Treffen Club der Gnadenlosen

Denken Sie, man findet einen normalen Mann über eine Partnervermittlung im Internet? Vergessen Sie’s! Ein Selbstversuch

Ich suche einen Mann. Im Internet. Sie finden das komisch? Ich auch! Warum ich trotzdem hoffe, per Mausklick dem Traummann zu begegnen? Weil man als Singlefrau Mitte dreißig sympathische Typen nicht kurz vor Ladenschluss im Supermarkt oder an der Bushaltestelle kennenlernt. Schicksalhafte Begegnungen sind selten. Kommen noch lange Arbeitstage und wenig Freizeit hinzu, geht die Wahrscheinlichkeit, einen volljährigen Singlemann im normalen Leben zu treffen, gegen null.

Selbst Freunde, viele seit langem verheiratet, erkennen die Misere und raten: »Versuch’s doch mal im Internet. Wir kennen da jemanden, der kennt jemanden – also bei dem hat es geklappt.« Um dem ganzen Nachdruck zu verleihen, murmeln sie etwas von »Baby im Anmarsch« und Hochzeitsglocken. Schließlich bin auch ich überzeugt: Spricht etwas dagegen, meinem Glück ein wenig auf die Sprünge zu helfen?

Schnell fällt die Wahl auf »die führende Partnerbörse für anspruchsvolle Singles«. Für rund 170 Euro werde ich für sechs Monate Mitglied im Club der einsamen Herzen. Eine halbe Stunde lang muss ich einen psychologischen Test ausfüllen. Ich verrate, wie ich auf Liebeskummer reagiere (Schokolade tafelweise), ob ich ein gemeinsames Schlafzimmer (wäre nett) oder getrennte Betten bevorzuge (nur, wenn er schnarcht) und ob ich Wert darauf lege, dass mein Partner die gleichen Bücher liest wie ich (egal!).

Im nächsten Schritt darf ich mir meinen Traummann zusammenstellen. Größer als 1,80 Meter soll er sein, zwischen 30 und 50 Jahre alt, aus Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern, gern mit Kind, auf jeden Fall Nichtraucher. Und dann das Wunder: Wie von Geisterhand werden mir über 1000 Kandidaten präsentiert, die alle theoretisch das Zeug hätten, der Mann fürs Leben zu sein. Wo haben die sich bloß all die Jahre versteckt?

Geradezu enthusiastisch klicke ich mich durch die Profile der Männer, die wie ich auf der Suche sind. Lese, wie ein perfekter Tag für sie aussieht (»wenn die Sonne scheint«), worüber sie sich ärgern (»wenn der HSV verliert«), was sie von einer Beziehung erwarten (»vertrauensvoll, gern mit Kind und Hund«). Eine grandiose Idee, so auf Partnersuche zu gehen!

Binnen eines Tages bekomme ich auch Kontaktanfragen von Männern, die mich kennenlernen wollen. Das schmeichelt dem Ego. Ich schreibe zurück, warte gespannt auf Antworten. Schnell schlägt ein Schauspieler aus Hamburg ein Treffen vor. Schließlich klinge alles super nett, was ich so schriebe. Die Vorfreude steigt. Mein erstes Internetdate! Damit wir uns im Café erkennen, schalte ich mein Foto frei.

Seine nächste Mail wird die letzte sein. Es täte ihm sehr leid, aber ich sei absolut nicht sein Typ. Ein Treffen wäre reine Zeitverschwendung. Das sitzt! Wirke ich derart unsympathisch, dass man ein Treffen wieder absagt? Ich schwanke zwischen Fassungslosigkeit und Wut. So etwas habe ich im echten Leben noch nie erlebt! Und habe ich es nötig, mich von wildfremden Männern so behandeln zu lassen? Zwischendrin erwäge ich ernsthaft, für immer Single zu bleiben.

