Energiemarkt »Wer soll so viele Windräder bauen?«
E.on-Chef Wulf Bernotat hält die Klimaziele der Regierung für unrealistisch – und weist ihr auch die Hauptschuld für die hohen Strompreise zu. Ein Gespräch über Markt und Macht
DIE ZEIT: Herr Bernotat, das Image der Strombranche ist schlecht. Sie nehmen die Verbraucher aus, fahren überhöhte Gewinne ein und schaden der Umwelt, lautet der gängige Schimpf. Oder sollen wir sagen: Irrtum?
Wulf Bernotat: Solche Vorwürfe sind ungerechtfertigt. Aber wir brauchen einen neuen Dialog zwischen Energiewirtschaft, Politik und Gesellschaft. Speziell beim Klimaschutz. Dieses Thema wird übrigens hierzulande erst richtig intensiv diskutiert, seit die Bundeskanzlerin es erfolgreich aufgegriffen hat. Ich kann dagegen nicht erkennen, dass E.on die Zeichen der Zeit verschlafen hätte.
ZEIT: Sie meinen, für E.on ist Klimaschutz schon länger ein Thema – es hat nur niemand gemerkt?
Bernotat: In der Tat. Elf Prozent seiner Energie erzeugt E.on aus erneuerbaren Quellen, vor allem aus Wasserkraft. Bis 2030 wollen wir ein Viertel damit erzeugen. Aber es geht ja nicht nur um Klimaschutz. Das Energiewirtschaftsgesetz verpflichtet uns, die Versorgung sicher, wirtschaftlich und umweltverträglich zu organisieren. Diesen Dreiklang nehmen wir ernst…
ZEIT: …und verlangen dafür zu hohe Preise.
Bernotat: Man muss genau hinschauen, wie sich der Strompreis zusammensetzt. Als der Strommarkt 1998 liberalisiert wurde, hat die Politik bei den Bürgern die Erwartung geweckt, der Strom würde automatisch billiger. Stattdessen ist er teurer geworden. Schuld daran sind aber nicht wir, schuld ist der Staat, der jede Kilowattstunde mit wachsenden Abgaben belastet. Der Teil des Strompreises, für den wir verantwortlich sind, also ohne Staatsanteil, ist heute so hoch wie 1998. Die meisten anderen Verbraucherpreise sind im selben Zeitraum um erheblich mehr gestiegen.
ZEIT: Man kann auch anders rechnen. Im Jahr 2000 hat ein Dreipersonenhaushalt rund 40 Euro pro Monat für Strom bezahlt, heute zahlt er etwa 60 Euro. Die Differenz kassierten zu fast gleichen Teilen Fiskus und Unternehmen.
Bernotat: Das Jahr 2000 ist aber auch ein besonders unfairer Maßstab. Damals führten Überkapazitäten zu einem ruinösen Wettbewerb mit extrem niedrigen Preisen. Da verdienten die Unternehmen kaum noch etwas. Wäre es dabei geblieben, könnte kaum noch investiert werden. Abgesehen davon sind weltweit andere Energiepreise wesentlich stärker gestiegen, der für Öl beispielsweise um das Fünffache.
ZEIT: Ihre Gewinne doch auch, oder? Kosten gestiegen, Strom teurer – war die Liberalisierung am Ende nicht ein großer Irrtum?
Bernotat: Nein, sie war der richtige Schritt. Die Energieunternehmen arbeiten heute viel effizienter, davon profitieren die Verbraucher. Allerdings hat der Staat die Liberalisierungsdividende kassiert, nicht der Verbraucher.
ZEIT: Sagen Sie. Noch einmal die grundsätzliche Frage: War die Liberalisierung richtig?
- Datum 06.03.2009 - 10:38 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 15.05.2008 Nr. 21
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Die Strombranche könnte die Kernenergie effektiv fördern und zwar dadurch, dass es billige Tarife für den Privatmann gibt, die sich letztlich aus dem preiswerten Strom abgeschriebener Atomkraftwerke speisen.
So wie es Verbraucher gibt, die sich über teuren Windstrom freuen und ihn abnehmen, wird es sicher auch Abnehmer für billigen Atomstrom geben.
Ich wäre als einer der ersten dabei.
...das Land der Ego-Shooter...bitte schauen Sie sich mal die Weltkarte der Reaktorstandorte an:http://de.wikipedia.org/w...Bis auf vier Reaktoren, befinden sich alle auf der Nordhalbkugel.Dann schauen Sie sich bitte die Liste und Links zu den gemeldeten und ungemeldeten Störfällen an:http://de.wikipedia.org/w...Leider trifft Sie nicht nur allein der Fall-Out, die täglichen Emissionen jeder Anlage und die Kontamination der eingeleiteten Kühlwässer.
Ego-Shooter hin oder her.... wenn ich die wahl zwischen:A: Atomkraft, recht modern, sicher und günstig aus DeutschlandundB: Atomkraft, evlt. unmoderner, unsicherer und sicherlich etwas teurer aus Nachbarländernhabe, dann wähl ich doch A. Und viel andere Wahlen sind nicht da, wenn man alleine sieht wieviel Atommeiler an der deutsch-französischen grenze stehen, alleinig mit dem Zweck ihren Strom schnell ins deutsche Netz zu speisen.....
