Mehr Markt

Ja, ja, ja. Deutschlands Manager beziehen heute Millionengehälter, wie sie vor Jahren undenkbar schienen. Sie kassieren hohe Abfindungen, selbst wenn sie ihr Unternehmen in die Krise gesteuert haben. Und sie sichern sich finanziell so ab, dass ihre Forderungen nach mehr Risikobereitschaft und Eigenverantwortung wie Hohn erscheinen. Und doch nein, nein, nein: Der jüngste Vorschlag der SPD zu Managergehältern geht zu weit.

Unternehmen sollen künftig Ausgaben für Vorstandsgehälter und Abfindungen nur noch beschränkt steuerlich geltend machen können, so die Idee einer Arbeitgruppe um Fraktionsvize Joachim Poß und Bundesjustizministerin Brigitte Zypries. Doch Gehälter und Abfindungen für Manager sind wie im Übrigen auch Abfindungen für Mitarbeiter Betriebsausgaben. Sie verringern den Gewinn. Warum soll der Staat dort eingreifen dürfen, während er die Autonomie der Tarifparteien bei den Verhandlungen über die Gehälter der anderen Mitarbeiter zu Recht hochhält? Was gibt ihm das Recht, auf Marktpreise, und nichts anderes sind Managergehälter, Einfluss zu nehmen und ganz nebenbei auch noch in die Rechte der Eigentümer einzugreifen?

Weit besser wäre es, diese Eigentümer und den Markt zu stärken, auf dass die Wirtschaft selbst den Exzessen Grenzen setzte. Die Regierung sollte, wie von der SPD nur angedacht, die Transparenz und Vergleichbarkeit von Managerbezügen verbessern. Sie sollte den Eigentümern, den Aktionären, das Recht einräumen, auf der Hauptversammlung ein Votum über die Vergütungen abzugeben - in anderen Ländern entfalten solche Voten große Wirkung, auch wenn sie nicht bindend sind. Zudem sollte die Koalition einer anderen SPD-Idee folgen und die Entscheidung über Gehälter dem Plenum des Aufsichtsrats zuweisen. Mauschelige Ausschüsse dürften sie dann nicht mehr treffen.

Dann stünden auch die Arbeitnehmer stärker in der Pflicht, die bisher so gern Gehälter kritisieren, die ihre Topvertreter im obersten Kontrollgremium zuvor mit abgesegnet haben.

 
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