Nach einigen Durchhalteparolen von Freunden wage ich dann doch die nächste Runde. Wäre doch gelacht, wenn unter 1000 Singlemännern nicht ein netter wäre! Wieder klicke ich mich durch die Steckbriefe, diesmal ohne rosarote Brille. Die Antwort »ein Tag ist für mich perfekt, wenn die Sonne scheint« finde ich jetzt weniger originell. Ob es daran liegt, dass ich sie schon mindestens zweihundert Mal gelesen habe? Ich bin vorsichtig, wenn ich auf jemanden treffe, der mit seiner vorigen Freundin noch nicht fertig ist (»ich will keine Frau, die jeden Samstag shoppen geht und sonntags bis mittags schläft«). Männer, die bei zehn Fragen genauso viele sexuelle Anspielungen machen, sind disqualifiziert. Auch Juristen (Paragrafenreiter) und Ärzte (brennen später mit der Sprechstundenhilfe durch) haben kaum eine Chance. Architekten und Designer (kreative Köpfe!) hingegen sind top.

Ja, auch ich kann gnadenlos sein. Jeden Tag ein bisschen mehr. Was mich irgendwann selbst erschreckt. Bislang habe ich mich bei Männern eigentlich auf mein Bauchgefühl verlassen. Und das reagierte oft auf arbeitslose Weltverbesserer genauso freudig wie auf Tischler und Anwälte. Woher nehme ich jetzt die ganzen Vorurteile? Warum lege ich im Internet Kriterien an, die im wahren Leben noch nie eine Rolle spielten?

Trotzdem bahnen sich Kontakte an. Mein Foto schalte ich mittlerweile sofort frei. Nicht wenige Männer suchen dann das Weite. An schlechten Tagen nehme ich alles fürchterlich persönlich. Hadere mit meiner Größe, überlege, 20 Kilo abzunehmen. Täglich ins Fitnessstudio zu gehen. Oder einen Therapeuten aufzusuchen, der meinen Charakter verschönert.

Auch in meinem Briefkasten landen Grußbotschaften samt Foto, von denen ich spontan weniger begeistert bin. Was tun? Kurz und schmerzlos »verabschieden«, ein paar nette Worte finden, tot stellen? Darf ich jemanden nach einem Foto und zwei, drei Sätzen beurteilen? Hat nicht jeder eine Chance verdient? Andererseits, bin ich die Mutter Theresa des Internets? Meist entscheide ich mich bei Nichtgefallen für die Formulierung »Ich möchte zurzeit keine weiteren Kontakte«. Ob das eine faire Lösung ist? Eine bessere fällt mir nicht ein.

Mit einer Mischung aus Grusel und Faszination hängen meine Freunde an meinen Lippen, wenn ich von meinen Erlebnissen berichte. Abends werden sie sich vermutlich an ihren Partner kuscheln und flüstern: »Schatz, welch ein Glück, dass uns das erspart geblieben ist!« Dennoch fiebern sie bei geplanten Dates mit, als wären es ihre eigenen. Und tatsächlich: Es gibt Männer, mit denen es zu einem realen Treffen kommt.

Der erste hat mir binnen zwei Stunden sein ganzes Leben erzählt und sich danach nie wieder gemeldet. Den zweiten fand ich einfach klasse, er mich leider nicht. Nummer drei hatte im Eifer des Mail-Gefechts glatt vergessen, dass er noch verheiratet ist, er erwähnte das erst beiläufig bei Kaffee und Kuchen. Mit den Kandidaten vier, fünf, sechs und sieben habe ich nette Abende in Restaurants verbracht. Sympathisch sind sie wirklich alle! Warum einem ersten Treffen dennoch kein einziges Mal ein zweites folgte?

Vielleicht weil man doch auf die »Liebe auf den ersten Blick« hofft und vergisst, dass sie mehr als selten ist? Weil jeder Mann nur eine Enttäuschung sein kann, wenn man sich vorher im Wunschkatalog der Partnerbörse seinen Traumprinzen zusammengebastelt hat? Womöglich aber auch, weil es schlicht unromantisch ist, wenn sich zwei Menschen treffen, um abzuchecken, ob sie sich ineinander verlieben könnten. Das hat man sich früher immer anders vorgestellt.

