England Gartendiebe unterwegs
Zu Beginn der Gartensaison plündern Räuber englisches Grün. Besonders beliebt: Rollrasen und Buschwerk
So wichtig, wie den Briten ihr Eigenheim ist
(My home is my castle),
so wichtig ist ihnen
ihr Garten
. Es sind Menschen mit grünen Daumen. Das kann man auch daran erkennen, dass die Schlangen an den Kassen der Gartencenter mit jedem warmen Frühlingswochenende länger werden. Im vergangenen Jahr gaben die Briten rund vier Milliarden Pfund (mehr als fünf Milliarden Euro) für Bäume, Blumen, Hecken, Rasen und Gartenornamente aus.
Mit der Freiluftsaison dürfte allerdings auch wieder die Zeit der Gartendiebe beginnen. Über Nacht tragen sie ganze Teppiche aus Rollrasen ab, inklusive allem, was um und auf dem Grün gepflanzt wurde. Die Versicherungsfirma
Churchill
schätzt den Gesamtschaden für das vergangene Jahr landesweit auf rund 300 Millionen Pfund (382 Millionen Euro).
»Ein besonderer Renner unter den Räubern waren bislang Buchsbäume und Eiben«, sagt Mark Gains, ein Polizist im Ruhestand. In seiner Heimatstadt York hat er die Wachgesellschaft Gardien gegründet, die ihre Kunden mit allerlei neumodischer Technik vor Botanikdieben zu schützen verspricht. Vielleicht bietet sich hier aber auch ein Markt für die kontinentaleuropäische Gartenzwergindustrie. Der Sage nach sollen die Wichtel ja Gutes tun – oder zumindest Diebe verschrecken. JFJ
- Datum 14.05.2008 - 07:03 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 15.05.2008 Nr. 21
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:




Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren