Fast nicht allein

Eine schöne Was-wäre-wenn-Geschichte liefern Forscher des Genographic-Konsortiums. Ihre Genanalysen in Afrika ergaben, dass sich die Menschheit vor 150000 Jahren in zwei Populationen aufgespalten hatte (American Journal of Human Genetics, Bd. 82, S. 1). Die eine ging in die genetische Isolation nach Südafrika, die andere nach Ostafrika. Wäre es dabei geblieben, hätten sie biologisch bald nur noch so viel miteinander zu tun gehabt wie Pferd und Zebra. Oder wie Pferd und Esel.

Aber vor 70000 Jahren ergriff sie die (unfreiwillige) Wanderlust, aus klimatischen Gründen. Die Homogrüppchen zogen umher, vor 50000 Jahren traf man sich wieder und vereinigte sich (in doppelter Hinsicht). Noch mal gut gegangen. Gut? Wie die Menschheiten wohl aussähen, hätten die Vorfahren die stammesgeschichtliche Kurve nicht mehr gekratzt. Gäbe es zwei Dalai Lamas? Wären die andern die Esel? Und könnten wir zusammen Maultiere zeugen?

 
  • Quelle DIE ZEIT Nr.19 vom 30.04.2008, S.43
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  • Schlagworte Lama | Südafrika | Afrika | Ostafrika | Oder
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