Stattdessen aber kommt das dicke Ende beim Internetdating als Mail am nächsten Tag. Während auch ich meist denke: »Netter Kerl, aber leider nichts für mich«, haben meine Datingpartner das Bedürfnis, mir das schriftlich mitzuteilen. Im Schutz des Internets wird daraus eine Mischung aus verbalem Panzerangriff und Unterlassungsklage: »Ich möchte auf keinen Fall einen weiteren Kontakt. Du bist nicht mein Typ. Dir fehlt das gewisse Etwas.«

Hilfe! Was ist über Nacht aus den Männern geworden, die ich eigentlich ganz nett fand? Und: Hätten sie mir diese Botschaft im wahren Leben direkt ins Gesicht gesagt?

Langsam kippt auch die Stimmung in meinem Freundeskreis. »Was war denn mit dem nun schon wieder?«, giftet eine Freundin, als ich beichte, dass ich mich auch beim letzten Blinddate nicht verliebt habe. Selbst jene, die mir so geraten haben, im Netz einen Mann zu suchen, rudern langsam zurück. Womöglich wäre es die bessere Idee, Single-Sportreisen zu buchen, sagen sie jetzt. »Wir kennen da jemanden, der kennt jemanden – also bei dem hat es geklappt.«

Linksammlung

www.parship.de
Partnervermittlung mit über 4 Mio. »anspruchsvollen« Mitgliedern und einem Psycho-Gutachten

www.neu.de
28 Mio. Mitglieder europaweit, mit enormem Werbeaufwand gepusht, fürs gemeine Volk

www.friendscout24.de
Größte deutsche Partnerbörse mit Flirtbereich

www.produe.com
Für Frauen kostenlos, daher weiblicher Überhang

 
Leser-Kommentare
    • enviro
    • 07.05.2008 um 9:36 Uhr

    Ich war Ende 40, als meine langjährige Ehe recht spektakulär zu Ende ging. Ich wollte nicht alleine bleiben, aber wie sollte ich eine Partnerin finden? Ich entschied mich für eine der aufgeführten Singlebörsen. Innerhalb von 4 Wochen hatte ich 3 Treffen mit potentiell geeigneten Damen und Email-Kontakt zu 2 weiteren. Dann war die Sache auch schon beeendet, die dritte Dame war es nämlich schon. Das Alter stimmte, das Foto entsprach der Realität :-), der Hintergrund und der jeweils ausgeübte Beruf waren in Ordnung. Wir haben uns gleichzeitig abgemeldet und uns relativ schnell aneinander gewöhnt. Ähnlich geartet, haben wir einen Plan erstellt, um die Zusammenführung unserer Leben zu ermöglichen. Bei meiner Partnerin war ein Ortswechsel angesagt, die Suche nach einem geeigneten Arbeitsplatz führte sogar zu einer Höherqualifikation. Der heutige Stand: Wir haben uns ein Haus gebaut, unserer Haushalte verschmolzen und sind heilfroh, den jeweils anderen gefunden zu haben. Ich glaube, das Internet bietet die größtten Chancen, einen Partner zu finden. Im richtigen Leben läuft niemand mit einem Schild >>Ich bin zun haben<< um den Hals herum, schon gar nicht in leicht fortgeschrittenem Alter. Die Möglichkeit, sich Fotos anzuschauen, ein Wunschprofil zu erstellen bzw. einzusehen und erstmal anonym zu kommunizieren, erleichtert vieles. Nur: Ohne Ehrlichkeit geht es nicht, das Foto sollte aktuell sein, die Angaben zur Person sollten zutreffen. Absagen: Ich habe auch zwei Damen mitgeteilt, dass ich sie zwar ansprechend finde, aber halt irgend etwas nicht so ganz passt. Warum so verbiestert, Frau Holz? Weitersuchen!

