MACHER + MÄRKTE Krise: Reeder setzen auf Zeit danach

Die heraufziehende Krise versetzt auch dem Welthandel einen empfindlichen Schlag sagen etliche Wirtschaftsforscher voraus. Diejenigen, die sich da wirklich auskennen, scheinen aber eher auf eine munter expandierende Globalisierung zu setzen: Bei den Werften wurden zuletzt mehr und größere Handelsschiffe bestellt als je zuvor.

Mehr als 10000 zusätzliche Frachter stehen 2008 laut Lloyds Register Fairplay weltweit in den Auftragsbüchern, fast doppelt so viele wie 2006. Wie kann das sein? Hatten nicht kürzlich die großen Transportlogistiker FedEx und UPS gemeldet, dass sie niedrigere Gewinne als im Vorjahr erwarten? Hatten nicht zahlreiche Marktbeobachter daraus gefolgert, es gehe mit Konjunktur und Handel bergab? Mag sein, sagt der Unternehmensberater und Logistikexperte Horst Manner-Romberg. Aber gerade in schlechten Zeiten werde viel aus der Luft wo FedEx und Co agieren auf kostengünstigere Transportmittel verlagert. Alkis Henri Otto vom Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut erklärt sich den Optimismus der Reeder so: »Langfristig berappeln die USA sich wieder«, sagt er. Eine langfristig planende Branche wie die Schifffahrt setze schon auf die Zeit danach.

In der Zwischenzeit wiege der Ausfall in den USA nicht schwer: In Asien sei das Wachstum so oder so gewaltig. Dort brauche man die meisten Schiffe.

 
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