"Nach den hoffentlich erfolgreichen Tests, die noch dauern, müssten bis zum Jahr 2020 insgesamt 3.000 Windanlagen mit jeweils fünf Megawatt
stehen. Wer soll die bauen?"Die Werften in Norddeutschland natürlich. Der Schiffbau ist auf finanzielle Hilfe der EU angewiesen, um Schiffe zu konkurrenzfähigen Preisen verkaufen zu können. Dabei wird jeder Werft von der EU eine Quote zugewiesen. Wenn eine Werft diese Quote überschreitet und zu viele Schiffe baut, werden hohe Strafen fällig.Das führt dazu, dass die Werften bei weitem nicht ausgelastet sind. Dazu stammen einige der weltbesten Hersteller von Windkrafträdern aus Deutschland, so dass auch das Know-How kein Problem darstellen sollte. Die 3000 Windkraftanlagen sind eine einmalige Chance für den strukturschwachen Norden.Dass Herr Bernotat lieber Kohle verbrennen will, als einen Teil seiner horrenden Gewinne in neue Technologien zu stecken, ist ein Armutszeugnis.MfG,Ihre Sonnenbrille.
doch leider ziehen Teile der gleichen Umweltaktivisten, die sich so vehement für ökologische Energieerzeugung einsetzen gegen die konkreten Windparks in der Nordsee zu Felde und versuchen die notwendigen Leitungen für den Transport dieser Energie mit allen Mitteln zu blockieren.Außerdem werden dringend benötigte Mittel für einen sinnvollen Energiewandel im Übermaß als Subventionen (bis zu 100 Miliarden Euro nach geltender Rechtslage!!!) in so idiotische Projekte wie Solarstromerzeugung in Deutschland gesteckt, die aus grundsätzlichen Gründen niemals vernünftig funktionieren kann!!! Und dafür ist die gleiche Truppe verantwortlich!!
doch leider ziehen Teile der gleichen Umweltaktivisten, die sich so vehement für ökologische Energieerzeugung einsetzen gegen die konkreten Windparks in der Nordsee zu Felde und versuchen die notwendigen Leitungen für den Transport dieser Energie mit allen Mitteln zu blockieren.Außerdem werden dringend benötigte Mittel für einen sinnvollen Energiewandel im Übermaß als Subventionen (bis zu 100 Miliarden Euro nach geltender Rechtslage!!!) in so idiotische Projekte wie Solarstromerzeugung in Deutschland gesteckt, die aus grundsätzlichen Gründen niemals vernünftig funktionieren kann!!! Und dafür ist die gleiche Truppe verantwortlich!!
Und wird auch nie eine werden. Als Ingenieur weiss ich zwar, dass AKWs immer sicherer und sicherer werden, aber als Statisker weiss ich auch: Wenn man lange genug wartet, tritt JEDES noch so unwahrscheinliche Ereignis ein. Und so unwahrscheinlich ist eine Katastrophe leider nicht, wie der beinahe-Gau in Schweden zeigt (siehe http://www.zeit.de/online... ) . Es geht hier nicht um ein Problem von alten Ostblock-Reaktoren, dass kann genaus so in Neckarwestheim passiere.Egal wie teuer erneuerbare Energien NOCH seien mögen, sie stehen in keinen Verhältnis zu den Kosten einer nuklearen Katastrophe in Europa. Sollte die eintreffen, nur weil wir uns nicht schnell genug anpassen, wird jeder sich wünschen, ein paar Euro im Monat für Erneuerbare draufgezahlt zu haben, anstatt dummdreist weiter mit themonuklearem Feuer zu spielen.
... Da hat er genug zu tun.
Leute, Wulf Bernotat will, wie die anderen 'Strom-Oligarchen' Kernkraftwerke bauen. Egal, wie hoch das Störfall-Risiko für die deutsche Bevölkerung ist. Er hat ja eine seiner Wohnungen in Florida.
Festzustellen ist, daß die Strom-Energie-Lobby die deutschen Bürger jetzt mit hohen Strompreisen überzeugen will - mit Nachdruck - daß wieder Atom-Kernkraft-Werke peplant und gebaut werden müssen bzw. die alten eine längere Laufzeit, als gesetzlich festgeschrieben, zugewiesen bekommen.
Ich denke, Gott bewahre uns und unsere Politiker vor Wulf Bernotat! Amen!
Lichtblick hat gerade die Preise gesenkt!Komisch, ne und dann noch erneuerbare Energien!
doch leider ziehen Teile der gleichen Umweltaktivisten, die sich so vehement für ökologische Energieerzeugung einsetzen gegen die konkreten Windparks in der Nordsee zu Felde und versuchen die notwendigen Leitungen für den Transport dieser Energie mit allen Mitteln zu blockieren.Außerdem werden dringend benötigte Mittel für einen sinnvollen Energiewandel im Übermaß als Subventionen (bis zu 100 Miliarden Euro nach geltender Rechtslage!!!) in so idiotische Projekte wie Solarstromerzeugung in Deutschland gesteckt, die aus grundsätzlichen Gründen niemals vernünftig funktionieren kann!!! Und dafür ist die gleiche Truppe verantwortlich!!
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