    • enviro
    • 07.05.2008 um 9:39 Uhr

    Warum gibt es hier keinen Edit-Knopf? Ich würde gerne Rächtschreipfhler entfernen. :-))

    • Skusa
    • 07.05.2008 um 10:11 Uhr

    Ich denke das die Möglichkeit übers Internet sich kennen(lieben?) zu lernen schon gut ist. Ich habe meine "Frau für´s Leben" ebenfalls so kennengelernt. Jedoch nicht in einer Partnerbörse, sondern in einem Chat als alleinerziehender Vater. Ich empfand es als Vorteil, das man die Möglichkeit hatte zunächst den Charakter des Gegenüber zu erfahren, bevor man ein Bild dazu bekommt. Meine jetzige Partnerin und ich haben also viele Nächte lang durchgechattet, bevor es zu einem ersten Treffen kam, wo es dann auch sofort gefunkt hatte. Es war unbeabsichtigt und ohne den "Erfolgsdruck". Vielleicht liegt grade dort das Geheimnis - das man keine Erwartungen hat !?! So ist alles vielleicht lockerer und entspannter. Und seien wir doch mal ehrlich ... wenn man eine absolute "Augenpeitsche" ist.... und ein komplizierter / introvertierter Typ vielleicht noch hinzu, dann kann auch das Internet nur schwer Abhilfe schaffen..

    • Skusa
    • 07.05.2008 um 10:18 Uhr

    Ich habe keinerlei Erfahrung mit solchen Partnerbörsen, aber wenn dort soviele Millionen registrierte Accounts sind - wie groß ist dann die Möglichkeit das man dort Bekannte wiederfindet oder alte Schulkollegen?Also DAS wäre mir schon unangenehm und ist ja irgendwie auch ein Armutszeugnis, das man es auf solch einem Weg versuchen muß. Sei es nun berufsbedingt oder optisch. Da muss sich doch am Wochenende eine Möglichkeit auftun neue nette Menschen kennenzulernen ohne das ich dafür bezahlen muss das mich jemand kennenlernen will ??? Je mehr Leute man kennt, desto mehr Party´s o.ä mit vielen Menschen, desto mehr Chancen wieder neue Leute kennenzulernen, desto mehr Chancen Prince or Princess Charming zu treffen ...

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    1. Es kann passieren, daß man auf Menschen aus dem eigenen (vergangenen oder gegenwärtigen) Umfeld trifft. Ist eine Frage des Feingefühls, wie man damit umgeht. Grundsätzlich muß es einem nicht peinlich sein, denn man begegnet sich ja auf der gleichen Ebene und ist in der gleichen Situation. Man sollte in sein Profil eben nicht Dinge hineinschreiben, die einem peinlich sein könnten. 2. Nein, es ist kein Armutszeugnis, auf Partnersuche zu sein und dazu verschiedene Möglichkeiten zu nutzen. Ab einem bestimmten Alter wird es schwierig, Bekanntschaften "irgendwo da draußen" zu machen. Wer in der Situation gewesen ist, wird mir zustimmen können. "Nette" Menschen gibt es viele, aber für eine Partnerschaft muß noch ein bißchen mehr dazukommen.

    Warum ist es eigentlich ein Armutszeugnis, seinen Partner übers Internet zu suchen?Es soll übrigens auch Menschen geben, die am Wochenende arbeiten müssen oder schlicht keine Partygänger sind.Wenn ich in einer Singlebörse tatsächlich einen alten Bekannten treffe, dann ist dieser ja schließlich genauso dort. Noch ein Grund weniger, es peinlich zu finden (wenn man denn der Meinung ist, es wäre ein Makel, dort auf der Suche zu sein).Als Armutszeugnis empfinde ich eher sowas: "Party´s"

