Gefährliche Kundschaft

Mehr als 120 Fischarten gehen putzen. Sie zupfen anderen Fischen Parasiten von der Haut und fressen diese. Davon haben beide etwas: Die Putzerfische werden satt und die Kunden ihre Parasiten los. Aber viele Putzer bedienen keine Raubfische - von denen würden sie gefressen.

Karibische Putzergrundeln der Gattung Elacatinus gehören zu den Ausnahmen, sie schwimmen Raubfischen sogar ins offene Maul. Warum sie sich das trauen, ist unbekannt. Vermutlich liegt es daran, dass Elacatinus-Arten giftig sind oder scheußlich schmecken.

Die Biologin Marta Soares und ihre Mitarbeiterinnen von der englischen University of East Anglia stellten fest, dass Putzergrundeln Raubfische sogar bevorzugen. Sie werden sofort versorgt, während andere Fische schon mal warten und durch »Putzaufforderungsstellungen« um Behandlung bitten müssen. Die Autorinnen nehmen an, dass die Raubfische auf die übrigen Arten die Hauptkundschaft der Putzergrundeln abschreckend wirken - sie werden daher schnell abgefertigt, damit sie weiterziehen.

 
  • Quelle DIE ZEIT Nr.19 vom 30.04.2008, S.50
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