagen sie doch mal ein Wirtschaftssystem vor, das für sie moralisch vertretbar ist. Und bedenken sie dabei, das es der Kapitalismus ist oder meinetwegen die Marktwirtschaft, der die Grundlage dafür gelegt hat, daß es den meisten Menschen auf unserem Planeten besser geht, als ihren Vorfahren jemals. Also, wie sieht ihr Vorschlag aus? Zehn Computer oder 10 Professoren oder 100 Politiker bestimmen den Lauf der Weltwirtschaft per Ukas?

    Schlagen sie doch mal ein Wirtschaftssystem vor, das für sie moralisch vertretbar ist. Und bedenken sie dabei, das es der Kapitalismus ist oder meinetwegen die Marktwirtschaft, der die Grundlage dafür gelegt hat, daß es den meisten Menschen auf unserem Planeten besser geht, als ihren Vorfahren jemals. Also, wie sieht ihr Vorschlag aus? Zehn Computer oder 10 Professoren oder 100 Politiker bestimmen den Lauf der Weltwirtschaft per Ukas?

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