    Ich hab schon etliche Singlebörsen durchgecheckt aber noch nie jemanden bekanntes dort getroffen. Allerdings habe ich etliche Bekannte, die ihren Partner übers Web kennengelernt haben (und nicht nur Bekannte von Bekannten...). Angeblich gibt es Studien die zeigen, dass das Internet heute die Kontaktbörse Nummer 1 ist (gleich nach dem Beruf und... waren es öffentliche Verkehrsmittel?). Aber es gibt ja auch die Regel, dass man nicht in der Firma rumbaggern soll, also dann schon eher im Internet;-). Ist doch super - nirgendwo gibt es so eine Auswahl und wenn man klar stellt was man/frau will und auch bieten kann, kann man/frau Enttäuschungen recht effektiv vermeiden. 
    PS: allerdings hab ich mal eine angeschrieben, die ich vorher schon habe abblitzen lassen, autsch! Naja, immer cool bleiben;-) Ach ja, meine heutige Freundin hab ich dann aber offline kennengelernt...

    1. Es kann passieren, daß man auf Menschen aus dem eigenen (vergangenen oder gegenwärtigen) Umfeld trifft. Ist eine Frage des Feingefühls, wie man damit umgeht. Grundsätzlich muß es einem nicht peinlich sein, denn man begegnet sich ja auf der gleichen Ebene und ist in der gleichen Situation. Man sollte in sein Profil eben nicht Dinge hineinschreiben, die einem peinlich sein könnten. 2. Nein, es ist kein Armutszeugnis, auf Partnersuche zu sein und dazu verschiedene Möglichkeiten zu nutzen. Ab einem bestimmten Alter wird es schwierig, Bekanntschaften "irgendwo da draußen" zu machen. Wer in der Situation gewesen ist, wird mir zustimmen können. "Nette" Menschen gibt es viele, aber für eine Partnerschaft muß noch ein bißchen mehr dazukommen.

    Warum ist es eigentlich ein Armutszeugnis, seinen Partner übers Internet zu suchen?Es soll übrigens auch Menschen geben, die am Wochenende arbeiten müssen oder schlicht keine Partygänger sind.Wenn ich in einer Singlebörse tatsächlich einen alten Bekannten treffe, dann ist dieser ja schließlich genauso dort. Noch ein Grund weniger, es peinlich zu finden (wenn man denn der Meinung ist, es wäre ein Makel, dort auf der Suche zu sein).Als Armutszeugnis empfinde ich eher sowas: "Party´s"

    Ich hab schon etliche Singlebörsen durchgecheckt aber noch nie jemanden bekanntes dort getroffen. Allerdings habe ich etliche Bekannte, die ihren Partner übers Web kennengelernt haben (und nicht nur Bekannte von Bekannten...). Angeblich gibt es Studien die zeigen, dass das Internet heute die Kontaktbörse Nummer 1 ist (gleich nach dem Beruf und... waren es öffentliche Verkehrsmittel?). Aber es gibt ja auch die Regel, dass man nicht in der Firma rumbaggern soll, also dann schon eher im Internet;-). Ist doch super - nirgendwo gibt es so eine Auswahl und wenn man klar stellt was man/frau will und auch bieten kann, kann man/frau Enttäuschungen recht effektiv vermeiden. 
    PS: allerdings hab ich mal eine angeschrieben, die ich vorher schon habe abblitzen lassen, autsch! Naja, immer cool bleiben;-) Ach ja, meine heutige Freundin hab ich dann aber offline kennengelernt...

    • Skusa
    • 07.05.2008 um 10:18 Uhr

    [entfernt wegen Doppelposting/ Redaktion; svb]

