Schulunterricht
Spielend zum Abi
Wie Lehrer mit kreativen Lehrmethoden Oberstufenschüler zur Weißglut bringen.
Im Biologieunterricht einer engagierten Lehrerin ist Ausschneiden, Kleben, Basteln und Spielen nichts Ungewöhnliches. Wir Schüler der elften Klasse schneiden Abbildungen der DNA aus, die wir später korrekt aufkleben müssen. In einer anderen Stunde malen wir Zeichnungen vom Zellkern aus und basteln Mitochondrien aus Teebeuteln. Guter Unterricht ist kreativer Unterricht, so haben es vor allem unsere jungen Lehrer auf Fortbildungen gelernt. Nur scheint ihnen keiner gesagt zu haben, welche Klassenstufe welches Bastelausmaß am besten verkraftet. Was in der Grundschule für Begeisterung sorgt, schafft in der Oberstufe Unmut. »Man behält den Stoff besser, wenn man aktiv mit ihm konfrontiert wird«, argumentieren die Lehrer auf genervtes Nachfragen. Deshalb erläutern sie uns mit leuchtenden Augen das »Ballonspiel«, in dem wir entscheiden sollen, welche politischen Sparten wir als Erstes aus einem sinkenden Heißluftballon werfen würden, weil sie am unwichtigsten sind. Später wird gepuzzelt, selbstverständlich in Gruppenarbeit, der effektivsten Arbeitsform schlechthin. Die Schüler freut es: Wer arbeiten möchte, kann arbeiten, wer nicht, lässt die anderen ran. Nur: Auf Dauer werden die Kindergartenmethoden zum echten Ärgernis, vor allem wenn sämtliche Gedanken ums Abi kreisen, um Studium und Beruf. Wenn Lehrer aber aus Seminaren für vermeintlich besseren Unterricht Arbeitsblätter in die Klassen tragen, auf denen Anweisungen stehen wie: »Stellt eure Stühle leise zusammen. Denkt daran, sie hochzuheben«, dann wird es den Schülern irgendwann lieber sein, dass sie einfach bleiben, was sie mal waren: gute Lehrer, die etwas von ihrem Handwerk verstehen und erprobte Methoden einsetzen, die echtes Interesse wecken. Sobald aber Schule nur noch lächerlich erscheint, ist schlechte Laune programmiert. Und am besten lernt man doch bei guter Laune, oder was genau sagen die Fortbilder dazu?
Der Autor ist Schüler einer elften Klasse in Hamburg
- Datum 26.5.2008 - 10:50 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 15.05.2008 Nr. 21
- Kommentare 29
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Dem Artikel ist nur noch hinzuzufuegen, dass leider manche Hochschullehrer an den Unis (insbesondere in der Lehrerbildung) genauso auf albernen Bloedsinn statt echtem Unterricht abfahren wie einige der begeistert-verspielten Lehrer (... irgendwoher muessen die das ja auch haben).
... also zurück zum Frontalunterricht, denn nur das ist der "echte" Unterricht.Tut mir leid, aber destruktive Kritik kann ich nicht ernst nehmen - es ist immer so super einfach, erstmal drauf zu hauen und zu sagen: "Das mag ich nicht!"Nur wenn dann danach gefragt wird, was man denn anders machen würde ... dann ist Stille.Also, meine Damen und Herren, Kritik darf gerne sein. Nur sollte man dann zum einen KONKRET werden (wie gesagt, was zur Hölle soll denn "echter" Unterricht sein?) und sich auch selbst Alternativen überlegen.Dann kann man sich gerne noch einmal drüber unterhalten. Schiere Polemik bringt niemandem was.
