Wenn westliche Manager über neue Konkurrenten aus Schwellenländern sprechen, denken sie an Topmanager wie Lakshmi Mittal vom Stahlproduzenten Mittal aus Indien. Im Durchschnitt jedoch werden indische oder chinesische Firmen deutlich schlechter geführt als Unternehmen aus Deutschland oder den USA. Zugleich neigen ihre Manager zur Selbstüberschätzung – fast in keinem anderen Land ist die Differenz zwischen dem allgemeinen Urteil über die eigene Firma und der (schlechteren) Bewertung in Detailfragen so groß wie in Indien und China. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die die Unternehmensberatung McKinsey, die kalifornische Stanford University und die London School of Economics erstellt haben und die von der Deutsch-Britischen Stiftung mitfinanziert wurde.

Mitglieder des mittleren Managements von 4.000 mittelständischen Firmen weltweit wurden nach der Qualität ihrer Produktion, Leistungskontrollen oder Anreizsystemen befragt. Als Problem vieler asiatischer Firmen bezeichnet die Studie deren hierarchische Struktur. Aber: »Die besten chinesischen und indischen Firmen werden so gut gemanagt wie die in Großbritannien oder den USA«, schreiben die Autoren. Zudem seien ein Viertel aller britischen sowie 15 Prozent aller deutschen und amerikanischen Firmen schlechter geführt als das Durchschnittsunternehmen aus Indien oder China. STO