    • Isaidy
    • 07.05.2008 um 10:21 Uhr

    wenn ich von vornherein schon ans Aussortieren denke, weil ein Mann auf einem Foto nicht meinem Typ entspricht, 10 cm zu klein ist oder schreibt, dass er im Gegensatz zu mir z.B. gerne Schach spielt, dann wird die Sache natürlich schwierig bis aussichtslos. Wie viele Leute wären heute nicht verheiratet oder in festen Händen, wenn sie eine derartige Meßlatte angelegt hätten als sie ihren Partner das erste Mal sahen? Bin selber seit 12 Jahren glücklich mit einem Mann verheiratet, der aber auch wirklich keinem meiner ursprünglichen Kriterien entsprach. Er ist kleiner, er ist jünger, er ist schwarz, er ist Moslem, er sprach kaum Deutsch als wir uns kennenlernten und war arbeitslos. Keine Partnerbörse der Welt hätte ihn mir zugeführt, keiner meiner Ansprüche an eine "glückliche Partnerschaft" war erfüllt. What shell's? - Es machte nach drei Treffen (und nicht gleich beim ersten Anblick!) "beng" und ich hätte es nicht besser treffen können. Wer sich hingegen schriftlich und mit Bild um einen Platz im Herzen bewerben muss und voller absolut zwingender Anforderungen an einen potentiellen Partner steckt, der steht sich in seiner Unflexibilität und seinen Vorurteilen selbst im Weg und gibt der Liebe gar nicht erst eine Chance.

    • Anonym
    • 07.05.2008 um 10:22 Uhr

    weil früher ohne Internet bin am Freitag Abend losgezogen, hab praktisch stets eine Braut aufgerissen; haben wir die 1. Nacht/den Frühmorgen miteinander verbracht - manchmal vergass ich den Namen - wuh wie peinlich - und danach sahen wir beim Frühstück zu, ob aus dem Tanz/Bettkontakt auch was anderes seien könne...Einem muss ich zustimmen - ich mag ebenso nicht den Brauttypus - der am Samstag shoppen geht und am Sonntag bis Mittag pennt. Definitiff.

  1. Ich kann mich Skusa und enviro nur anschließen. Wie lange hat denn Ihr "Selbstversuch" gedauert, Frau Holz ? Etwas mehr Durchhaltevermögen sollten sie schon haben, wenn es Ihnen tatsächlich darauf ankommt, einen Partner zu finden. Im "wahren Leben" gefällt einem ja auch nicht jeder Mann und umgekehrt, sonst wäre man ja nicht Single, oder ? Oder bestand das Ziel gar nicht darin, einen Mann zu finden, sondern darin, einen möglichst unterhaltsamen Artikel zu schreiben, in dem die Partnersuche im Internet natürlich durch den Kakao gezogen werden muß ? Sie sind übrigens nicht die erste, die das in dieser Weise tut. Dabei ist diese Art der Partnersuche vergleichsweise erfolgreich, besonders für Leute, die nicht mehr zwanzig sind. Hätten Sie sich wirklich verliebt, hätten Sie möglicherweise gar keine Lust gehabt, die Details Ihrer Liebesgeschichte vor der Leserschaft  der ZEIT auszubreiten.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Frau Holz hat zu Recht darauf hingewiesen, dass bei unpersönlichen Kontakten (wie über's Internet) bei vielen Leuten die Hemmschwelle sinkt: Wer im persönlichen Gespräch eine Ablehnung freundlich-verbindlich formuliert, tut das beim E-mail-Schreiben nicht immer. Und das kann einem mit der Zeit den Glauben an das Gute im Menschen schon ganz schön anknabbern. (Klar, viele andere Dinge können das auch. Und Frustrationstoleranz ist schön und gut und wichtig. Aber deshalb muß niemand den Blitzableiter für völlig fremde Leute spielen - gerade in einem Bereich, wo man nicht unbedingt damit rechnet.)

    Frau Holz hat zu Recht darauf hingewiesen, dass bei unpersönlichen Kontakten (wie über's Internet) bei vielen Leuten die Hemmschwelle sinkt: Wer im persönlichen Gespräch eine Ablehnung freundlich-verbindlich formuliert, tut das beim E-mail-Schreiben nicht immer. Und das kann einem mit der Zeit den Glauben an das Gute im Menschen schon ganz schön anknabbern. (Klar, viele andere Dinge können das auch. Und Frustrationstoleranz ist schön und gut und wichtig. Aber deshalb muß niemand den Blitzableiter für völlig fremde Leute spielen - gerade in einem Bereich, wo man nicht unbedingt damit rechnet.)

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service