@ KhenMit der konstruktiven Kritik ist das so eine Sache - natürlich wäre es für die Kritisierten schön, wenn Ihnen nicht nur gesagt würde, was sie falsch machen, sondern auch eine genau Alternative gegeben würde. Allein, die Welt ist so einfach nicht, dass ein Sechzehnjähriger (ca., da 11.-Klässler) wesentlich mehr tun kann, als festzustellen, welche Formen von Unterricht, die er in den vergangenen 11 Jahren erlebt hat, ihm angemessen scheinen.Reinen Frontalunterricht hat niemand zurückgefordert, Variationen sind durchaus gut und sinnvoll, aber ich habe in meinen 13 Schuljahren ebenfalls viele Lehrer (gerade solche, die frisch aus der Uni kamen) erlebt, deren Unterricht vielleicht sehr motiviert, bisweilen auch unterhaltsam, aber oft sehr wenig effektiv war.Gleichzeitig macht man es sich als Kritisierter, das heisst, als studierter Lehrbeauftragter ab 25 aufwärts (meist weit aufwärts), auch einfach, wenn man die ganze Last der Suche einer guten Unterrichtsform auf einzelne Kritiker, das heißt meistens auf Schüler überträgt, die Didaktik niemals gelernt haben. Und sie zu bitten, bis nach einem abgeschlossenen Studium der Didaktik, als Dr. phil., sich doch bitte mit Kritik zurückzuhalten, ist nicht angebracht, und wohl auch nicht das Ausbildungsziel deutscher Schulen.Kritik muss man einstecken können - und Lehrer kann niemand besser kritisieren als Schüler, denn die sind die Einzigen, die den Unterricht zu sehen bekommen.
Als didaktischer Laie und ehemaliger Schüler möchte ich mich hier, gern auch gegen die vermeintlich herrschende Meinung in der Wissenschaft, dagegen aussprechen den Frontalunterricht pauschal zu diskreditieren. In meiner eigenen Schulzeit war es viel zu oft so, dass die Schüler zu Diskussionen und anderweitiger Aktivitäten aufgefordert wurden, selbst wenn sie noch überhaupt keine Ahnung vom Thema hatten. Dann gab es langwierige Diskussionen, losgelöst von Grundwissen und Fakten mit keinem Wissensgewinn für die Schüler, vielmehr ein Austausch von Gefühlen, Assoziationen und Vorurteilen. Mir persönlich hat das nichts gebracht außer Frustration. Ich hätte mir stattdessen gewünscht, dass den Schülern zunächst solide die Grundbegriffe der anstehenden Unterrichtseinheit vermittelt werden, gerne auch durch Frontalunterricht oder gar mit Auswendig lernen (beides in meinen Augen zu Unrecht so aus der Mode gekommen), bevor man über Dinge diskutiert, von denen man keine Ahnung hat oder der Kreativität freien Lauf lässt.
Hallo,aus etwas vergangener (Abi 88) eigener Erfahrung kannich dem Autor nur aus ganzem Herzen zustimmen. EineGrundforderung fuer guten Unterricht ist nach meinerMeinung, dass man die Schueler ernst nimmt, und dazu gehoert auch, dass man sie nicht bis zur Langeweile unterfordert!Weil konkrete Vorschlaege gefragt wurden:Wie waere es, statt der DNA Bastelei mal selber experimentell DNA zu isolieren, wozu es kein Profilaborbraucht.Jens Decker
Glücklicherweise musste ich das noch nie erleben, obwohl es einmal vorkam, dass wir im 12. Jahrgang die DNA-Doppelhelix ausschneiden und anschließend zusammenkleben mussten.Jedoch scheint meiner Meinung nach etwas im deutschen Schulsystem was falsch zu laufen. Denn wie kann man es ansonsten erklären, dass immer mehr private Schule das anbieten, was anscheinend öffentliche Schulen nicht leisten können? Private Schulen und vor allem Universitäten sind effizienter in ihrer Ausbildung, schneiden bei Rankings besser ab und fördern ihre Schüler ebenfalls am intensivsten.Ich finde es nicht inordnung, dass die schulische Ausbildung immer mehr eine soziale Frage wird, während sich die öffentlichen Schulen mit lächerlichen Lehrmethoden, begrenzten Mitteln, kaum Infrasruktur und unmotivierten Lehrern herumschlagen wird an privaten Schulen auf einem völlig anderen Niveau gelehrt.Warscheinlich werde auch ich eine private Uni besuchen.
