Was Bauern brauchen

Das Problem besteht nicht in zu hohen Lebensmittelpreisen. Im Gegenteil die oft selbst hungernden Kleinbauern in den armen Ländern brauchen Preise für ihre Erzeugnisse, die ihren Ruin verhindern und die Abwanderung in die Slums der Megastädte stoppen. Dort finden ja die Hungerrevolten statt, auf dem Lande wird unbemerkt gehungert und verhungert. Und weil vor allem in den Städten Revolten drohen, importieren Regierungen Nahrung vom Weltmarkt und geben sie verbilligt an die Massen ab damit können die Bauern nicht konkurrieren.

Die Bauern der »Entwicklungsländer« brauchen Hilfe bei der Entwicklung ihrer Landwirtschaft. Die Menschen in den Städten brauchen faire Hilfe und Rahmenbedingungen bei der Entwicklung von Einkommensquellen die Beseitigung der Armut schafft dann nationale Lebensmittelmärkte mit fairen Preisen. Selbstversorgung muss Vorrang haben vor der Produktion von Exporterzeugnissen durch Großagrarier und multinationale Konzerne.

Die Bauern in Deutschland und in der EU kann man deshalb nur unterstützen, wenn sie dem Agrobusiness nicht folgen bei der Eroberung der »Weltmärkte« mit hiesiger Überschussproduktion, sondern sich einsetzen für faire Erzeugerpreise. Insofern hängt der geplante Milchlieferboykott des Bundes Deutscher Milcherzeuger eng zusammen mit den Interessen der Bauern des Südens.

Eckehard Niemann, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, Bienenbüttel

 
Service