Internet Zur Not feindlich
Microsoft muss bei der Übernahme von Yahoo endlich vorankommen. Ein Zwischenruf
Steve Ballmer dürfte ziemlich wütend gewesen sein. Da hatte der Chef des Softwarekonzerns Microsoft der Internetfirma Yahoo ein Ultimatum gestellt, um sein (ziemlich großzügiges) Übernahmeangebot anzunehmen. Am Wochenende lief die Frist ab, und es geschah: nichts.
Und was nun? Langsam sollte Steve Ballmer einen Schritt weiterkommen. Seit Monaten schon buhlt Microsoft erfolglos um Yahoo. Der Konzern braucht dessen Wissen, um passende Anzeigen neben die Ergebnisse von Suchanfragen im Internet zu platzieren. Der Online-Werbemarkt gilt als zukunftsträchtig, doch nur mit Yahoo hat Microsoft die Chance, langfristig gegen seinen dominanten Rivalen Google zu bestehen.
Natürlich könnte Microsoft auf dem freien Markt Yahoo-Aktien kaufen und bei der nächsten Wahl des Führungsgremiums versuchen, freundlich gesinntes Personal an den entscheidenden Stellen bei Yahoo zu installieren. Das wäre die unfreundliche Variante, und man kann sich schon vorstellen, wie sich das auf die Stimmung auswirken würde. Viele kreative Köpfe bei Yahoo sehen Microsoft ohnehin als kritisch an und wären dann eher bereit, sich nach neuen Jobs umzusehen. Microsoft hätte dann nicht viel gewonnen.
Die Übernahme abzusagen, wie es der Finanzchef von Microsoft erst kürzlich andeutete, ist keine Alternative.
Microsoft hat das Geld, Yahoo besitzt das Know-how. Vielleicht sollte Steve Ballmer sein Angebot ein klein wenig aufstocken. Das Yahoo-Management könnte sich brüsten, mehr herausgeschlagen zu haben. Yahoo selbst müsste nicht fürchten, irgendwann von Google in die Bedeutungslosigkeit getrieben zu werden. Die Mitarbeiter würden sich nicht feindlich übernommen fühlen. Vor allem aber hätten sie dem großen Steve Ballmer gezeigt, dass sie nicht nur nach seiner Pfeife tanzen. Vielleicht zum Wohle aller Beteiligten.
- Datum 03.05.2008 - 04:33 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 01.05.2008 Nr. 19
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hat das geld und das know how und yahoo kunden, daraus folgt?
weil Microsoft sich von Yahoo nicht ueber den Tisch ziehen lassen wollte.
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