Erforscht und Erfunden

Archäologische Schutztruppe

Die Gletscherschmelze in den Alpen legt immer mehr archäologische Reste frei. Um Artefakte wie Werkzeuge, Waffen oder Kleidung schnell und fachgerecht zu bergen, wurde im italienischen Trentino eine mobile Einsatzgruppe aus Archäologen, Anthropologen und der Bergwacht gegründet. Sie soll Fehler wie bei der Bergung von Ötzi vermeiden: Die Mumie war mit Eispickeln ausgegraben worden, und Wanderer hatten Werkzeuge als Souvenirs mitgenommen.

Kälteschock nach Vulkanausbruch

Der Ausbruch des peruanischen Vulkans Huaynaputina im Jahr 1600 führte offenbar zu einer zwei Jahre andauernden weltweiten Abkühlung. Das berichten amerikanische Geologen (Eos, Bd. 89, S. 141): In Russland kam es 1601 bis 1603 zu einer schweren Hungersnot, in Japan fror der Suwa-See wesentlich früher zu, und in Deutschland brach die Weinproduktion zusammen. Bei einem Vulkanausbruch wird Schwefel in die Atmosphäre geschleudert - dort bildet er Aerosole, die Sonnenstrahlen zurückwerfen.

Beispielhaft unklar

Mathematik lernen Schüler am besten anhand von konkreten, lebensnahen Beispielen so lautet die landläufige Überzeugung. Forscher von der Ohio State University erschüttern nun diesen Glauben (Science, Bd.

320, S. 454). Sie stellten fest, dass Studenten, denen ein Konzept anhand von Beispielen beigebracht wurde, Schwierigkeiten hatten, das Ergebnis auf andere Fälle zu übertragen. Wenn sie hingegen zunächst den abstrakten Formalismus gelernt hatten, fiel ihnen die Anwendung auf konkrete Fälle leichter. Offenbar, so die Autoren, lenkt manchmal die oberflächliche Information der Textaufgabe vom eigentlichen Kern des Problems ab.

Hunde als Allergieschutz

Seit Jahren ist umstritten, ob das Zusammenleben mit Katzen oder Hunden das Risiko von Kindern senkt, an Atemallergien zu erkranken.

Nun bestätigt eine Studie im European Respiratory Journal (Bd. 31, S.

963), an der 9000 deutsche Kleinkinder teilnahmen, dass jene, die mit Hunden aufwuchsen, deutlich weniger empfindlich auf Pollen und andere Allergene reagierten als Kinder in Kontrollgruppen. Warum Haustierhaltung desensibilisiert, bleibt weiter unklar. Vermutlich dämpft ein verstärkter Kontakt mit bakteriellen Toxinen allergische Reaktionen des Immunsystems. Tiere schleppen viele Mikroben ins Haus.

Orientierung im Parkhaus

»10 Plätze frei« verkündet die Tafel am Parkhaus aber die Lücke muss der Autofahrer bisher selbst finden. Damit könnte bald Schluss sein: An der Universität des Saarlandes haben Physiker einen Sensor entwickelt, der den sogenannten Riesenmagnetwiderstand ausnützt, für dessen Entdeckung Peter Grünberg im vergangenen Jahr den Nobelpreis bekam. Der Sensor misst die Störung des Erdmagnetfelds durch parkende Autos und erlaubt es so, die freien Plätze exakt anzuzeigen.

 
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