@ KhenMit der konstruktiven Kritik ist das so eine Sache - natürlich wäre es für die Kritisierten schön, wenn Ihnen nicht nur gesagt würde, was sie falsch machen, sondern auch eine genau Alternative gegeben würde. Allein, die Welt ist so einfach nicht, dass ein Sechzehnjähriger (ca., da 11.-Klässler) wesentlich mehr tun kann, als festzustellen, welche Formen von Unterricht, die er in den vergangenen 11 Jahren erlebt hat, ihm angemessen scheinen.Reinen Frontalunterricht hat niemand zurückgefordert, Variationen sind durchaus gut und sinnvoll, aber ich habe in meinen 13 Schuljahren ebenfalls viele Lehrer (gerade solche, die frisch aus der Uni kamen) erlebt, deren Unterricht vielleicht sehr motiviert, bisweilen auch unterhaltsam, aber oft sehr wenig effektiv war.Gleichzeitig macht man es sich als Kritisierter, das heisst, als studierter Lehrbeauftragter ab 25 aufwärts (meist weit aufwärts), auch einfach, wenn man die ganze Last der Suche einer guten Unterrichtsform auf einzelne Kritiker, das heißt meistens auf Schüler überträgt, die Didaktik niemals gelernt haben. Und sie zu bitten, bis nach einem abgeschlossenen Studium der Didaktik, als Dr. phil., sich doch bitte mit Kritik zurückzuhalten, ist nicht angebracht, und wohl auch nicht das Ausbildungsziel deutscher Schulen.Kritik muss man einstecken können - und Lehrer kann niemand besser kritisieren als Schüler, denn die sind die Einzigen, die den Unterricht zu sehen bekommen.
Mag sein - trotzdem sehe ich keinen Sinn in rein destruktiver Kritik. Zudem gerade Schüler ja Aussagen treffen können, welche Unterrichtsform denn nun besser gefällt - geben Sie ja selbst zu. Was hier nicht geschieht. Stattdessen wird "echter" Unterricht gefordert - und die Definition dieses "echten" Unterrichts wird dann prompt offen gelassen.Dann kann man sich den Kommentar auch gleich sparen. Destruktive Kritik ist leicht und zeugt nur davon, dass man sich mit dem Thema nur ungenügend auseinandergesetzt hat. Es hat einem also nicht gefallen. Warum? Keine Ahnung. Was wäre besser? Keine Ahnung.Somit ist so etwas völlig unbrauchbar. Man kann eine Sache nur besser machen, wenn man gesagt bekommt, WARUM etwas falsch war.Ich denke jeder Schüler wird ähnlich frustriert sein, wenn ich ihm ohne jeglichen Kommentar einfach nur ein "Falsch" unter, sagen wir mal, den Beweis für den Satz des Thales setze. Erwarten Sie nicht auch, dass im Detail die falschen Annahmen in diesem Beweis angestrichen und kommentiert werden und so dem Schüler ersichtlich wird, wo der Fehler liegt und wie man ihn korrigieren kann?Ähnlich verhält es sich hier. Das Auseinandersetzen mit einem Thema erfordert, damit man ernst genommen wird, eine Begründung der eigenen Position, schon alleine, damit man ermessen kann, wie fest der eigene Standpunkt eigentlich ist. Einfach nur Contra zu geben und dann aber keinen eigenen Standpunkt angeben zu können, das ist für beide Seiten unbefriedigend, da unnütz.
Mag sein - trotzdem sehe ich keinen Sinn in rein destruktiver Kritik. Zudem gerade Schüler ja Aussagen treffen können, welche Unterrichtsform denn nun besser gefällt - geben Sie ja selbst zu. Was hier nicht geschieht. Stattdessen wird "echter" Unterricht gefordert - und die Definition dieses "echten" Unterrichts wird dann prompt offen gelassen.Dann kann man sich den Kommentar auch gleich sparen. Destruktive Kritik ist leicht und zeugt nur davon, dass man sich mit dem Thema nur ungenügend auseinandergesetzt hat. Es hat einem also nicht gefallen. Warum? Keine Ahnung. Was wäre besser? Keine Ahnung.Somit ist so etwas völlig unbrauchbar. Man kann eine Sache nur besser machen, wenn man gesagt bekommt, WARUM etwas falsch war.Ich denke jeder Schüler wird ähnlich frustriert sein, wenn ich ihm ohne jeglichen Kommentar einfach nur ein "Falsch" unter, sagen wir mal, den Beweis für den Satz des Thales setze. Erwarten Sie nicht auch, dass im Detail die falschen Annahmen in diesem Beweis angestrichen und kommentiert werden und so dem Schüler ersichtlich wird, wo der Fehler liegt und wie man ihn korrigieren kann?Ähnlich verhält es sich hier. Das Auseinandersetzen mit einem Thema erfordert, damit man ernst genommen wird, eine Begründung der eigenen Position, schon alleine, damit man ermessen kann, wie fest der eigene Standpunkt eigentlich ist. Einfach nur Contra zu geben und dann aber keinen eigenen Standpunkt angeben zu können, das ist für beide Seiten unbefriedigend, da unnütz.
