Die Vorbilder der deutschen Rapper
Ende der achtziger Jahre kommt in den USA der sogenannte Gangsta-Rap auf. Musiker aus Los Angeles, die sich Niggas With Attitude nennen, beschreiben in ihren Texten die Kriminalität in ihren Wohnvierteln.
Kritiker werfen ihnen vor, Gewalt zu verherrlichen. Die Rapper verteidigen sich damit, sie bildeten bloß die sozialen Zustände ab ihr wichtigstes Argument bis heute.
Musiker wie Tupac Shakur (rechte Seite, Foto links) aus Oakland werden immer beliebter. Mit Rappern aus New York liefern sie sich Kämpfe.
Eastcoast gegen Westcoast, daraus wird eine Schlachtordnung. Tupac Shakur, ein ehemaliger Drogenhändler, wird 1994 angeschossen, als er sich mit den Musikern The Notorious B.I.G. und Puff Daddy in einem Plattenstudio in New York trifft. Er überlebt den Angriff, beschuldigt die anderen Musiker des Attentats, es beginnt eine blutige Fehde. 1996 wird Tupac Shakur erneut angeschossen, als er mit seinem Auto vor einer roten Ampel steht. An den Verletzungen stirbt er. Monate später wird auch sein Konkurrent Notorious B.I.G. ermordet.
Ende der neunziger Jahre feiert erstmals ein Gangsta-Rapper, Eminem aus Detroit (Foto linke Seite), große Erfolge. Besonders bei weißen Jugendlichen kommen seine Songtexte an, die gewaltverherrlichend und sexistisch sind. Schwulen- und Lesbenverbände demonstrieren gegen ihn, nach dem Schulmassaker in der Stadt Littleton im Bundesstaat Colorado wird Eminem vorgeworfen, er sei wegen seiner Texte für die Tat mitverantwortlich. Für den besten Originalsong in seinem teilweise autobiografischen Film 8 Mile bekommt er 2002 einen Oscar. Sein Jahreseinkommen wird auf 18 Millionen Dollar geschätzt.
Eminem gilt auch als Entdecker des Musikers 50 Cent (diese Seite, Foto rechts) alias Curtis James Jackson, der in New York in ärmlichen Verhältnissen aufwächst. Schon im Alter von zwölf Jahren muss er mehrmals wegen Drogendelikten ins Gefängnis. Als 25-Jähriger wird er vor dem Haus seiner Großeltern von neun Revolverkugeln getroffen, aber er überlebt. 50 Cent gründet die Rap-Gruppe G-Unit, unter diesem Label vermarktet er heute auch eine Modelinie, Klingeltöne für Handys, Computerspiele und Groschenromane.
- Datum 30.04.2008 - 14:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT Nr.19 vom 30.04.2008, S.18
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