Richtig, "destruktive" Kritik ist sinnlos, aber das beinhaltet doch schon Ihre Bewertung. Zunaechst mal hat der Schueler eine "negative" Kritik abgegeben.Das sehe ich nicht als destruktiv, denn sie macht den Lehrer immerhin ueberhaupt darauf aufmerksam, dass sein Unterricht nicht funktioniert. Besser als gar nichts sagen. "Nichts" ist dabei aus meiner Sicht neutral und besser als nichts daher konstruktiv, wenn auch nur in sehr geringem Maße.Was waere denn, wenn keiner in der Klasse mehr aussagen koennte, als dass ihn der Unterricht demotiviere? Sollten lieber alle den Mund halten? Dann wuerde gar nichts passieren und der Lehrer wuerde nicht mal merken, dass er etwas falsch macht.Besser waere natuerlich noch eine genaue Begruendung und noch besser Alternativvorschlaege. Aber erwarten kann man das nicht! Wer ist denn der Didaktiker? Der Lehrer nach seinem Studium und Referendariat oder der Schueler, der sich damit nie auseinandersetzen musste und meistens auch kein Lehrer werden will?Wenn der Schueler es besser wuesste, koennte er sich ja anstelle des Lehrers vor die Klasse stellen!Das Beispiel mit dem Satz des Thales ist unzutreffend. Der Lehrer bringt den Schuelern den Stoff bei und ist deshalb dazu verpflichtet, dafuer zu sorgen, dass sie ihn auch verstehen. Der Schueler hat aber nicht die Aufgabe, dem Lehrer zu erlaeutern, wie guter Unterricht zu fuehren ist, denn gerade das sollte der Lehrer dem Schueler vorraus haben. Es ist seine Aufgabe, guten Unterricht zu machen. Wenn das nicht klappt, darf auch kritisiert werden. Aber zu erwarten, dass der Schueler es besser weiss, ist doch uebertrieben.
Richtig, "destruktive" Kritik ist sinnlos, aber das beinhaltet doch schon Ihre Bewertung. Zunaechst mal hat der Schueler eine "negative" Kritik abgegeben.Das sehe ich nicht als destruktiv, denn sie macht den Lehrer immerhin ueberhaupt darauf aufmerksam, dass sein Unterricht nicht funktioniert. Besser als gar nichts sagen. "Nichts" ist dabei aus meiner Sicht neutral und besser als nichts daher konstruktiv, wenn auch nur in sehr geringem Maße.Was waere denn, wenn keiner in der Klasse mehr aussagen koennte, als dass ihn der Unterricht demotiviere? Sollten lieber alle den Mund halten? Dann wuerde gar nichts passieren und der Lehrer wuerde nicht mal merken, dass er etwas falsch macht.Besser waere natuerlich noch eine genaue Begruendung und noch besser Alternativvorschlaege. Aber erwarten kann man das nicht! Wer ist denn der Didaktiker? Der Lehrer nach seinem Studium und Referendariat oder der Schueler, der sich damit nie auseinandersetzen musste und meistens auch kein Lehrer werden will?Wenn der Schueler es besser wuesste, koennte er sich ja anstelle des Lehrers vor die Klasse stellen!Das Beispiel mit dem Satz des Thales ist unzutreffend. Der Lehrer bringt den Schuelern den Stoff bei und ist deshalb dazu verpflichtet, dafuer zu sorgen, dass sie ihn auch verstehen. Der Schueler hat aber nicht die Aufgabe, dem Lehrer zu erlaeutern, wie guter Unterricht zu fuehren ist, denn gerade das sollte der Lehrer dem Schueler vorraus haben. Es ist seine Aufgabe, guten Unterricht zu machen. Wenn das nicht klappt, darf auch kritisiert werden. Aber zu erwarten, dass der Schueler es besser weiss, ist doch uebertrieben.
Dann überschätzen Sie aber deutlich die Qualität der Lehrerausbildung in Deutschland. Denn ohne eine Rückmeldung, was der Schüler eigentlich als besser empfindet, wird man auch bei einer "negativen" Rückmeldung nur im Dunklen raten, was denn nun gewollt ist.Und eventuell dann auch gleich zur "bewährten" Frontal-Methode zurückkehren.Polemische Aussagen, wie sie im Ursprungsartikel getroffen werden, sind grundsätzlich wertlos. Was soll das auch bringen? Es wird da gegen eine Unterrichtsform gewettert und bestimmte Aktivitäten als wertlos dargestellt - und dann verlangt, dass "erprobte Methoden" eingesetzt werden.Es klingt dann so, als wisse der Author, was er eigentlich will. Warum sagt er es dann nicht? Wie schon gesagt, dieser Artikel ist meiner Meinung nach wertlos und führt zu nichts.Ich verstehe daher nicht, was eine derartige Polemik auf der Hauptseite der Zeit zu suchen hat. Es sei denn, man möchte irgendjemandem da die Möglichkeit geben, sich zu profilieren. Der vorliegende Text jedenfalls ist nur ein weiterer aus der Reihe: "Prügeln wir ohne Sinn und Verstand auf Lehrer ein."
Als didaktischer Laie und ehemaliger Schüler möchte ich mich hier, gern auch gegen die vermeintlich herrschende Meinung in der Wissenschaft, dagegen aussprechen den Frontalunterricht pauschal zu diskreditieren. In meiner eigenen Schulzeit war es viel zu oft so, dass die Schüler zu Diskussionen und anderweitiger Aktivitäten aufgefordert wurden, selbst wenn sie noch überhaupt keine Ahnung vom Thema hatten. Dann gab es langwierige Diskussionen, losgelöst von Grundwissen und Fakten mit keinem Wissensgewinn für die Schüler, vielmehr ein Austausch von Gefühlen, Assoziationen und Vorurteilen. Mir persönlich hat das nichts gebracht außer Frustration. Ich hätte mir stattdessen gewünscht, dass den Schülern zunächst solide die Grundbegriffe der anstehenden Unterrichtseinheit vermittelt werden, gerne auch durch Frontalunterricht oder gar mit Auswendig lernen (beides in meinen Augen zu Unrecht so aus der Mode gekommen), bevor man über Dinge diskutiert, von denen man keine Ahnung hat oder der Kreativität freien Lauf lässt.
Ich bin im Prinzip sehr für kreative Herangehensweisen, weil sie zum Mitdenken anregen und theoretisches Wissen durch die praktische Veranschaulichung festigen können. Eigenständiges Denken, Kreativität, und die Fähigkeit sich untereinander verständigen und koordinieren zu können sind in der Berufswelt mehr denn je gefragt.Das Problem liegt meiner Ansicht nach nicht in der Methode selbst, sondern in ihrer Vor- und Nachbereitung. Ein Spiel im leeren Raum bringt überhaupt nichts. Einen Lerneffekt erziele ich nur, wenn ich Ziel und Vorraussetzungen der Übung klar im Kopf habe - so kann ich eine fruchtbringende Diskussion zu einem Thema eben erst provozieren, <em>nachdem</em> ich die dazu notwendige Theorie vermittelt habe. Genauso wenig nützen z.B. Dialoge oder Rollenspiele, wenn sie hinterher nicht besprochen werden. Natürlich müssen sie auch auf das jeweilige Leistungsniveau abgestimmt werden.
Ich würde sogar noch hinzufügen wollen, dass ich es für wichtig halte auch kritisch mit gelerntem Stoff umgehen zu können.Aber sie sparen einen ganz entscheidenden Aspekt aus. Wie
sieht denn die Vorbereitung für kreativen Unterricht aus? Kommt diese
wirklich ohne die solide Vermittlung von Grundbegriffen aus? Ich meine
nein und falls sie mir da zustimmen sind wir glaube ich sehr dicht
beieinander mit unseren Ansichten. Auch Frontalunterricht und auswendig lernen hat
heutzutage noch eine wichtige Funktion.
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